Kunst/Museen
22. Juli 2006
Gratis Museen für alle!
21 Franken kostet ein Ticket für die Sonderausstellung und die Sammlung im Kunsthaus Zürich, andere Museen sind nicht viel billiger. Sollte Kunst nicht offen sein für alle? Diese Frage beschäftigt heute die New York Times (hier). Und was erfahren wir aus dem kapitalistischsten Land der Welt? Der Eintritt von 20 Dollar beim Metropolitan Museum in New York ist bloss eine “voluntary donation”. Das heisst: wer nicht zahlen will, muss nicht. Und viele Kunstmuseen in den USA verzichten ganz auf Eintrittsgeld. Über jene Museen, die Eintritt verlangen und die Preise in letzter Zeit gar erhöht haben, schreibt die NYT:
“To justify such fee increases, or for that matter the very existence of fees, this country’s museums have come to cast themselves as a blend of popular entertainment, corporation and school.”
Der Grund, warum Museen gratis sein sollten:
“As has been said before, museums are most comparable to libraries. Like libraries, they are repositories of knowledge. Like books, artworks are tools for lifelong self-education; it is through them that we discover and explore important aspects of our humanness. They should be equally available to all, for the good of the individual and society as a whole. Most Americans would be appalled if public libraries charged entrance fees.”
Eine Debatte, die es Wert wäre, auch hier geführt zu werden.
philipp meier schrieb:
es gibt auch hier ausnahmen: das helmhaus in zürich verlangt keinen eintritt.
letztendlich geht es dabei jedoch um die grundsätzliche(re) frage, wie sich kunstinstitutionen und künstlerInnen finanzieren. wieder beispiel helmhaus:
künstlerInnen, die ein fertiges kunstwerk ab atelier ausstellen kriegen nichts!
künstlerInnen, die ein kunstwerk extra für eine ausstellung im helmhaus anfertigen kriegen die konkreten spesen gedeckt.
gegenleistung: ein schaufenster in einem «richtigen» museum und ein platz in einem schönen katalog.
künstlerInnen müssen(!) also kommerziell arbeiten; was eigentlich nicht im sinne der kunst sein kann…, oder habe ich hier etwas falsch verstanden…?
oke…, nun bin ich etwas vom thema abgeschweift…, aber da kommt halt ein ganzer rattenschwanz, wenn man mit (oder eben ohne) geld kommt… ;)
Geschrieben am 24. Juli 2006 um 14:47Uhr | Permalink
rb schrieb:
Das Modell Helmhaus ist für andere Museen natürlich nicht anwendbar. Beim Kunsthaus machen die Eintritte 20 Prozent der Gesamteinnahmen aus (wie sieht dies beim Cabaret Voltaire aus?). Die Frage ist nun: liessen sich diese 20 Prozent nicht anderweitig eintreiben bzw. einsparen? Dann könnte man den Gratiszugang einführen, was wiederum Mehreinnahmen im Shop, Café etc. nach sich ziehen würde.
Geschrieben am 24. Juli 2006 um 17:36Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
im cabaret voltaire sind die eintritte rund 2% aller erträge.
ich finde es nicht wahnsinnig spannend, diesen gedankengang mitzuturnen.
logo: ich finde es auch sehr toll, wenn museen wie bibliotheken, gratis zugänglich wären. und: geld lässt sich für sowas bestimmt auftreiben (z.b. jede/r besucher/in kriegt trotzdem ein ticket…, mit dem logo/namen des sponsors des gratis-eintritts drauf)…; oder dann im schlimmstenfalls irgendwo einsparen.
es gibt jedoch wahrlich brisantere streitfelder, wenn es um geld und kunst geht… ;)
—–
philipp meier / direktor
cabaret voltaire
spiegelgasse 1
8001 zürich
043 268 57 20
direkt 043 268 08 44
mobile 079 230 93 22
philipp.meier@cabaretvoltaire.ch
http://www.cabaretvoltaire.ch
blog/vlog/podcast: http://www.rebell.tv
Geschrieben am 25. Juli 2006 um 17:18Uhr | Permalink