UBS-Wufflis Opern-Bla-Bla
Dass Alexander Pereira, kaum hat er vom Kanton mehr Geld erhalten, schon wieder mehr Subventionen fordert, lasse ich für einmal unkommentiert. Stattdessen ein Zitat aus dem neuen Opernhaus-Magazin, in dem UBS-CEO Dr. Peter Wuffli als Hauptsponsor der neuen Produktion “Ariadne auf Naxos” ein Grusswort an die “geschätzten Opernfreunde” richten darf. Er, bzw. sein Ghostwriter, übertrifft mit seiner hochgestochenen, nichtssagenden Sätzen jeden noch so abgehobenen Dramaturgen:
“Auflösung der Gegensätze von Ernst und Humor auf höherer Ebene also – berauschende Ästhetik und ironisches Zitat sind die Stilmittel, mit denen Richard Strauss dieses Programm musikalisch umsetzt: Spielerisch-leicht, zugleich fesselnd in der Fülle der Innovationen. Claus Guth ist bekannt dafür, als Regisseur neue Sicht- und Hörweisen in scheinbar vertraute Stoffe zu bringen und Vielschichtiges mit genaum Blick für Subtilität ans Tageslicht zu fördern…”
Um bei Wufflis Wortwahl zu bleiben: dies ist berauschender Unsinn auf höherer Ebene also.
philipp meier schrieb:
habe mal in einem text von wolfgang ullrich (evtl. in «tiefer hängen») gelesen, dass sich die kunst im moment nur noch durch solche widersprüchlichen formulierungen als was spezielles/abekoppeltes/überirdisches/etc. darstellen kann. obiger text ist ein lehrstück darin (danke rb).
vielleicht könnte man mal einen kleinen crashkurs anbieten. fangen wir mit was einfachem an: ein künstler malt bilder in dunklen farbtönen. da könnte man beispielsweise schreiben «selten leuchtet düsterste dunkelheit so hell wie in den bildern von XY»
so macht kunskritik spass… :)))
Geschrieben am 13. Dezember 2006 um 17:19Uhr | Permalink
rb schrieb:
Der Blog http://www.blattkritik.ch hat dazu auch ein schönes Beispiel im Feuilleton der NZZ gefunden. Über das Robert-Walser-Symposium in Zürich schreibt Roman Bucheli ( http://www.nzz.ch/2006/12/08/fe/articleEQ8UI.print.html )
\\\”(…) Daraus ergab sich in Zschokkes Überlegungen das drastische Bild des labyrinthischen, vielfach zersplitterten Ichs, dessen innere Zerreissprobe sich in die harmlos scheinenden, aber unter ihrer Gedankenfülle auseinanderbrechenden Sätze ausstülpte, was sich wiederum ganz zwanglos mit Brigitte Kronauers Darlegungen überkreuzte. (…)\\\”
Geschrieben am 13. Dezember 2006 um 17:27Uhr | Permalink