Kunst/Museen


Sebstzensur: Keine Fötus-Möwe in Hamburg

Ein Kopf eines menschlichen Fötus befestigt an einem Möwenkörper (Bild) sorgte vor einem Jahr im Kunstmuseum Bern für heftige Diskussionen. Nach Protesten, Drohungen und einer Klage von religiösen Fanatikern wurde das Werk namens Ruan vorübergehend aus der China-Ausstellung entfernt, eine umfassende Debatte zum Thema ‘Was darf Kunst?’ nahm ihren Anfang.
Die Ausstellung Mahjong mit Werken aus der Sammlung des früheren Schweizer Botschafters in China, Uli Sigg, ist nun auch in Hamburg zu sehen. Nur: Ruan fehlt, wie der Welt zu entnehmen ist:

“Der Hamburger Kurator Christoph Heinrich hält das Werk in seiner Ausstellung für verzichtbar, denn er will nicht, dass die Diskussion über eine Arbeit alle anderen dominiert. ‘Es gibt Werke, für die lohnt es sich, auf die Barrikaden zu gehen’, sagt Heinrich. ‘Für dieses lohnt es sich nicht.’”

Mit anderen Worten: um einer Auseinandersetzung auszuweichen übt die Kunsthalle Hamburg Selbstzensur. Ein fataler Entscheid. Einmal mehr haben die religösen Fanatiker gesiegt.

Kommentare (3) zu “Sebstzensur: Keine Fötus-Möwe in Hamburg”

  1. Matthias schrieb:

    Lustig, ich habe den Kurator genau anders herum verstanden: Nur weil etwas einen schönen Skandal und damit ganz viele Eintritte garantiert, muss es noch lange nicht grosse Kunst sein.

  2. Pav schrieb:

    Das wäre typisches Juristenfutter: Menschenwürde contra Kunstfreiheit….

  3. Matthias schrieb:

    Ich glaube im konkreten Fall ginge es eher um die Gestaltungsfreihet des Kurators.