Bühne, Film


Samir macht Theater

Er wolle nicht dauernd als Irak-Schweizer wahrgenommen werden, sagte Filmemacher Samir im Vorfeld zu seiner Bühnen-Regiearbeit im Schiffbau. Schwierig, wenn man als gebürtiger Iraker ein Stück über die Folgen des Irakkriegs inszeniert. Obwohl: in Simon Stephens’ “Motortown” geht es nicht um den Irak sondern um die Befindlichkeit der Briten als Bürger eines kriegsführenden Staats. 
Samir beginnt mit einem Filmelement und lässt den Schriftzug “The End” projizieren,  gefolgt von einem Abspann mit den Namen aller Beteiligten. Es geht um einen Rückkehrer aus dem Krieg (Inhalt des Stücks hier). Abgesehen vom Abspann am Anfang ist die Inszenierung eher konventionell, jede Szene ist klar und mit lauter Musik von der nächsten abgetrennt, die Figuren sind alle mehr oder weniger stark überzeichnet. Trotzdem, ein ergreifender Theaterabend. Samir kann sich auf ein grösstenteils hervorragendes Ensemble verlassen, allen voran überzeugt Hauptdarsteller Oliver Masucci. Das Stück nimmt die Stimmung jenseits der Peace-Fahnenschwinger und Kriegsgurgeln messerscharf auf, ohne zu moralisieren.
Gute Schauspieler, gutes Stück - für Samir ein Glücksfall. Sein Ausflug in die Theaterwelt ist gelungen. 

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