Kunst/Museen
24. Oktober 2006
Zürich: Gegenkonzepte für Teddybären
Die Stadt will endlich Ordnung schaffen in Sachen Kunst im öffentlichen Raum und hat dazu – wie könnte es anders sein – eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen (Medienmitteilung hier). Vorsteherin der neuen ‘Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR)’ ist Dorothea Strauss, die als Direktorin des Haus Konstruktiv einen sehr guten Job macht. Mutig von ihr, diesen Posten zu übernehmen. Denn: egal, ob sie dem Stadtrat das Aufstellen einer Skulptur empfiehlt oder nicht - damit kann man sich nur Feinde machen. Dass sie sich von der Tragweite dieser Aufgabe vielleicht noch nicht ganz bewusst ist, zeigt ihr Statement auf Radio DRS (RealAudio). Vom Regionaljournal wurde sie gefragt, ob eine Kuh- oder Teddybärenaktion in Zukunft wieder möglich sei. Originalzitat Strauss:
“Die Bären? Na ja, es ist doch ganz klar, dass es total interessant ist, diese Bärenaktion jetzt einmal aufzugreifen und zu gucken: gibt es noch eine Alternative zu Bären? Es ist interessant, Gegenkonzepte zu erstellen, das interessiert mich.”
Was sind das wohl für Gegenkonzepte? Etwa Krokodile? Jedenfalls, für diese schwierige und wichtige Aufgabe wird Frau Strauss noch viel Durchhaltewille und eine dicke Haut nötig haben.
philipp meier schrieb:
und schon stecke ich mitten in verstrickungen, die mich (eigentlich;)) nicht frei schreiben lassen (nicht weniger als 3 mitglieder dieser kommission sind mit dem cabaret voltaire verbunden, was an und für sich für beide seiten spricht…, oder…? ;)). trotzdem: ich bin nicht angetreten, der liebling der nation, geschweige denn der kunstwelt zu werden. also:
dorothea strauss: sie wird sich wahrscheinlich(…) hüten, zu weit aus dem fenster zu lehnen; sie bezeichnet des weiteren «innovation» als einer mit dem 20. jahrhundert abgehakten ansatz; ich lasse mich jedoch sehr gerne eines besseren belehren.
juri steiner: ich zolle ihm sehr grossen respekt (wie könnte ich anders:)). ich weiss jedoch nicht, welcher teufel die stadt zürich und ihn geritten hat, dass er nun in diesem gremium sitzt. ich würde zwar seine kompetenzen in dieser kommission ausserordentlich schätzen, sehe jedoch nicht ein, warum er neben seinem grossen amt in bern (wos vor der türe auch einiges zu wischen gibt, oder so…;)) noch genug augen und ohren für zürich haben sollte; denn ich erwarte von den mitgliedern dieser kommission, dass sie weit über die kunst hinaus auch die gesellschaftsentwicklung und politik dieser stadt mitverfolgen.
als dritter punkt wünsche ich mir ausserordentlich, dass sich diese kommission auch der kunst widmen würde, die die stadt ungefragt, uneingeladen, unjuriert und ungefördert zu tage bringt: die streetart (graffiti, kleber, etc.pp.)
Geschrieben am 25. Oktober 2006 um 11:42Uhr | Permalink
rb schrieb:
Tönt vielversprechend. Hoffentlich dringt von euren Diskussionen auch mal etwas an die Öffentlichkeit. Vielleicht muss sms zu neuen Methoden greifen und an eurer ersten Sitzung eine versteckte rebell.tv-Kamera laufen lassen…
Geschrieben am 25. Oktober 2006 um 23:17Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
leider klingt es nur so. auch bei uns wird, wenn überhaupt, mehr über geld denn über inhalte gesprochen…
Geschrieben am 26. Oktober 2006 um 15:19Uhr | Permalink