Kunst/Museen
30. April 2007
Kunsthaus-Erweiterung: Zürich wie Bern?
In Bern droht der Mäzen damit, seine Spende von 20 Millionen Franken für die Erweiterung des Kunstmuseums zurückzuziehen, da er erst aus der Presse erfahren hat, dass nicht das von ihm bewilligte Siegerprojekt realisiert wird, sondern ein anderes. Nach dem Konflikt um die Fötus-Möwe wieder ein Kommunikationsdebakel der Truppe um Museumsdirektor Matthias Frehner. Abgesehen davon zeigt der Fall einmal mehr die Risiken einer Abhängigkeit von einem einzigen grossen Mäzen auf. Wenn der nicht will, steht alles still.
Diesem Risiko ist auch das Zürcher Kunsthaus mit seiner Erweiterung ausgesetzt. Der gesamte Erweiterungsbau hängt vom guten Willen der Stiftung Bührle ab, wie Museumsdirektor Christph Becker gegenüber der NZZ zugab: ”Ohne die Sammlung Bührle müsste man sich tatsächlich fragen, ob eine Erweiterung sinnvoll wäre.” Die Stiftung soll dem Kunsthaus seine Sammlung übergeben und einen Teil der Erweiterung bezahlen. Falls Herr Becker die Erweiterung wirklich möchte, so kann man ihm nach dem Fall Bern nur raten: Immer zuerst den Stifter informieren, erst dann die Presse.