Bühne, Politik


SP und Opernhaus wie FDP und Swissair

Der Kantonsrat hat entschieden: das Opernhaus soll noch mehr Geld erhalten. Das Ergebnis war wie erwartet äusserst knapp. Dass dieses Luxus-Haus, ein Wohlfühltheater, das kaum je  wirklich künstlerische Impulse zu geben vermag, von allen Sparbemühungen des Kantons ausgeschlossen wird, ist ein krasser Fehlentscheid. Richtiggehend skandalös ist jedoch (das habe ich hier bereits einmal geschrieben), dass die Subventionserhöhungen zu einem grossen Teil für die stark angestiegenen Star-Gagen vorgesehen sind. Seit wann ist die Begleichung von überrissenen Star-Gagen Aufgabe des Staats?
Gerade die Sozialdemokraten verraten mit diesem Entscheid ihre grundlegendsten Prinzipien. Da wütet der Filz wie zuvor bei der Swissair und der FDP. Zwei SP-Vertreter sitzen im Verwaltungsrat des Opernhauses, darunter als Präsident der Alt-Stadpräsident Josef Estermann. Man kann sich richtiggehend vorstellen, wie die beiden in der Kronenhalle genussvoll auf die neue Geldschwemme anstossen.

Kommentare (2) zu “SP und Opernhaus wie FDP und Swissair”

  1. philipp meier schrieb:

    der grat zwischen L-ebenswert und L-angweilig ist extrem schmal. mit diesem entscheid driftet die greater area zurich, wie letzthin des öftern beobachtet, noch mehr richtung grosser L-angeweile.
    lieber keine L-euchttürme als verstaubte und verfilzte!!!
    damit ist das thema für meine erste kolumne im neuen zürich-split des tages-anzeigers (wahrscheinlich) gesetzt… ;))

  2. DER DISSIDENT » Die zürcherischen Kulturblogger schrieb:

    [...] Den zureichzentrischen Blick auf das Kulturgeschehen verüble ich den Kulturblogger, die sich als Hochkultur-Adepten stilisieren (wollen), nicht. Trotzdem krieche ich nicht den Theater-Snobs nach, welche zudem noch erheblicher subventioniert werden. Belustigt mich doch das Volksschauspieltheater der Strasse umso bedeutender, als dass ich mich für steril Inszeniertes begeistern liesse. Demnach lockt mich einzig und alleine den Beifüller “amateur”, ohne von der falschen Zielgruppe ungewollter Beifall zu bergen. [...]