Kunst/Museen


Wanze in der Oper

Letzte Woche gabs die Zauberflöte live im Fernsehen, heute gabs La Bohème live - am Telefon. Das Künstlerkollektiv Bitnix hat für das Projekt Opera Calling eine Wanze im Opernhaus versteckt. Diese sendet während den Vorstellungen die Töne und Geräusche an einen Computer, und der wiederum ruft zufällig ausgewählte Nummern aus dem Zürcher Telefonbuch an. Die Angerufenen hören die Vorstellung im Opernhaus live mit – bis sie wieder aufhängen.
Im Cabaret Voltaire kann man das alles mitverfolgen. Hundert Telefone sind an der Decke des Ausstellungsraums festgemacht, hundert Hörer hängen runter. Das ist bereits optisch reizvoll. Auf Bildschirmen sieht man, welche Nummer gerade angerufen wird. Ist am andern Ende jemand dran, so ertönen die Arien unter starkem Rauschen auch über die hundert Hörer. Nicht wirklich ein Musikgenuss - dennoch wartet man immer wieder gespannt, bis jemand abnimmt. Und das Beste an dieser Opern-Live-Übertragung: Kein schleimiger Aeschbacher funkt dazwischen.
Wo im Opernhaus die Wanze versteckt ist, wollten mir die Bitnix-Leute nicht verraten. Aber: die Künstler müssen in der Oper Kollaborateure haben, denn die Wanze braucht einen Stromanschluss. 

Kommentare (4) zu “Wanze in der Oper”

  1. rafael schrieb:

    Sensationelle Idee! auf solch eine Idee muss man erst kommen. Und soclhe Dinge müssten öfters gemacht werden!

  2. !Mediengruppe Bitnik schrieb:

    Danke für die schöne Zusammenfassung. Kleiner Hinweis: Das Projekt “Opera Calling” ensteht in der Zusammenarbeit mit Sven König. http://www.popmodernism.org

  3. Tobias Humm schrieb:

    Wo sollte man nicht noch überall Wanzen verstecken!!?? In Pereiras Direktorenloge? oder ….

  4. Blog über Netz » Blog Archive » Medienecho schrieb:

    [...] * , SDA-Meldung, 15.März * Antville.org, 15.März * Home Made Labor, 13.März * Digital Brainstorming, 13.März * Kulturblog.ch, 9.März [...]