Kunst/Museen, Politik
29. Juni 2006
Furger mimt den Glücklichen
BAK-Chef Jauslin hat gewonnen. Der Direktor des Landesmuseums bestreitet morgen seinen letzten Arbeitstag, er geht - ”in gegenseitigem Einvernehmen”. Noch vor wenigen Wochen sagte Furger, er werde den Posten unter keinen Umständen kampflos abgeben und hat gar einen Juristen beigezogen. Gestern in der SF-Sendung Kulturplatz mimte er etwas verkrampft den Glücklichen: “Ich bin froh, dass das so gekommen ist.” Furger darf weiter teilzeit als Ausstellungsmacher im Landesmuseum arbeiten. Wahrscheinlich zum selben Lohn wie bisher. Oder gab es sonst eine grosszügige Abfindung? Darüber ist natürlich “Stillschweigen vereinbart” worden.
philipp meier schrieb:
die zürcher kulturpolitiker und -verwalter sind alles andere als mutig (bei der anstellung von marthaler waren sie naiv und nicht mutig;)
anstatt die gunst der stunde zu nutzen und sich von diesem verstaubten klumpfuss zu befreien, wird taktiert, lobbyiert und hofiert.
was bringt der global vernetzten partymetropole dieses pittoreske schlösschen am hauptbahnhof? ich dachte, dass die zürcher stadtväter und -mütter schon mal was von standortmarketing hörten. welches image will man sich geben? braucht die stadt zürich neben «ein bisschen partymetropole», «ein bisschen schauspiel- und opernhausleuchtturm», «ein bisschen off-theater- und -spektakelzentrum», «ein bisschen kalte (konkrete) und heisse (dada) avantgarde», «ein bisschen zeitgenössische kunsttempelchen» auch noch «ein bisschen nationalmuseum». nutzen wir doch die gunst der stunde und die freiwerdenden ressourcen, um dort weiterzufahren, wo der letzte grosse kulturelle entwicklungsschub stattgefunden hat: in den brachflächen zwischen design, kunst und party. weg von «downtown» – hin zu «brooklyn».
philipp meier / direktor
cabaret voltaire
spiegelgasse 1
8001 zürich
043 268 57 20
direkt 043 268 08 44
mobile 079 230 93 22
philipp.meier@cabaretvoltaire.ch
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blog/vlog/podcast: http://www.rebell.tv
Geschrieben am 29. Juni 2006 um 14:23Uhr | Permalink
rb schrieb:
Zürich soll also das Landesmuseum freiwillig der welschen Kulturfraktion um Couchepin und Jauslin abgeben? Auf dass die Hellebarden zukünftig in Gruyeres und Chillon anstatt neben dem HB verstauben? Wenn damit tatsächlich Ressourcen frei würden, so kämpften die Zürcher wohl nicht so vehement für das Museum. Aber: das Landesmuseum kostet Zürich nichts, es ist vom Bund finanziert. Und da gilt die Regel: wo Geld vom Bund zu holen ist, holt man es sich – und gibt es vor allem nicht wieder her. Brachfläche legt das Landesmuseum ohnehin nicht frei: das pittoreske Schlösschen wird immer ein Klotz am Platzspitz bleiben.
Geschrieben am 29. Juni 2006 um 14:52Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
wieso soll man nicht geschenke weiter schenken dürfen?
ist es schon gut, nur weils gratis ist?
wie präsentiert sich die auslage der zürcher kulturlandschaft? ist kulturelle vielfalt per se gut? welche akzente werden gesetzt?
ein blick ins zürcher kulturleitbild zeigt die fortsetzung des gemischtwarenladens: bald wird auch noch «ein bisschen architekturmuseum» und «ein bisschen saal für zeitgenössische musik» dazu kommen.
so wie man das kulturelle erbe «dadaismus» mehr schlecht denn recht pflegen will, so wenig wird das kulturelle potential der clubkultur gewürdigt, geschweige denn wahrgenommen.
es sollte doch eigentlich darum gehen, was die stadt zürich «von sich aus» hervorbringt und nicht, was die oberen auch noch gerne hätten, oder? oder nicht? oder doch…? ;)
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Geschrieben am 29. Juni 2006 um 16:30Uhr | Permalink
rb schrieb:
Natürlich zählt das, was die Stadt von sich aus hervorbringt – ganz deiner Meinung. Bin aber nicht sicher, ob man das verbessern kann, indem man das Landesmuseum verschenkt.
Geschrieben am 29. Juni 2006 um 16:56Uhr | Permalink