Kunst/Museen
23. November 2006
Direkt-demokratische Kunstabschaffung
Der Basler Christoph Büchel ist bekannt für seine raumfüllenden Installationen. In Salzburg wollte er der ganzen Stadt ein neues Gesicht geben, bzw. ein altes. Diesen Sommer sammelte er dort nach gut schweizerischer Art Unterschriften gegen zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum. Die Unterschriftensammlung war selbst eine Kunstaktion im Rahmen des Kontracom-Kunstfestivals. Kunst mit realpolitischen Auswirkungen. Über 2000 Leute haben das Begehren unterschrieben, das reicht für eine sogenannte Bürgerbefragung. In der ganzen Stadt müssen nun Abstimmungsurnen aufgestellt werden, dies kostet 40′000 Euro. Die Behörden sind verärgert und wollen den Betrag dem Kunstfestival in Rechnung stellen. Merkwürdiges Demokratieverständnis. Zumal die Aktion doch ein wunderbarer Ausgangspunkt wäre, um über Kunst im öffentlichen Raum zu debattieren.
Zum Thema: Zürich: Gegenkonzepte für Teddybären
philipp meier schrieb:
GENIAL!!! büchel is einfach hot!
da könnte sich manch ein/e zeitgenössische/r künstler/in ein stück von abschneiden…!!!
ich weiss eh nicht genau, warum/wozu es noch museen gibt/braucht…
Geschrieben am 23. November 2006 um 17:40Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
ah…, oke…, es geht hier ja um zeitgenössische kunst im öffentlichen raum (und leider nicht in museen). büchels kunstwerk ist trotzdem supperkuul.
das ganze hat übrigens (wahrscheinlich) noch folgenden hintergrund: während einer der letzten salzburger festspiele stellten gelitin eine grosse brunnenskulptur auf einen zentralen platz; sie stellte einen mann dar, der «die brücke» schlug (hände und füsse auf dem boden, jedoch über den rücken). der mann war mehr oder weniger nackt und………., pisste sich in grossem bogen selber in den mund. die skulptur wurde natürlich innert wenigen stunden/tagen zuerst verhüllt und dann entfernt.
Geschrieben am 23. November 2006 um 19:31Uhr | Permalink