Politik
6. April 2007
BAK: Verbände als Manövriermasse
Das Bundesamt für Kultur fordert Kulturschaffende auf, sich zu Verbänden zusammenzuschliessen. Als Ansprechpartner sind Verbände praktischer als unzählige Einzelkämpfer. Andererseits sind die Zuwendungen an die 36 unterstützten Verbände und Organisationen in den letzten Jahren stark gekürzt worden, wie dem astej-Blog zu entnehmen ist.
Eigentlich nicht so tragisch, das Geld soll lieber in die Kultur anstatt in die Verbandsbürokratie fliessen. Bedenklich ist jedoch der unprofessionelle Umgang des BAK mit den Verbänden. Hans Läubli, Geschäftsführer der Vereinigten Theaterschaffenden der Schweiz (VTS), schildert in seinem Blog-Beitrag das unrühmliche Vorgehen der Berner Beamten:
“Nach jahrelangen Verhandlungen konnte den Funktionären des Bundesamtes für Kultur das Versprechen abgerungen werden, dass die Kürzungen jeweils schon am Ende des Vorjahres mitgeteilt würden und nicht erst dann, wenn die Verbände schon alle ihre Budgets gemacht (…) haben. So waren für das vergangene und das laufende Jahr Kürzungen von bis zu 30% bekannt, es wurden aber immerhin Beiträge zugesagt, auf welche die Verbandsleitungen glaubten, sich verlassen zu können.
Dies musste von den Geschäftsstellen der Verbände allerdings teuer bezahlt werden. So ist jeweils bis Ende Oktober dem Bundesamt für Kultur ein rund zwanzigseitiger Fragebogen sowie Budget und Ausblick für das kommende Jahr zuzustellen – termingerecht, ansonsten kein Anspruch auf Unterstützung mehr gestellt werden kann!
Nun traf Ende Januar, nach mehrmaliger Nachfrage, in allen Briefkästen der Kulturverbände eine Mitteilung ein: Die Beiträge für das laufende Jahr könnten, um den jüngsten Budgetvorgaben Folge zu leisten, nicht in der vorgesehen Höhe zugesprochen werden.”
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