Kunst/Museen


Die Major Players und der Rest

(c) rb
Wenn’s eindunkelt am Pfauen kann man durch die Fenster des Bührle-Saals bereits einen Blick auf die Rodin-Skulpturen erhaschen. Eben war die Ausstellung noch in der Royal Academy of Arts in London zu sehen, nächste Woche wird sie im Kunsthaus eröffnet. Nach Rodin folgt dann gleich die nächste grosse Schau: die Fischli/Weiss-Ausstellung. Auch sie wird aus London übernommen, von der Tate Modern.
In der österreichischen Zeitung Der Standard steht heute über die Globalisierung des Museumswesens:

“Ein ‘Mayor Player’ der Kunst muss man sein. Einer, der mit genug Definitionsmacht ausgestattet ist, um mitzubestimmen, was denn nun globale Kunst ist und zu sein hat. (…) Die Frage ‘Wer kuratiert und wer wird kuratiert?’ ist eine Überlebensfrage im Kunstkontext geworden.”

Es scheint, als gehöre das Zürcher Kunsthaus zu jenen Museen, die kuratiert werden, anstatt selbst zu kuratieren. Bei Blockbuster-Ausstellungen bleibt dem Kunsthaus wohl keine andere Wahl - im Vergleich zu den grossen Museen in London, Paris oder New York ist das Kunsthaus ein Winzling. Dass es dennoch möglich ist, im grossen Bührle-Saal etwas wagemutiger zu sein und eigene Akzente zu setzen, bewies das Kunsthaus 2004 mit der Rauminstallation von Urs Fischer. Solche Ausstellungen würde man sich häufiger wünschen.

Kommentare (3) zu “Die Major Players und der Rest”

  1. philipp meier schrieb:

    eben: es gibt keinen grund, das kunsthaus zu erweitern; das meinen übrigens auch fischli/weiss(od.zumindest nur einer von den beiden); sie würden dies jedoch (im moment) natürlich nur hinter vorgehaltener hand («off the record») sagen… ;)

  2. Tobia Bezzola schrieb:

    zunächst heisst es major player, der mayor ist der Bürgermeister. Sodann: bei beiden erwähnten Ausstellungen handelt es sich, wie man gesehen hätte, wenn man sich auch nur fünf Minuten mit der Materie befasst hätte, um Koproduktionen mit den erwähnten Londoner Institutionen und nicht um Ausstellungsübernahmen, i.e., die Verantwortlichen des Kunsthauses waren von allem Anfang an im Team mit den englischen Kollegen an allen kuratorischen Entscheidungen beteiligt; Fischli/Weiss wird für Zürich von den Künstlern in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus neu konzipiert.
    Fragt sich also wer hier bloggt, und wer von seinen Ressentiments gebloggt wird
    Bestes
    Tobia Bezzola
    Kunsthaus Zürich

  3. rb schrieb:

    Danke für die Hinweis auf “Major Player”, hab da ohne zu überlegen dem “Standard” abgeschrieben (der Artikel ist leider online nicht mehr verfügbar).
    “Fragt sich also[,] wer hier bloggt…” -> Klick in der linken Spalte auf “wer? was? warum?”.
    “von seinen Ressentiments gebloggt” -> glaube ich nicht, ich bin ein aussenstehender Beobachter und mit keiner (Kunst-)Szene verbandelt.