Bühne, Musik


Oper in der Roten Fabrik

Eine Oper in der Roten Fabrik — ein Symbol dafür, wie sehr das einstige Zentrum der Rebellion Teil der angepassten Kulturmaschinerie geworden ist? Zugegeben, konventionell ist die Video-Oper ”X. Suite Filante” von Katharina Rosenberger nicht, die da im Rahmen des Theater Spektakels uraufgeführt wird. Drei Sängerinnen bewegen sich vor, zwischen und hinter zwei Leinwänden (Multimedia-Installation: Ivan Talijancic). Die fünf Musiker des Ensembles für neue Musik sitzen in einer Reihe hintereinander, als ob sie im Tram spielen würden. Der Dirigent, eine perfekte Andreas-Thiel-Kopie, schwingt seine Arme allein und verlassen etwa drei Meter vor ihnen.
Die Multimedia-Installation, die Sängerinnen und die Musik fügen sich nahtlos zusammen. Die Klang-Elemente werden mal live gespielt, mal kommen sie ab Band – was live ist und was nicht ist schwer auseinanderzuhalten. Inhaltlich und von der Erzählform er erinnert das Ganze an Wim Wenders “Himmel über Berlin”, nur dass es sich hier um eine Frau handelt, die bruno-ganz-engelhaft durch Zürich schlendert. Etwas zu viel Gefühlsduselei. Warum die Off-Stimmen französich sprechen, war mir ein Rätsel, wahrscheinlich einfach, weils dadurch abgehobener wirken soll. Abgesehen davon: die Klang- und Bildsprache lohnen den Weg ins Rote-Fabrik-Opernhaus allemal.

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