Film
28. Juli 2007
Solari träumt
Marco Solari, Präsident des Filmfestivals Locarno und des Tessiner Tourismus’, will langfristig eine Expo im Tessin und kurzfristig mehr Geld fürs Filmfestival. Er träume von einer “Lex Locarno”, sagt er im Tages-Anzeiger, einer Sonderbehandlung, was vor allem heisst: mehr Geld vom Bund. Dabei erhält er schon längst eine Sonderbehandlung. Die Hälfte des gesamten Filmfestival-Subventionstopfs geht an Locarno; sieben andere Festivals teilen sich den Rest. Wofür das zusätzliche Geld? Das Filmfestival Locarno ist heute vor allem ein Sommercamp für die Zürcher Kulturschickeria. Das Ziel, ein A-Festival von internationaler Bedeutung zu werden, hat das Festival kläglich verpasst. Selbst die jungen Nobodies vom Zurich Film Festival haben innert zwei Jahren ohne Staatsgeld mehr Glamour und eine attraktivere Jury hingekriegt als die hochsubventionierten Locarnesi. Solaris eigentlich begrüssenswerte Aussage, Glamour sei nicht die ‘raison d’être’, ist eher als Kapitulation denn als Einsicht zu verstehen.