Film, Politik


CH-Filmszene: Alle Hoffnungen ruhen auf Blödelfilm

Die Zeiten, in denen es hiess, ‘je weniger Zuschauer, desto Kultur’, sind glücklicherweise vorbei. Was jedoch passiert, wenn nur die Quote zählt, ist zurzeit beim Film zu beobachten. Alles spricht vom Marktanteil der Schweizer Filme in den Kinos. Dieses Jahr ist die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr noch mager. BAK-Filmchef Nicolas Bideau sagt, alle seine Hoffnungen ruhten nun auf “Tell“, dem Blödelfilm von Mike Eschmann. Nichts gegen Blödelfilme, die haben durchaus ihre Berechtigung — genauso wie Rolf-Knie-Kunst oder Boulevardtheater. Doch wenn das die grösste Hoffnung der höchsten Schweizer Kulturförderer ist, so wird die Kulturförderung bald obsolet.

Kommentare (4) zu “CH-Filmszene: Alle Hoffnungen ruhen auf Blödelfilm”

  1. Tom schrieb:

    Zeigt dies nicht eher die zwingende Notwendigkeit auf andere Wege zu beschreiten? ;-)

  2. rb schrieb:

    Es ist ja nicht alles falsch, was Bideau macht, seine Bemühungen, dass die CH-Filme mehr Aufmerksamkeit erhalten, sind (abgesehen von einigen grossmundigen Auftritten) durchaus positiv. Sich aber dermassen einseitig am Massen-Publikumserfolg messen zu wollen, führt aus künstlerischer Sicht zu ziemlich grotesken Situationen. Man stelle sich vor, der oberste Kunstförderer setze seine ganzen Hoffnungen auf die neuen Rolf-Knie-Lithographien und der oberste Theaterförderer auf das neue Programm der Schmirinskis.

  3. Theo schrieb:

    http://moritzleuenberger.blueblog.ch/kultur war in Locarno. Ruth Dreifuss auch.

  4. rb schrieb:

    @Theo: Dein Kommentar bezieht sich wohl auf den Beitrag hier. Danke für den Hinweis. Leuenberger ist diesmal nicht dorthin gegangen, um sich selber in Szene zu setzen, deshalb wurde er wohl übersehen. Leuenberger: “…besuche ich nach Palagnedra das Filmfestival Locarno, allerdings nicht dessen zahlreiche Sponsoren- und Politanlässe, sondern nur die allabendlichen Vorführungen auf der Piazza.”