Kunst/Museen, Sonstiges
20. August 2007
Kunsthaus: Christoph Becker und die Weltliga
Ob das Kunsthaus mit dem geplanten Neubau in die Weltliga aufsteigen werde, fragte die SonntagsZeitung den Direktor des Kunsthauses, Christoph Becker. Dieser antwortete:
“Ich weiss, dass es so werden wird, aber ich spreche nicht gern darüber.”
Grosse Pläne hat der Herr Becker. Doch so richtig begeistern kann er damit noch kaum jemanden — weder in Kunstkreisen noch in der Bevölkerung. Selbst die Leuchtturm-Affinen Politiker bleiben zurückhaltend. Warum nur? Die Antwort lautet: Christoph Becker. Der Mann schaut aus wie ein schüchterner Züribergbube, dem die Mutter eben noch das Poschettli zurechtgerückt hat. Steht er am Rednerpult, so erfasst den Zuhörer augenblicklich eine wohlige Müdigkeit. Spontaneität ist von ihm keine zu erwarten (zumindest nicht, wenn er mit Pressevertretern redet), was er sagt, ist hauptsächlich darauf bedacht, nichts Falsches zu sagen.
Doch eines muss man ihm zugute halten: Becker ist auch über seinen Tellerrand hinaus an Kunst interessiert – was bei Leuten in solchen Positionen nicht selbstverständlich ist. Man sieht ihn zuweilen an Orten, deren Anspruch ein ganz anderer als “Weltliga” ist, zum Beispiel in der Gessnerallee. Jedenfalls: damit seine Weltliga-Ambitionen nicht frühzeitig abstürzen, muss er noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Und vielleicht auch mit mehr Freude darüber sprechen.
philipp meier schrieb:
ähm…, soll ich das nun kommentieren?
Geschrieben am 21. August 2007 um 11:30Uhr | Permalink
rb schrieb:
Erwartest du, dass ich dir die Entscheidung abnehme ;-)? Wie auch immer, deine Meinung zur Kunsthaus-Erweiterung ist ja bekannt, und dass du dich wohl nicht öffentlich zu Kollega Becker äussern möchtest, dafür habe ich durchaus Verständnis…
Geschrieben am 21. August 2007 um 13:22Uhr | Permalink
philipp meier schrieb:
was meint hier eigentlich «weltliga»? auf derselben stufe mit tate, moma, etc.? das muss man nicht kommentieren, oder?
i know…., es ist immer der falsche moment, über sowas zu diskutieren; und, wie mir ein ranghohes stadtzürcherisches sp-mitglied nahe legte, geht es bei der kultur immer nur darum, mehr gelder zu kriegen und nix gegeneinander auszuspielen. NUR: irgendwann muss man doch definieren/diskutieren/verhandeln, wie sich und/oder was zürich (kulturell) in der welt repräsentieren soll, oder nicht?
es geht also um viel mehr, als nur um die person becker…
Geschrieben am 21. August 2007 um 17:24Uhr | Permalink
rb schrieb:
Stimmt, bei der Frage ‹Kunsthaus-Erweiterung ja oder nein?› geht es nicht in erster Linie um die Person Becker. Und doch wollte ich mal etwas über den Mann schreiben, der das Projekt mit aller Kraft vorantreibt. (Die von dir erwähnten, viel wichtigeren Diskussionspunkte werden hier bestimmt noch ein paar Mal zur Diskussion gestellt — spätestens wenns auf die Volksabstimmung zugeht.)
Zum Thema «Weltliga» noch der Hinweis auf einen früheren kulturblog-Beitrag: Die Major Players und der Rest.
Geschrieben am 22. August 2007 um 09:37Uhr | Permalink