Bühne
16. Januar 2007
Roche, UBS und CS im Opernhaus-VR
Roche-CEO Franz Humer ist neu in den Verwaltungsrat des Opernhauses gewählt worden. In dem Gremium sitzen u. a. auch UBS-CEO Peter Wuffli und Urs Rohner, früher Chef von Pro7sat1, heute ein hohes Tier bei der Credit Suisse.
Das Opernhaus konnte im letzten Jahr gut 11 Millionen Franken Sponsorengelder akquirieren – ein bescheidener Betrag, wenn man bedenkt, dass allein die drei genannten Verwaltungsräte Firmen vorstehen, die 2006 zusammen 29 Milliarden Franken Gewinn machten. Würden die drei es schaffen, ihren Firmen nur 0,44 Prozent des Gewinns für das Opernhaus abzuzwacken, so müsste der Staat keine Subventionen mehr bezahlen, und der Eintritt wäre für alle gratis. Wie bei Fussballarenen könnte dann das Opernhaus den Namen des Hauptsponsors tragen, zum Beispiel “UBS Opernhaus Zürich”.
Warum wird dies nie Realität? Sind da künstlerische Einwände? Nein, das Opernhaus Zürich ist in erster Linie ein Unterhaltungsbetrieb und nicht unbedingt für einen gesellschaftskritschen Ansatz, gewagte Inzenierungen oder Experimentierfreudigkeit bekannt. Weil die Aktionäre der drei Firmen einen solchen Sponsoringbetrag niemals genehmigen würden? Vielleicht. Doch der Hauptgrund: Auch (Ex-)Politiker geniessen die gute Gesellschaft in dem ehrwürdigen Gremium – und darauf wollen die keinesfalls verzichten.
philipp meier schrieb:
YEAH! nur: du hättest die (ex)politiker beim namen nenne dürfen…; oder zumindest deren parteizugehörigkeit… ;)
Geschrieben am 17. Januar 2007 um 12:00Uhr | Permalink