Bühne
11. Januar 2007
Lorenz Keisers Motherfucker-Rap

Am Mittwoch hatte Lorenz Keiser mit seinem neuen Programm “Affentheater” Premiere. Zweieinhalb Monate spielt er nun im Kirchgemeindehaus an der Seefeldstrasse, das er kurzerhand zum “Theater im Seefeld” umbenannt hat. ”Ohne Zusätze von Sponsorengeldern oder Kulturbeihilfen. Garantiert subventionsfrei”, wie er auf dem Programmzettel vermerkt.
Virtuos erklärt Keiser die globalen und lokalen Probleme, hüpft in raschem Tempo von Thema zu Thema. Die Welt ist kompliziert geworden, “der einzige, der noch drauskommt ist der Kabarettist”, sagt er. Einige Pointen wirkten schon an der Premiere abgedroschen, über anderes kann man gut lachen. Ein Beispiel: Er habe Erich Fromms “Haben oder Sein” gelesen. “Haben ist immer besser als sein. Wollen Sie etwa lieber ein Grillpoulet haben oder …?”
Kurz vor der Pause versucht sich Keiser als Gangsta-Rapper und lässt das Publikum mehrmals das liebenswürdige Wort “Motherfucker” singen. Was mich interessieren würde (und was ich leider im dunklen Publikumsraum nicht erkennen konnte): An der Premiere war Bundesrat Moritz Leuenberger anwesend - hat er mitgesungen, als Keiser zum Reim “Christoph Blocker – Motherfucker” das Mikrofon Richtung Publikum streckte?
Tobias Humm schrieb:
Da scheint Keiser das Niveau schon etwas tief angelegt zu haben, doch der Drife, mit dem er offenfbar durchs Programm saust tut der schweizerischen Beschaulichkeit sicher gut!
Geschrieben am 12. Januar 2007 um 11:52Uhr | Permalink