Bühne


Verschenkte Karten im Schiffbau?

Viel war diese Woche die Rede über Zahlen am Schauspielhaus. Der kaufmännischen Direktor, Marc Baumann, versuchte in einem Interviewmarathon Zweifel an seiner Buchführung auszuräumen. Dass noch immer Fragen offen bleiben, sei Anhand der Zuschauereinnahmen im Schiffbau aufgezeigt. Am Donnerstag sagte Baumann im Tages-Anzeiger:

“Eine Vorstellung im Pfauen mit 700 Plätzen kann uns Billetteinnahmen von bis zu 30′000 Franken pro Abend bringen. Im wesentlich kleineren Schiffbau sind es vielleicht 1500 Franken.”

Und heute heisst es in der SonntagsZeitung:

“Marc Baumann spricht von maximal 4000 Franken Einnahmen pro Vorstellung [im Schiffbau].”

Bloss 1500 bis 4000 Franken pro Vorstellung? Da bringt selbst die Hutkollekte eines Schultheaters mehr ein. Wie ist das möglich? 
Die kleinere, oft bespielte Halle 2 im Schiffbau verfügt über ca. 220 Plätze. Ein Platz kostet 50 Franken bzw. 25 mit Legi. In jeder Vorstellung sitzen also maximal 30 bis 80 voll zahlende Gäste. Oder 60 bis 160 Studenten. Und der Rest? Werden etwa Karten verschenkt, um das Haus zu füllen? Wer kriegt die (ausser natürlich Pressevertreter wie ich)?

Kommentar (1) zu “Verschenkte Karten im Schiffbau?”

  1. philipp meier schrieb:

    bei mir war das seinerzeit (marthaler-aera) so: als ich das schauspielhaus wegen der diskrepanz zwischen zwischen schwatzen (linkes politgeschwafel) und handeln (im edlen gentrifikationsturbo gas geben) kritisierte, wurden mir die freikarten förmlich nachgeschmissen. wenn das heute noch so läuft, dann hätten viele leute auf freikarten anrecht… ;)