Bühne


Nicht richtig angekommen

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Mit der genialen “Wallenstein”-Aufführung von Rimini-Protokoll geht die erste Spielzeit von Matthias Hartmann am Schauspielhaus heute zu Ende. Zeit für eine kurze Bilanz:

1. Die besten Inszenierungen waren fast alles mitgebrachte Stücke aus Bochum. Die Neuinszenierungen konnten da kaum mithalten.

2. Hartmann hat grossartiges fürs Jugendtheater geleistet und mit dem “Jungen Schauspielhaus” ein umfassendes und tolles Angebot geschaffen. So begeistert man die nächste Generation fürs Theater!

3. Er fühlte sich hier von Anfang an nicht richtig wohl. In Bochum hatte er eine fantastische Zeit; kaum in Zürich angekommen, war er einer ihn sichtlich nervenden Polemik um die Villa am See ausgesetzt, zudem erwartete ihn eine streit- und streikfreudige Gewerkschaft.

4. Erst schwärmte Hartmann dauernd von Bochum, dann nahm er das Angebot aus Wien an und schwärmte fortan vom Burgtheater. Er setzte sich zwar voll für das Schauspielhaus ein - Hartmann lebt für das Theater, auch hier – trotzdem bleibt Zürich das unschöne Gefühl, bloss Lückenbüsser zu sein.

Fazit: Hartmann hat viele tolle Sachen mitgebracht. Doch irgendwie ist er hier trotz (oder gerade wegen) der schönen Wohnlage nie wirklich angekommen. 

Kommentare (3) zu “Nicht richtig angekommen”

  1. Dr. B. Blog-Blogicki schrieb:

    Herrlich!
    Es wird eine Weile dauern, aber ich freu moi schon darauf, einen kritischen Blog zu kritisieren…

    Dr. B.B-B

  2. rb schrieb:

    Herr Doktor, es wäre für mich eine grosse Ehre von Ihnen kritisiert zu werden!

  3. felix schrieb:

    die villa die hartmann gegeben wurde liegt zwar am see aber
    - an einer lauten, stinkigen strasse
    - auf der falschen seite (keine abendsonne)
    wie sollte ein theaterdirektor musse finden?

    wohl typisch ledergerber-zürich:
    es sieht optisch gut aus
    aber irgendetwas stinkt.
    meistens die autoabgase.