Verlage wollen Geld vom Staat
Gestern präsentierte die Buchlobby Schweiz ein Manifest, in dem 100 Verlage eine “aktive Politik für das Buch und Verlagsförderung” fordern. Unter anderem, “weil das Buch als Medium genauso Förderung braucht und verdient wie die anderen heute bereits geförderten Medien Film, Theater, Presse…” und “weil die Lesefähigkeit und der vertraute Umgang mit Büchern in allen Lebensphasen heute gefährdet ist.”
Der Punkt mit der gefährdeten Lesefähigkeit wird zwar von allen Experten dementiert (viele Junge lesen tatsächlich schlecht, früher war die Lesekompetenz aber noch schlechter), gegen eine aktive Leseförderung wird wohl dennoch niemand etwas einzuwenden haben.
Sollen nun aber Bundesmittel dazu beitragen, dass weiterhin Hunderte von mittelmässigen Büchern erscheinen, die niemand lesen will? Wem nützt das? Den leseschwachen Jugendlichen bestimmt nicht. Oder ist diese Bücherflut etwa das, was im Manifest ”kulturelle Vielfalt” genannt wird?
Literatur hat Förderung tatsächlich verdient. Die Frage ist nur, in welcher Form. Im Manifest ist darüber nichts zu erfahren.
Gut möglich, dass die Buchlobby nur dank der sehr wagen Formulierung hundert Verlage finden konnte, die bereit waren, das Papier zu unterschreiben. Denn: hinter vorgehaltener Hand befürworten längst nicht alle aufgeführten Verleger eine direkte Subventionierung der Branche.
Zum Thema: Sind Buchhändler alles Hypochonder?