Politik, Sonstiges


Kulturförderung für Computerspiele?

In Deutschland überlegt man sich ernsthaft, Computerspiele zu subventionieren, ähnlich dem Film. ”Nur wenn gute Spiele gefördert werden, haben die schlechten nicht die Bedeutung im Markt”, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. Er fordert, dass bereits 2008 mit der Förderung begonnen wird. 
Computerspiele sind Kunst oder können es zumindest sein. Deshalb ist nicht einzusehen, weshalb künstlerisch hochwertige Spiele nicht auch subventioniert werden sollen. In der Schweiz ist man noch längst nicht so weit. Nimmt man den Film als Gradmesser: Die Eidgenössische Filmförderung wurde 1963 eingeführt, rund 30 Jahre nach der Produktion der ersten bedeutenderen Schweizer Filme. Die Computerspiele verbreiteten sich im grösseren Stil in den 1980er Jahren. Falls es ähnlich schnell geht wie beim Film, so dürfte der Bund etwa im Jahr 2015 mit der Computerspielförderung beginnen.

Kommentare (8) zu “Kulturförderung für Computerspiele?”

  1. philipp meier schrieb:

    yeppo! computerspiele müssten subventioniert werden! habe mir vor einer woche eine gemäss tagi «frauen- und schlafende-gamer-konsole» WII von nintendo gekauft. um diese ausgabe privat-budget-mässig auszugleichen, gehe ich nun zwei jahre nicht mehr ins museum und nicht mehr ins theater. ich bin mir sicher: diese kulturelle investition lohnt sich (auch für meine heranwachsenden kinder:)))

  2. Zappadong schrieb:

    “frauen- und schlafende-gamer-konsole”?

    Muss man(n) Frau sein, um damit spielen zu können oder darf man nur spielen, wenn man resp. frau schläft?

    Also, ich würde sagen, das Dingens, das du dir da gekauft hast, ist 100% Kunst. Du hast also sowieso weder einen Grund noch eine Ausrede, ins Museum zu gehen, da du jetzt dein eigenes Museum bist. Mit dem Theater bin ich mir noch nicht sicher, aber wenn du Kinder um dich rum hast, dürfte auch das programmiert sein.

    Zappadong

  3. Jan Rothenberger schrieb:

    Zur Spieleförderung würde ich sagen: An sich schöne Sache, aber wen will man da fördern? Es gibt kein einziges Entwicklerstudio in der Schweiz. Es müsste erst mal eine entsprechende Szene entstehen, bevor man Fördergelder für eine solche budgetiert – und wann das passiert steht in den Sternen.

  4. rb schrieb:

    “Wen will man fördern?” Wie alle andern Kulturschaffenden müssten Entwickler wohl ihr Projekt den Förderstellen einreichen und Fördergelder beantragen.
    Ich kenn mich zwar überhaupt nicht aus, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass in der CH überhaupt kein Abgänger von einer der vielen Kunsthochschulen Computerspiele entwickelt oder entwickeln will.

    @Philipp Meier: Seit du deine neue Spielkonsole hast, hat deine Kommentar-Frequenz stark abgenommen. Da muss ich mir nochmals überlegen, ob ich wirklich für die Subventionierung von Computerspielen bin.

  5. philipp meier schrieb:

    @jan rothenberger: ähm…, so was könnte man auch (das wäre ja mal was ganz neues) «pro-aktive kulturförderung» bezeichnen..; denn ich bin mir sicher, dass auch in der schweiz spannende computerspiele (vieles kann heutzutage ein «computerspiel» sein) entstehen könnten; insbesondere dann, wenn geld in aussicht steht. vielleicht könnte auch eine art «grundlagenforschung» entstehen. ausgehend beispielsweise von abgängern vom studiengang «interaction design» an der zhdk. ich könnte mir gut vorstellen, dass beispielsweise die beiden preisgekrönten jungs mit http://zima.ch/tangent/wp-content/Hochparterrre_Bericht.pdf mit einer (kultur)fördergeldspritze locker was intelligent unterhaltendes entwickeln könnten.
    @rb: keine sorge. ich war in den ferien. ich kommentiere im kulturblog quasi professionell und game zuhause quasi privat (soweit sich sowas trennen lässt;)))

  6. philipp meier schrieb:

    @zappadong: i know…, meine formulierung war etwas widersprüchlich. konkret werden mit der nintendo-konsole WII (ob ich auch mal geld oder wenigstens spiele kriege, wenn ich die konsole so oft nenne?;))) leute angesprochen, die entweder frauen sind oder männer, die seit pacman und donkingkong nicht mehr gespielt haben (deshalb «schlafende gamer»; «schläfer» sind bekanntlich andere «gamer»;))) und deshalb zwischen 35 und 45 jahr alt sind (ergo: wie ich:)))

  7. sven schrieb:

    ich finde die idee, computerspiele zu fördern, sehr interessant. ich habe die letzten tage intensiv die 16 levels des schweinchen wilbur-spiels auf dem gameboy advanced meiner tochter durchgespielt. was für eine wohltat! wenn ich daran denke, dass es vielleicht einmal ein subventioniertes ’strähl’-computerspiel gibt (suche die 50 medis in der versifften wohnung), oder eines von ‘das fräulein’ (essen in der kantine herausgeben, ohne die suppe zu verschütten) oder sogar vom neuen tell-film (barthaare schneiden bei esther gemsch)…
    @philipp: das mit den schlafenden gamer stimmt tatsächlich…

  8. xeophin.tapestry » Blog Archive » Kulturförderung für Computerspiele schrieb:

    [...] Ja, der Beitrag ist alt, und ich bin auch nur darauf gestossen, weil ich das Blog für meine Facharbeit am auszählen bin – aber ja! Natürlich sollten Computergames gefördert werden, gerade um ihnen über die Schwelle vom «billigen Unterhaltungsmedium» zur eigenständigen Kunstform zu helfen. [...]