Kunst/Museen, Sonstiges
27. August 2007
Museum Rietberg als Werbekulisse

Kaminari heisst ein Auto von Lexus. Das Auto ist neu, die Form edel und der Name exotisch, also stellen wir es für das Werbefoto vor den Smaragd-Neubau des Museums Rietberg, mögen sich die Werber gedacht haben.
Das Museum wird auf dem Inserat (heute im Tagi) mit keinem Wort erwähnt. Und auch auf der Sponsorenliste des Museums taucht Lexus nirgends auf. Kultur als reine Dekoration. Das Museum Rietberg ist nicht etwa ein Privatmuseum, sondern ein Regiebetrieb der Stadt — und trotzdem macht es da mit. So etwas ist nur zu rechtfertigen, wenn dafür reichlich Geld geflossen ist.
Zum Thema:
Museum Rietberg: Eltern mit Kindern rausgeschmissen
In leere Vitrinen gucken
philipp meier schrieb:
vielleicht hat ja der architekt kassiert…;)
grundsätzlich: ich fände es extrem schlecht, wenn abbildungen von gebäuden durch die architekten/bauherrschaft urheberrechtlich geschützt wären.
in diesem fall kann man sich trotzdem fragen, ob es «fair» ist… (zumindest ein hinweis im inserat wäre nobel gewesen)
Geschrieben am 27. August 2007 um 14:58Uhr | Permalink
Lutz Albert schrieb:
Das Museum Rietberg liegt nicht nur in einem wunderbaren Park, sondern hat das Privileg, drei alte pittoreske Villen, den neuen Glaspavillon, den “Smaragd”, sowie den grossen Neubau nutzen zu können. Immer wieder werden wir angefragt, ob wir unser Museum für Spielfilme, Werbeaufnahmen oder Events zur Verfügung stellen. Gegen entsprechende Entschädigungen erlauben wird dies (vor allem Aufnahmen unserer Gebäude). Werbeaufnahmen mit Kunstwerken in unseren Sammlungs- und Sonderausstellungsräumen sind freilich nicht möglich (z.B. keine Modeschau vor Buddhafiguren!).
Mit diesen Vermietungen generieren wir einiges an Einnahmen. Dank solcher Mittel können wir zum Beispiel wiederum Veranstaltungen für unser Publikum finanzieren, wie zum Beispiel das vom Dienstag, 28.8. bis Sonntag, 2.9. gastierende Silk Road Project, das Musik (unter der künstlerischen Leitung von Yo-Yo Ma) aus aller Welt nach Zürich bringt.
Albert Lutz, Direktor des Museums Rietberg
Geschrieben am 27. August 2007 um 16:01Uhr | Permalink
rb schrieb:
Es wäre tatsächlich schlecht, wenn Abbildungen von Gebäuden urheberrechtlich geschützt wären. Doch wenn ein Auto so offensichtlich vor ein Gebäude gestellt wird, an einen Ort, wo sonst niemand Zufahrtsberechtigung hat, so finde ich es richtig, dass für die Bewilligung dem Museum etwas bezahlt werden muss.
Die Regel des Museums Rietberg, mit solchen Aktionen möglichst viel Einnahmen zu generieren, doch nur, solange keine Kunstwerke involviert werden, finde ich sehr klar und auch gut.
Geschrieben am 27. August 2007 um 21:56Uhr | Permalink