Politik


Was Kulturschaffende verdienen oder auch nicht

Kürzlich hat eine Arbeitsgruppe des Bundesamts für Kultur, des Bundesamts für Sozialversicherungen und des Staatssekretariats für Wirtschaft einen Bericht über “Die soziale Sicherheit der Kulturschaffenden in der Schweiz” herausgegeben. Interessant ist dabei die folgende Tabelle:

(c) BAK

Knapp die Hälfte der Kulturschaffenden ist also selbständig erwerbend. Die angestellten verdienen durchschnittlich 6649 Franken pro Monat, 9,6 Prozent von ihnen sind aber arbeitslos. Im Bericht werden die 6649 Franken gleich wieder relativiert. Wenn man bedenkt, dass selbst in hoch subventionierten Stadttheatern Schauspielerlöhne zwischen 3000 und 4000 Franken keine Seltenheit sind, so erscheint die Zahl tatsächlich viel zu hoch. Die Frage ist nur: wenn schon die Autoren merken, dass die Zahlen kaum der Realität entsprechen, was hat dann ein solcher Bericht noch für eine Aussagekraft? Auch für das Fazit wäre keine 27-seitige Studie nötig gewesen. Da wird (zurecht) wieder einmal die Gründung einer Vorsorgeeinrichtung für alle Kulturschaffende empfohlen. Und an die Kulturschaffenden richten die Damen und Herren aus den warmen Beamtenbüros folgenden Appell:

“Die selbständigerwerbenden Kulturschaffenden sollten mehr Eigenverantwortung übernehmen und ihrer persönlichen Altersvorsorge mehr Gewicht beimessen.”

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