Literatur


Eine Iranerin in Zürich

(c) Parsua Bashi
Eigentlich wollte sie ausharren, im Land der Mullahs, doch dann trieb sie die Liebe ins Exil. Fast alle ihre Freunde waren schon vorher gegangen. Richtig wohl fühlt sich die Iranerin Parsua Bashi in Zürich dennoch nicht. Zu oft muss sie zurückdenken, ist sie hin- und hergerissen zwischen den Kulturen.
Ihren Weg in die Schweiz und ihren Zwiespalt gegenüber der hiesigen Freiheit und -zügigkeit, hat die Illustratorin Parsua Bashi in einem Comic festgehalten – “Nylon Road”. Die Fremde im Bad ist ihr Ebenbild, es wird zu ihrem ständigen Begleiter. Die gesamte Geschichte lebt von der Auseinandersetzung, wenn nicht mit sich selbst, dann mit anderen Iranern in Zürich. Das Schicksal dieser starken Frau ist ergreifend. Zuweilen wirkt der Comic wie eine Vorlage für eine Islam-Diskussion in der Schule. Zum Beispiel, wenn Bashi einer Landsfrau klar macht, dass der Islam nicht die Ursache, sondern bloss ein Vorwand für das diktatorische und menschenverachtende Regime sei.
Ein äusserst gelungener Comicerstling (die Illustrationen überzeugen noch mehr als die Geschichte). Ursprünglich hätte er im Scalo-Verlag erscheinen sollen, nach dessen Konkurs übernahm ihn glücklicherweise Kein & Aber, ohnehin der spannendste Verlag in Zürich.

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