Bühne, Kunst/Museen, Sonstiges
2. Juli 2007
Dopingfälle im Kulturbetrieb – die Liste
Kulturbetriebe stehen unter Legitimationszwang. Politiker und Presse fordern den Erfolg. Wer ihn nicht vorweisen kann, ist seinen Posten rasch los – der Verschleiss an Direktoren erreicht Dimensionen wie bei Fussballtrainern. Was tun? Im Zuge des Zahlenstreits am Schauspielhaus brachte Wolfgang Reiter den Ausdruck “Dopingfälle im Kulturbetrieb” ins Spiel. Wie frisiert man Zuschauerzahlen? Mit welchen Tricks lässt man seinen Kulturbetrieb erfolgreich(er) aussehen? Inspiriert von den Kommentaren hier präsentiert kulturblog.ch die 10 effizientesten Dopingmittel im Kulturbetrieb (die meisten von ihnen wurden bereits erfolgreich an Zürcher Institutionen getestet):
1. Zuschauerdoping I: Rockkonzert oder Disco veranstalten und Zuschauerzahlen zum Gesamtergebnis hinzuzählen (auch ein ‘Tag der offenen Tür’ ist möglich).
2. Auslastungsdoping: Sitze rausnehmen, damit steigt die Auslastung.
3. Kritiken-Doping: Bloss einzelne positive Sätze aus Kritiken zitieren, möglichst aus dem Zusammenhang gerissen.
4. Zuschauerdoping II: Gratis-Karten für Freunde, Schulklassen etc treiben die Zuschauerstatistik nach oben.
5. Einnahmedoping: Sponsoringeinnahmen als Zuschauereinnahmen aufweisen.
6. Weltklasse-Doping: Pausenlos wiederholen, man gehöre zur Weltklasse.
7. Zuschauerdoping III: Theatermitarbeiter zum Besuch der Vorstellungen auffordern, notfalls zwingen.
8. Immobilien-Doping: Unentwegt einen Erweiterungsbau fordern — ob nötig oder nicht.
9. Star-Doping: Nie von Inhalten reden, nur von Stars.
10. Andere-auch-Doping: Sich immer mit noch Schlechteren vergleichen.
Die Liste ist längst nicht vollständig, bitte weitere Dopingmittel in den Kommentarspalten anbringen.
Marcello schrieb:
And the Oscar goes to:
Kategorien 6 und 9: Alexander Pereira
Geschrieben am 3. Juli 2007 um 17:53Uhr | Permalink