Kunst/Museen


Die Major Players und der Rest

(c) rb
Wenn’s eindunkelt am Pfauen kann man durch die Fenster des Bührle-Saals bereits einen Blick auf die Rodin-Skulpturen erhaschen. Eben war die Ausstellung noch in der Royal Academy of Arts in London zu sehen, nächste Woche wird sie im Kunsthaus eröffnet. Nach Rodin folgt dann gleich die nächste grosse Schau: die Fischli/Weiss-Ausstellung. Auch sie wird aus London übernommen, von der Tate Modern.
In der österreichischen Zeitung Der Standard steht heute über die Globalisierung des Museumswesens:

“Ein ‘Mayor Player’ der Kunst muss man sein. Einer, der mit genug Definitionsmacht ausgestattet ist, um mitzubestimmen, was denn nun globale Kunst ist und zu sein hat. (…) Die Frage ‘Wer kuratiert und wer wird kuratiert?’ ist eine Überlebensfrage im Kunstkontext geworden.”

Es scheint, als gehöre das Zürcher Kunsthaus zu jenen Museen, die kuratiert werden, anstatt selbst zu kuratieren. Bei Blockbuster-Ausstellungen bleibt dem Kunsthaus wohl keine andere Wahl - im Vergleich zu den grossen Museen in London, Paris oder New York ist das Kunsthaus ein Winzling. Dass es dennoch möglich ist, im grossen Bührle-Saal etwas wagemutiger zu sein und eigene Akzente zu setzen, bewies das Kunsthaus 2004 mit der Rauminstallation von Urs Fischer. Solche Ausstellungen würde man sich häufiger wünschen.

Kunst/Museen


Kunst ähnlich wie Hedge-Funds

Ausriss NZZ
Am Paradeplatz haben nicht mehr nur zwei Grossbanken ihren Hauptsitz, sondern auch eine Kunstgalerie. Und auf der “Geld und Anlage”-Seite der NZZ ist nicht mehr nur von Aktien, Optionen und Rohstoffen die Rede, sondern auch von Monet und Warhol. Zumindest heute. In der Grafik oben wird die Preisentwicklung von Kunstgegenständen mit jener von Aktien verglichen. Was die Kunst den Investoren bedeutet, kommt in diesem Text-Abschnitt besonders klar zum Ausdruck:

“Kunstfonds verlangen oft Gebühren, wie sie sonst nur bei Hedge-Funds üblich sind (z. B. 2% Management- Fee plus eine erfolgsabhängige Gebühr von 20%), und bei manchem Fonds, ist das Vermögen der Anleger eine Zeitlang ‘gesperrt’, kann also beispielsweise während dreier Jahre nicht abgezogen werden. Die Kunstgegenstände eines Fonds werden in Lagerhallen gehalten, so dass der Anleger nicht einmal in den Genuss der Kunst kommt, in die er investiert.”

Bühne


Verschenkte Karten im Schiffbau?

Viel war diese Woche die Rede über Zahlen am Schauspielhaus. Der kaufmännischen Direktor, Marc Baumann, versuchte in einem Interviewmarathon Zweifel an seiner Buchführung auszuräumen. Dass noch immer Fragen offen bleiben, sei Anhand der Zuschauereinnahmen im Schiffbau aufgezeigt. Am Donnerstag sagte Baumann im Tages-Anzeiger:

“Eine Vorstellung im Pfauen mit 700 Plätzen kann uns Billetteinnahmen von bis zu 30′000 Franken pro Abend bringen. Im wesentlich kleineren Schiffbau sind es vielleicht 1500 Franken.”

Und heute heisst es in der SonntagsZeitung:

“Marc Baumann spricht von maximal 4000 Franken Einnahmen pro Vorstellung [im Schiffbau].”

Bloss 1500 bis 4000 Franken pro Vorstellung? Da bringt selbst die Hutkollekte eines Schultheaters mehr ein. Wie ist das möglich? 
Die kleinere, oft bespielte Halle 2 im Schiffbau verfügt über ca. 220 Plätze. Ein Platz kostet 50 Franken bzw. 25 mit Legi. In jeder Vorstellung sitzen also maximal 30 bis 80 voll zahlende Gäste. Oder 60 bis 160 Studenten. Und der Rest? Werden etwa Karten verschenkt, um das Haus zu füllen? Wer kriegt die (ausser natürlich Pressevertreter wie ich)?

Kunst/Museen


Roboter als Künstler

Im Cabaret Voltaire kann man zurzeit zwei spinnenartigen Robotern zusehen, die mit einem Filzstift bestückt über eine Platte krabbeln. Sie zeichnen stunden-, wochen,- ja monatelang unermüdlich an einem Kunstwerk (noch bis zum 2. März). Doch nicht das Endprodukt ist interessant, sondern viel mehr wie sich die beiden bewegen, wie sie das Bild kreieren. Als ich dort war, hatten sich die beiden Elektro-Tierchen des Hamburger Künstlers Lars Vaupel ineinander verhakt und versuchten vergebens, sich voneinander loszureissen. Ein verkrampfter Tanz der Kunstroboter. Hier nun mein allererstes YouTube-Video, aufgenommen mit der Fotokamera (an der Bildqualität arbeite ich noch…).

Bühne


Häusermanns und Bichsels Wunderwelt

(c) Leonard Zubler
Ruedi Häusermann und Peter Bichsel sind in ihrer Denkweise Zwillinge: Beide ziehen die leisen Töne den lauten vor, beide sind scharfe Beobachter des Alltags, beide haben etwas kindlich verspieltes. Spannen sie zusammen, so entsteht eine wundersame Traumwelt; dann wird das Wirklichkeit, was Bichsel in einer seiner Schweizer-Illustrierten-Kolumnen folgendermassen formuliert hat: “Ausprobieren, wie es wäre, wenn es nicht so wäre, wie es ist.” Da wird zum Beispiel ein rollendes Klavier wegen überhöhtem Tempo geblitzt. Oder ein Tisch, ein Blumentopf und ein Stuhl bewegen sich alleine, wie von Geisterhand gezogen, über die Bühne. Obwohl alles in düsteren Braun- und Grautönen gehalten ist, in der Phantasie fügen sich Musik, Text und Szenerie zu farbigen Bildern zusammen.
Der “musikalische Abend” im Schiffbau mit dem langen Titel “Wenn eine Dolores heisst, muss sie noch lange nicht schön sein” ist der Höhepunkt der bisherigen Schauspielhaus-Saison. An der Uraufführung gestern blieben trotz offiziell ausverkauftem Haus bis wenige Minuten vor Beginn drei ganze Reihen leer. Weshalb? Im Pfauen fand die GV der Schauspielhaus-AG statt. Beginn 18 Uhr. Da wurde offenbar so lange über frisierte Bilanzen und streitende Direktoren diskutiert, dass es nur noch knapp zum Premierenbesuch reichte.

Film


CH-Filmpreise: Gutschweizerisch verstreut

Die Verleihung des Schweizer Filmpreises sollte von diesem Jahr an zu einer glamourösen Veranstaltung werden – wie eine Oscar-Verleihung. Heute Abend war es endlich so weit; ob sich auch alle geladenen Gäste an die Vorgabe “Abendkleidung” gehalten haben, weiss ich nicht, ich war nicht dabei.
Die Jury jedenfalls hat gutschweizerisch entschieden: Nicht wie bei den Oscars, wo der grosse Sieger gleich mehrere goldene Männchen mit nach Hause nehmen kann, gab’s in Solothurn pro Film maximal eine Auszeichnung (Gewinner hier) - obwohl von den Nominierungen her mehrere Preise für denselben Film durchaus möglich gewesen wären. Die 600′000 Franken Preisgeld müssen offenbar breit gestreut werden, sonst gibts zu viel Unmut in der Szene. Nur seltsam: weder ein Tessiner noch ein rätoromanischer Film hat irgendeinen Sonderpreis erhalten.

Literatur


Wie Buchhändler “kreativ älter” werden

Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) bietet seinen Mitgliedern Weiterbildungskurse an. Zum Beispiel der eintägige Kurs “Profit, Profil und Poesie” oder “Quereinstieg in den Sortimentsbuchhandel”. Besonders nützlich erscheint der folgende Workshop:

kurs buchbranche.jpg

Über die Kursleiterin, Monica Schori, heisst es auf der Homepage: ”Frau Schori bringt Kurserfahrung aus dem Buchhandel mit und ist unserer Branche vertraut.” Das tönt vertrauenswürdig. Wie man in der Buchbranche kreativ älter wird dürfen übrigens alle lernen – auch Aussenstehende. Für SBVV-Nichtmitglieder kostet der Kurs allerdings 280 statt 180 Franken.

Film


Michael Steiner: Beleidigt in Shanghai

Der erfolgreichste Schweizer Filmregisseur ist betupft. Als Gastblogger beim TV-Kulturplatz informiert er die Daheimgebliebenen über seine Asien-Erkundungsreise, - und einige Kommentatoren haben tatsächlich die Frechheit, ihn zu kritisieren. “Die zwei leiden unter dem hochmodischen Attention Deficit Syndrom”, meint er zu seinen Kritikern und fährt mit einem ironisch-zynischen Beitrag über die Filmförderung fort:

“Ihr könnt Euch in etwa vorstellen, wie belastend so Kommentare sind, wenn man gerade staatliche Kulturförderung dazu benutzt, um durch Island-Hopping auf neue Ideen zu kommen. (…) Wenn ich zurückkomme, muss ich gleich wieder Kulturförderung beantragen, um meine Kassen zu füllen. Wir Filmer werden ja gottseidank mit Geld nur so zugeschüttet, das macht es schon einfacher im Leben. Dafür müssen wir nur den Clown spielen und die Menschen des Landes ein wenig unterhalten. Dankbar strömen sie dann ins Kino wie weiland zur Sonntagsmesse und sehen sich gerne alle neuen Schweizer Filme an. Das schafft dann nationale Identität und regt im besten Falle noch zu kulturellem Austausch an. So einfach ist das mit der hohlen Hand und der Kulturförderung.”  

Armer Herr Steiner. Er wird so missverstanden! Doch abgesehen davon: Heute beginnen die Solothurner Filmtage. Und in Steiners Blogeintrag wirkt es so, als befinde er sich noch irgendwo zwischen Indonesien und Shanghai.  Geht Steiner etwa nicht nach Solothurn? Wird er am Mittwoch, an der Verleihung der Schweizer Filmpreise, gar nicht dabei sein – obwohl er nominiert ist? Für die Filmtage und den Filmpreis wäre dies ein harter Schlag.

Sonstiges


Theatersport neu offizielle Sportart

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Der Tagi berichtet heute in der Regionalausgabe Stadt Zürich über einen Theatersportwettkampf im Miller’s Studio als sei’s ein Fussballspiel – und das auf der Sportseite. Damit ernennt der Tages-Anzeiger Theatersport offiziell zu einer Sportart. Gratulation! (Oder bedeutet dies für die Theatersportler eher einen Abstieg?).

Film


Müller-Drossaart braucht 10′000 Fr. pro Monat

Unter Hesse/Müller war Hanspeter Müller-Drossaart Ensemble-Mitglied im Theater am Neumarkt - heute Abend steht er für einen improvisierten Gastauftritt wieder einmal dort auf der Bühne. Ansonsten bleibt dem herausragenden Schauspieler kaum Zeit für Theaterengangements – bekanntlich spielt er zurzeit in fast jedem Schweizer Film eine tragende Rolle. Doch Müller-Drossaart will noch mehr, er will nach Hollywood. Nein, nicht aus beruflichem Ehrgeiz, auch nicht wegen des Glamours - sondern des Geldes wegen, wie er in der Mittelland-Zeitung sagt:

“Zurzeit träumt Müller von Hollywood. ‘Es reizt mich aus ökonomischen Gründen. Ich habe Angst, in zwei Monaten nicht mehr genug zu verdienen.’ Müller ist mit einer holländischstämmigen Frau verheiratet. (…) Die beiden leben in Dietikon und haben zwei kleine Kinder. ‘Für meine Familie muss ich 10 000 Franken pro Monat auftreiben: Miete, Versicherung, Steuern.’ Die Existenzangst ist so gross, dass Müller die Frage nach dem besten Schweizer Regisseur als ‘indiskret’ abtut: ‘Ich möchte weiterhin mit allen arbeiten.’”

Falls es mit Hollywood nicht klappt, kann er es ja nochmals mit der Bühne versuchen. An normalen Stadttheatern bewegen sich die Löhne zwar nahe am Existenzminimum; am Schauspielhaus jedoch verdienen die Top-Leute etwas über 10′000 Franken im Monat - und mit Garantie länger als bloss für die nächsten 2 Monate.

Zum Thema:
Michael Steiner: Nur 40′000 Franken an ‘Eugen’ verdient

Bühne


Roche, UBS und CS im Opernhaus-VR

Roche-CEO Franz Humer ist neu in den Verwaltungsrat des Opernhauses gewählt worden. In dem Gremium sitzen u. a. auch UBS-CEO Peter Wuffli und Urs Rohner, früher Chef von Pro7sat1, heute ein hohes Tier bei der Credit Suisse.
Das Opernhaus konnte im letzten Jahr gut 11 Millionen Franken Sponsorengelder akquirieren – ein bescheidener Betrag, wenn man bedenkt, dass allein die drei genannten Verwaltungsräte Firmen vorstehen, die 2006 zusammen 29 Milliarden Franken Gewinn machten. Würden die drei es schaffen, ihren Firmen nur 0,44 Prozent des Gewinns für das Opernhaus abzuzwacken, so müsste der Staat keine Subventionen mehr bezahlen, und der Eintritt wäre für alle gratis. Wie bei Fussballarenen könnte dann das Opernhaus den Namen des Hauptsponsors tragen, zum Beispiel “UBS Opernhaus Zürich”.
Warum wird dies nie Realität? Sind da künstlerische Einwände? Nein, das Opernhaus Zürich ist in erster Linie ein Unterhaltungsbetrieb und nicht unbedingt für einen gesellschaftskritschen Ansatz, gewagte Inzenierungen oder Experimentierfreudigkeit bekannt. Weil die Aktionäre der drei Firmen einen solchen Sponsoringbetrag niemals genehmigen würden? Vielleicht. Doch der Hauptgrund: Auch (Ex-)Politiker geniessen die gute Gesellschaft in dem ehrwürdigen Gremium – und darauf wollen die keinesfalls verzichten.

Film


Für 13 Franken ins Kino

Dass im Theater sparsame Besucher billige Karten kaufen, um dann spätestens nach der Pause auf freie Plätze im Hochpreissektor zu wechseln, ist ein altes Phänomen. Im Kino funktioniert dies ebenfalls. Zumindest in den Kinos der kitag-Gruppe. Was kaum jemand weiss: die vordersten zwei Reihen kosten in fast allen kitag-Sälen bloss 13 Franken, das sind 4 bis 6 Franken weniger als der Normalpreis (siehe hier). Nur blöd, wenn die Vorstellung ausverkauft ist - dann bleibt nichts anderes übrig als: Kopf nach hinten.

Bühne, Sonstiges


Theater gegen NZZ

Die NZZ spart bei der Kulturberichterstattung. Die defizitäre und konturlose Züri-Tipp-Kopie NZZ-Ticket ist Anfang Jahr eingestellt worden, die produktivste Theaterjournalistin Zürichs, Alexandra Kedves, hat laut WoZ die Kündigung erhalten. Das Gerücht, dass die tägliche “Zürcher Kultur”-Seite bald ganz abgeschafft werde, hat NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann jedoch dementiert.
Mitte Dezember trafen sich die Vertreter der Zürcher Theater (Winkelwiese, sogar, Schauspielhaus, Neumarkt, Stadelhofen, Rote Fabrik, Rigiblick, Stok, Gessnerallee), um über die Abbaupläne bei der NZZ zu diskutieren. Ein Brief an Chefredaktor Spillmann wurde aber offenbar nur mit einem Verweis auf die wirtschaftliche Situation des Traditionsblattes beantwortet.
Anfang Januar forderte das Theater am Neumarkt per Newsletter seine Besucher auf, direkt bei der NZZ gegen die Abbaupläne zu protestieren. Heute kam derselbe Aufruf vom Theaterhaus Gessnerallee:

“Wir bitten Sie: Fordern Sie die NZZ auf, am Umfang und an der Qualität festzuhalten. Bestehen Sie darauf, dass in Ihrer Zeitung weiterhin Rezensionen über das Schaffen auch kleinerer Theaterhäuser Auskunft geben. Pochen Sie darauf, dass die Künstler durch spannende Porträts und Interviews dem öffentlichen Leben greifbar gemacht werden. Fordern Sie weiterhin Ausführliches und Umfassendes.”

Was bringen solche Aktionen? Kurz nachdem das Theater am Neumarkt seinen Aufruf veröffentlicht hatte, warf eine verärgerte Chefredaktion dem Theater vor, falsche Behauptungen zu streuen. Das zeigt: der Protest wird immerhin wahrgenommen. Den Abbau wird er aber nicht verhindern können. Vor allem die kleineren Kulturbetriebe müssen sich darauf einstellen, dass der Kampf um Aufmerksamkeit in Zukunft noch einiges härter wird. (Ausser die Lücke wird von Kulturblogs gefüllt…)

Bühne


Schauspielhaus: Hartmann trötzelt

Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann will weg von Zürich. Möglichst rasch. Nur blöd muss er noch bis 2009 bleiben. Also trötzelt er herum und sabotiert die Zusammenarbeit mit der kaufmännischen Leitung, wie der Tages-Anzeiger heute schreibt:

“Hartmann schmollt. Dringliche Entscheidungen, etwa der Abschluss von Verträgen, verzögern sich, weil beide Direktoren [der künstlerische und kaufmännische Direktor] unterschreiben müssen. Eine Weihnachtsfeier, die der kaufmännische Direktor für das gesamte Personal organisieren will, sabotiert der künstlerische Direktor, mit einer gleichzeitigen Feier fürs Ensemble. Ausserdem schwänzt er Repräsentationstermine und beschimpft Gewerkschafter auf Radio 24 als ‘fette Arschlöcher’.”

Eine unangenehme Vorstellung, dass dies nun noch drei Jahre so weiter gehen könnte.

Nachtrag 20.01: Die Weltwoche bezichtigt den Tages-Anzeiger, bewusst Falschmeldungen zu verbreiten:

“Aber wie man ihn [Hartmann] nun erledigt, ist Intrigenarbeit vom Feinsten. Besonders der Tages-Anzeiger lässt nichts unversucht, um den ‘neoliberalen’ Hartmann mit Indiskretionen (aus Baumanns Büro?) zu demontieren. So soll er eine Weihnachtsfeier für getreue Ensemblemitglieder organisiert und die von Baumann organisierte offizielle Feier sabotiert haben. Die mehrfach bezeugte Wahrheit ist, dass Hartmann an beiden Festen zugegen war. Auch dass er Verträge liegenlasse und Repräsentationsanlässe schwänze, sind nachweislich Falschmeldungen.”

Zum Thema:
Hartmann: Gewerkschafter sind “richtig fette Arschlöcher”

Lohnkürzung für Hartmann?
Der Pfauen liegt am Broadway

Bühne


Lorenz Keisers Motherfucker-Rap

(c) Ursula Meisser
Am Mittwoch hatte Lorenz Keiser mit seinem neuen Programm “Affentheater” Premiere. Zweieinhalb Monate spielt er nun im Kirchgemeindehaus an der Seefeldstrasse, das er kurzerhand zum “Theater im Seefeld” umbenannt hat. ”Ohne Zusätze von Sponsorengeldern oder Kulturbeihilfen. Garantiert subventionsfrei”, wie er auf dem Programmzettel vermerkt. 
Virtuos erklärt Keiser die globalen und lokalen Probleme, hüpft in raschem Tempo von Thema zu Thema. Die Welt ist kompliziert geworden, “der einzige, der noch drauskommt ist der Kabarettist”, sagt er. Einige Pointen wirkten schon an der Premiere abgedroschen, über anderes kann man gut lachen. Ein Beispiel: Er habe Erich Fromms “Haben oder Sein” gelesen. “Haben ist immer besser als sein. Wollen Sie etwa lieber ein Grillpoulet haben oder …?” 
Kurz vor der Pause versucht sich Keiser als Gangsta-Rapper und lässt das Publikum mehrmals das liebenswürdige Wort “Motherfucker” singen. Was mich interessieren würde (und was ich leider im dunklen Publikumsraum nicht erkennen konnte): An der Premiere war Bundesrat Moritz Leuenberger anwesend - hat er mitgesungen, als Keiser zum Reim “Christoph Blocker – Motherfucker” das Mikrofon Richtung Publikum streckte?