Neues aus dem Seifenopernhaus
Was bisher geschah: Opernhaus-Baron Alexander (59) küsst seine neuen Freundin Daniela (20) während einer Vorstellung in der Direktionsloge. Die Zürcher High Society ist empört. Doch Alexander steht zu seiner jungen Liebe - er will Daniela heiraten und ein Kind von ihr. Nur: Daniela ist noch immer verheiratet mit dem berühmten Playboy-Fotografen Otto (71). Und der Otto ist wütend: “Alexander hat mir meine Daniela ausgespannt!”, sagt er.
Heute: Was sich Alexander und Daniela ins Ohr flüstern.
Daniela wird selbst zum Medienstar. Nachdem sich bisher fast ausschliesslich der Boulevard für sie interessierte, darf sie nun dem Tages Anzeiger ein Interview geben. Und sie verrät, was ganz Zürich schon immer wissen wollte: “Er nennt mich ‘my darling’, ich nenne ihn ‘amor’”.
Nächstes Mal: Am Opernball vom Samstag buhlt Verleger Jürg M. (61) um die junge Schönheit. Daniela kann der Verlockung widerstehen und bleibt ihrem Amor treu. Einige Wochen später eröht das Opernhaus wegen der grossen Nachfrage die Preise auf den Plätzen mit Sicht auf die Direktionsloge.
Wichtiger Hinweis: Für alle, die eine Seifenopernhaus-Folge verpasst haben, in der nächste Ausgabe des Opernhaus-Magazins ist eine Alexander-Daniela-Fotolovestory geplant.
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Coverboy und Covergirl
Was Kulturschaffende verdienen oder auch nicht
Kürzlich hat eine Arbeitsgruppe des Bundesamts für Kultur, des Bundesamts für Sozialversicherungen und des Staatssekretariats für Wirtschaft einen Bericht über “Die soziale Sicherheit der Kulturschaffenden in der Schweiz” herausgegeben. Interessant ist dabei die folgende Tabelle:

Knapp die Hälfte der Kulturschaffenden ist also selbständig erwerbend. Die angestellten verdienen durchschnittlich 6649 Franken pro Monat, 9,6 Prozent von ihnen sind aber arbeitslos. Im Bericht werden die 6649 Franken gleich wieder relativiert. Wenn man bedenkt, dass selbst in hoch subventionierten Stadttheatern Schauspielerlöhne zwischen 3000 und 4000 Franken keine Seltenheit sind, so erscheint die Zahl tatsächlich viel zu hoch. Die Frage ist nur: wenn schon die Autoren merken, dass die Zahlen kaum der Realität entsprechen, was hat dann ein solcher Bericht noch für eine Aussagekraft? Auch für das Fazit wäre keine 27-seitige Studie nötig gewesen. Da wird (zurecht) wieder einmal die Gründung einer Vorsorgeeinrichtung für alle Kulturschaffende empfohlen. Und an die Kulturschaffenden richten die Damen und Herren aus den warmen Beamtenbüros folgenden Appell:
“Die selbständigerwerbenden Kulturschaffenden sollten mehr Eigenverantwortung übernehmen und ihrer persönlichen Altersvorsorge mehr Gewicht beimessen.”
Geht Hartmann doch früher?
Als vor ein paar Wochen Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann seinen Chef, den Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber öffentlich harsch kritisiert hatte, versuchte Ledergerber zu schlichten, indem er Hartmann als “Freund” bezeichnete. Jetzt ist Hartmann plötzlich kein “Freund” mehr. In einem Interview mit der NZZ am Sonntag greift er Hartmann auf einer sehr persönlichen Ebene an. Und erwähnt erstmals, was bisher tabu war: Über Hartmanns vorzeitige Ablösung werde man diskutieren. Was wohl heisst: sobald ein Nachfolger bereit steht, kann Hartmann gehen.
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Wo Filmregisseurinnen nicht selten sind
Der Kulturblog der britischen Zeitung The Guardian ist das beste Internet-Forum für Kultur zurzeit. In einem aktuellen Beitrag findet die Autorin Kate Kellaway den kleinen Anteil an Filmregisseurinnen skandalös. Nur sieben Prozent der 250 grössten Hollywood-Filme seien 2005 von Frauen inszeniert worden, ebenso gering sei der Anteil weiblicher Regisseure in Grossbritannien.
In der Schweiz sieht dies anders aus – zumindest seit dem letzten Jahr. Mit Stina Werenfels (“Nachbeben”), Andrea Staka (“Das Fräulein”) und Bettina Oberli (“Die Herbstzeitlosen”) waren gleich drei Regisseurinnen höchst erfolgreich. In Sachen Frauenanteil haben wir nach dem Orchesterwunder nun also auch das Filmwunder.
Buchlobby: Eine Million Franken für Buchpreisbindung
Eine Million Franken soll der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband SBVV für den Kampf gegen die Abschaffung der Buchpreisbindung eingesetzt haben, schreibt die NZZ. Die Million stamme zu einem grossen Teil aus Deutschland, vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Das zeigt: Viel mehr als die Schweizer Kleinbuchhandlungen und -verlage fürchten sich die deutschen Buchbranchenvertreter vor einer Abschaffung der Buchpreisbindung in der Schweiz. Denn dann könnten die Schweizer Buchhändler per Internet billig nach Deutschland liefern. Heute läuft es umgekehrt, die billigste Variante, in der Schweiz ein Buch zu kaufen, ist, es über einen deutschen Internethändler zu bestellen. Für den Schweizer Buchhandel ist dies verheerend - dennoch lassen sich die Schweizer Buchhändler weiterhin von der Konkurrenz vor den Karren spannen.
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