Musik
2. November 2006
Jürg Keller: Pension vertagt
Für die Tonhalle war es mehr als ein Glücksfall, ein Original wie Jürg Keller in den eigenen Reihen zu wissen. Ende letzten Monats ging er in Pension und – das hat es beim Rücktritt eines kaufmännischen Direktors wohl noch nie gegeben - der Tagi und die NZZ lobten ihn in ausführlichen Portraits. Dabei spielte seine Arbeit als Zahlenmeister kaum eine Rolle, ins Zentrum gestellt wurde der erzählfreudige, Begeisterung versprühende Mensch. Der Nachteil einer solchen herausragenden Persönlichkeit: sie ist kaum zu ersetzen. Das hat die Tonhalle nun bitter erfahren. Die designierte Nachfolgerin hat den Bettel hingeschmissen, bevor sie die Stelle überhaupt angetreten hat. Und Jürg Keller ist gleich wieder zur Stelle. Die Pensionierung hat er bis auf Weiteres vertagt. Wahrscheinlich ist er gar nicht so unglücklich darüber.