Sonstiges
16. März 2007
Martin Heller wiederholt Pipilottis Fehler
Wir erinnern uns: Für die Expo 01 02 sammelte die damalige künstlerische Leiterin Pipilotti Rist Ideen aus der Bevölkerung. Hunderte, ja Tausende von Vorschlägen erreichten die Expo-Macher, kein einziger wurde umgesetzt. Eine gut gemeinte Aktion, die nur Frust hervorrief. Pipilotti trat vorzeitig zurück, ihr Nachfolger war Martin Heller. Jetzt ist Martin Heller Intendant für die Kulturhauptstadt Linz 09. Und er macht wieder denselben Fehler wie Pippilotti. Auch er rief dazu auf, Ideen einzureichen – diesmal waren Kulturschaffende die Adressaten. Die Zeitung Der Standard schreibt dazu:
“Bisher hat das Team 900 Ideen gesammelt, die ‘angeschaut, selektiert und dann zu 80 Prozent in den Mistkübel gehauen werden’.”
Kein Wunder weht Heller in Linz von Seiten der Kulturschaffenden ein eisiger Wind entgegen.
Sven schrieb:
Gute Ideen wachsen halt nicht auf den Bäumen. Und das Problem beim Einbezug der Bevölkerung: zieht man sie mit ein, kommt doch nicht viel heraus, lässt man es sein, wird gemozt und alles verrissen. Martin Heller versucht es mit den Kulturschaffenden und es kommt gleich heraus. Der gleiche Fehler? Vielleicht. Aber hat Martin Heller nicht auch nicht das gleiche Format wie Pipilotti?
Geschrieben am 16. März 2007 um 22:03Uhr | Permalink
Thomas H. schrieb:
Wenn von 900 gesammelten Ideen 80 Prozent im «Mistkübel» (können die biologisch wiederverwertet werden?), dann bleiben immer noch 180 Vorschläge übrig. Das sollte doch für ein paar gute Projekte ausreichen.
Geschrieben am 17. März 2007 um 11:57Uhr | Permalink
dorinda schrieb:
fragt sich nur, ob das das ergebnis einer visionslosigkeit bei martin heller ist: die projekte, die die intendanz als eigene projekte bislang veröffentlichte, fügen sich nahtlos in die qualität jener 80% ein, die “in den mistkübel” geworfen werden. ob er etwas in der hinterhand hat und was das sein könnte – darüber weiss man ja nichts, denn kommunikation und transparenz sind martin hellers sache nicht.
Geschrieben am 18. März 2007 um 22:08Uhr | Permalink
musicalfactory schrieb:
ich behaupte – aus meiner erfahrung mit dem auswahlverfahren – dass die hohe “ausfallsrate” betreffend der eingereichten projekte für die kulturhauptstadt linz 2009 daher rührt, dass es nach wie vor keinen wirklichen “roten faden” gibt, an dem sich die einreicher orientieren können.
projekte die durch den rost fallen werden scheinbar nicht an kompetente stellen weitergeleitet, sondern verschwinden einfach. somit wird viel frust unter den kunstschaffenden erzeugt und eine sicherlich nicht unbeachtliches potential an ideen vernichtet!
z.b.:
die ablehnung der einreichungen von musicalkonzepten wurde dann damit begründet, dass das genre “musical” nicht in die gesamtkonzeption des projektes “kulturhauptstadt” passt. damit war für die intendanz die sache abgeschlossen.
Geschrieben am 20. März 2007 um 09:13Uhr | Permalink