Politik


Pro Helvetia will mutig sein

Die Pro Helvetia hat sich ein neues Leitbild verpasst. Wie immer tönt auch dieses Leitbild toll, doch was wird davon auch umgesetzt? “Pro Helvetia ist das operative Zentrum der Kulturförderung des Bundes”, heisst es da zum Beispiel. Ein begrüssenswerter Ansatz, doch der welsche Block im Bundesamt für Kultur wird dies nie zulassen.
Des Weiteren steht unter dem Stichwort “Kunst ist Experiment”: “Pro Helvetia unterstützt neue und mutige Projekte.” Ein Pro-Helvetia-Insider hat mir mal erzählt, wie die Vergabe von Fördergeldern (im Theaterbereich) funktioniert und dabei alle Vorurteile bestätigt: Man schaut rasch über die Namen der Mitwirkenden, sind sie bekannt und gehören zu den Immergleichen, die Fördergelder erhalten, erhalten sie diese wieder. Neue Köpfe haben kaum eine Chance – egal wie mutig ihr Projekt ist. Ob das neue Leitbild irgend etwas an dieser Vergabepraxis ändert? Mutiges zu fördern braucht Mut.

Kommentare (5) zu “Pro Helvetia will mutig sein”

  1. philipp meier schrieb:

    wir schulen die mitarbeiterInnen der pro helvetia gerne im «mutige projekte fördern» ;)

  2. dal basso schrieb:

    ‘Neue Köpfe haben kaum eine Chance – egal wie mutig ihr Projekt ist.’
    Was ist dann also der Mut der neuen Köpfe?
    Willst du im Ernst Mut verlangen von Leuten, die mit Steuergelderverteilen einen easy Job ohne die Wirrnisse und entbehrungen des Kultur Schaffens bekommen haben? Die Kriterien der PH zur Geldvergabe sind ja igentlich immer verbessert worden.
    Nur wählen Könige ihre Hofnarren immer selber.
    Wenn jetzt also plötzlich ein paar Hofnarren mehr angestellt werden sollen, wählt der König die aus, die er schon kennt. Sonst gibt es Probleme die er in einer vielköpfigen Findungskommission absitzen muss damit er seinen Job nicht verliert. Einfacher ist es das Geld seinen Bekannten zu geben, da weiss man, was man hat, ein Telefon genügt.
    Obwohl ich sässe gerne in einer Findungskommission, so bezahlt um zu finden, kann ganz schön sein.
    Wir Abgewiesenen haben ja alle 1000de Stunden damit verbracht unsere Dossiers subventionsgerecht zu stylen und sind dann echt frustriert. Wo war da unser Mut?
    Diese verlorenen Stunden stell ich dann doch lieber meinem Publikum zur Verfügung, oder dem Philipp, wenn er nicht zu hohe Preise hat………

  3. philipp meier schrieb:

    ähm…., das ist ein missverständniss. welche preise meinst du? c6 (oder wer auch immer) musste mir nix bezahlen…;)
    ähm…., nach diesem eintrag von dir zu obenstehendem thema, bin ich plötzlich unsicher, ob ich deinen kommentar zu den graffitis richtig verstanden habe. ein BIG SORRY, falls das ein missverständnis war (das war wohl /auch/meinerseits ein reflex…;)

  4. unkultur schrieb:

    Gleichzeitig mit ihrem Leitbild hat Pro Helvetia auch ihre Website überarbeitet: Neuerdings gibt’s einen grossen Teil der Inhalte auch in Rumantsch zu lesen. Ich kann ungefähr abschätzen, wieviel diese (laufenden) Übersetzungsarbeiten finanziell und zeitlich kosten. Wäre das Geld nicht besser eingesetzt, wenn es in ein Projekt aus dem romanischsprachigen Raum investiert würde?

  5. rb schrieb:

    @ dal basso: “Willst du im Ernst Mut verlangen von Leuten, die mit Steuergelderverteilen einen easy Job ohne die Wirrnisse und entbehrungen des Kultur Schaffens bekommen haben?” Natürlich!

    @ unkultur: Nach dem Volkskultur-Programm ist dies vielleicht die zweite Massnahme, um eine weitere Hirschhorn-Strafaktion zu verhindern. Übrigens, ich hab mal was über Rätoromanen geschrieben… hier.