Bühne, Film, Kunst/Museen, Literatur, Musik


Schweizer Kultur boomt

2006 war für die Schweizer Kultur ein Boomjahr - zumindest was die Zahlen angeht. Der Marktanteil der Schweizer Filme in den Kinos war so hoch wie selten zuvor. Bei den Büchern dürfte es ähnlich sein. Das ganze Jahr über standen Schweizer Schriftsteller ganz oben auf der Bestsellerliste: Charles Lewinsky, Peter Stamm, Martin Suter, Thomas Hürlimann etc. In der Theaterwelt zeigt die Tendenz nach schwachen Jahren wieder steil aufwärts. Das Schauspielhaus läuft in dieser Saison so gut wie schon lange nicht mehr, auch andere Theater äussern sich zufrieden. Bei der Kunst ist eine quantitative Beurteilung schwieriger, jedenfalls mischen einige Schweizer in der internationalen Szene ganz oben mit. Einzig bei der Musik wäre es wohl übertrieben, von einem ausserordentlichen Jahr zu sprechen.
Aus dem Boom scheint aber einzig die Filmbranche Kapital zu schlagen. Vor allem die Buchlobby (hier und hier) verschläft es sträflich, den Erfolg seiner Schriftsteller zu vermarkten und in Bern als Druckmittel für mehr Fördergelder einzusetzen. Denn, das scheint die Buchlobby noch nicht begriffen zu haben: Unterstützung erhalten die, die Erfolg haben und nicht die Almosenbettler.

Kommentar (1) zu “Schweizer Kultur boomt”

  1. Richard Wurz schrieb:

    Dazwischen was vergessen

    Diese Kurzfassung über das Boomjahr der Schweizer Kultur hält sich an Werten wie Bestsellerliste fest, als ob diese etwas über Inhalte aussagen würde. Sie wiederspiegelt höchstens die gekonnte Marktwirtschaft der Verlage und Medien, die Bekanntheit der Autorin oder des Autors und die Verkaufszahlen … mehr aber nicht. Und die brauchen ja wohl keine Fördergelder. Die kritisierte Buchlobby braucht es auch nicht, um die marktführenden AutorInnen als Druckmittel irgendwo einzusetzen, sondern die Buchpreisbindung zugunsten der Verlage, der anderen AutorInnen und der BuchhändlerInnen weiterhin durchzusetzen.
    Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Lewinsky, Stamm, Suter und Hürlimann weiterhin – und das ist gut so – ihre Bücher publizieren können (mit oder ohne Preisbindung), aber ohne Preisbindung werden wir bald ausser ihnen und anderen BestsellerautorInnen nur noch literarische Leere resp. nicht mehr finanzierbare Manusskripte haben.