Bühne


Dumpingpreise im Schiffbau

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Es ist ein toller Fotoband, das neue Jahresspielzeitheft des Schauspielhauses (pdf). Die erste Hälfte besteht aus den spannend inszenierten Fotografien von Taiyo Onorato und Nico Krebs, die andere aus dem Pflichtteil, der Präsentation der neuen Produktionen. Ganz hinten findet sich das Geleitwort von – nein, nicht Matthias Hartmann – sondern von Markus Sulzer, Marketingleiter. “Spannung, Unterhaltung und Inspiration”, titelt er und kündet “faire Preise, attraktive Angebote und einen kundenorientierten Service” an. Schön. Und weiter: “Die Ticketpreise im Schiffbau senken wir sogar um durchschnittlich 15 — 20 %”. Wow, dort wo das spannendste Theater gezeigt wird, senkt man die Preise! Doch wenn schon Dumpingpreise, warum dann nicht ganz gratis? Schon jetzt bringen die Vorstellungen im Schiffbau kaum etwas ein, die Ticketeinnahmen decken meist nicht einmal 10 Prozent der Ausgaben. Viel zu verlieren hätte das Schauspielhaus also nicht — dafür wäre Zürich mit einem Gratis-Theater auf höchstem Niveau um eine echte Attraktion reicher.

Zum Thema:
Verschenkte Karten im Schiffbau?

Kommentare (5) zu “Dumpingpreise im Schiffbau”

  1. Beat schrieb:

    Im Schiffbau, „dort wo das spannendste Theater gezeigt wird“ (rb) senkt man also die Preise. Wann senkt man normalerweise die Preise? Wenn man auf den Produkten sitzen bleibt! Aha: In Zürich bleiben also die Bühnen, die „das spannendste Theater“ zeigen, auf ihren Produkten sitzen. Gibt es da vielleicht doch einen Zusammenhang mit den Ausführungen von Herrn Reiter in dem ominösen Tages-Anzeiger-Interview, der weit über die enge Neumarkt-Debatte hinausgeht? Wo bleibt die Zürich-Debatte?

  2. Andrea schrieb:

    @ Beat: Die Zürich-Debatte gibt es nicht! Das kannst du dir abschminken! Und doch irgendwie beschämend, dass ausser phillip, der durch seine Funktion zur Provokation verpflichtet ist, und Martha, die offenbar ein privates Duell mit Reiter und Seiler ausfechten muss, niemand in diese Debatte eingestiegen ist, nicht das Schauspielhaus, nicht die Gessneralle, nicht die Rote Fabrik … Ich habe neben einigen überzeugenden Arbeiten auch so pseudo-experimentelle Arbeiten am Neumarkt gesehen (ich erinnere mich an “trike” und die “mary Stuart” und die “eiche” oder so ähnlich), finde aber dass züri das Neumarkt braucht. Hartmann und Ewerbeck sind sich wohl selbst gut genug, um indie Diskussion einzusteigen ….

  3. rb schrieb:

    Wer sich vor allem in die Diskussion einsteigen sollte sind Jean-Pierre Hoby und Susanna Tanner (Kulturbeauftragte der Stadt und des Kantons) und mal sagen, was die einzelnen Institutionen noch für eine Funktion haben, ausser nicht zu stören und genügend Zuschauer anzulocken. Was ich ebenfalls von ihnen gerne wissen würde: was geschieht mit dem Neumarkt, wenn auch Weber/Sanches nicht mehr Zuschauererfolg haben werden?

  4. philipp meier schrieb:

    geht heute die woz kaufen. ganzseitiger artikel unter dem titel «cabaret um den kurator». dort sagt hoby, was er vom cabaret voltaire erwartet…; und zwar eine überführung von der aktionistischen und happeningerfüllten bekanntmachphase in eine seriöse auseinandersetzung mit und vermittlung von dadaismus…; mit oder ohne philipp meier.
    am 3.7. wird im trägerverein meine anstellung diskutiert.

  5. Wolfgang Reiter schrieb:

    @rb: Das kann ich Ihnen sagen, was dann passiert, wenn auch Weber/Sanchez nicht mehr Zuschauererfolg haben werden: “Dann lassen wir das Neumarkt halt an die Wand fahren”, wie es ein Verwaltungsratsmitglied einmal salopp formuliert hat; so wie man vielleicht auch das Cabaret Voltaire (durch Subventionsenzug) an die Wand fahren lassen möchte, wenn Philipp Meier sich nicht devot zeigt oder seinen Posten räumt.