Film, Politik


Beim Film ist Kulturpolitik sexy

Im Normalfall ist Kulturpolitik eine trockene, ja langweilige Sache: für die Politiker ist sie bloss ein lästiger Pflichtstoff, ebenso für die Journalisten. Beim Film ist alles anders. Plötzlich sind alle gerne Kulturpolitiker — wie Filmstars treten sie am Filmfestival Locarno auf und verteilen das Subventionsgeld als wärs ihr eigenes. Couchepin und Bideau veranstalten dazu eine grosse Show, Calmy-Rey setzt wie immer ihr Wohltätigkeitslächeln auf. Grosser Abwesender ist dieses Jahr Moritz Leuenberger. Dafür ist wie immer SRG-Chef Armin Walpen vor Ort, und damit er auch einmal gross rauskommt, verspricht er voller Stolz und Gutmütigkeit, dass die SRG eine halbe Million Gebührenfranken mehr dem Schweizer Film zukommen lassen wird.
Wer Geld verspricht, kriegt eine Viertelstunde Filmstar-Glamour. Die Filmbranche sollte dieses Akquise-Mittel noch viel stärker nutzen. Was bei Politikern so gut funktioniert, sollte auch bei Wirtschaftsführern klappen.

Zum Thema:
Samichlaus Couchepin, Schmutzli Bideau

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