Kunst/Museen, Musik, Politik


Mehr privates Geld in Luzern als in Zürich?

In Zürich soll das Kunsthaus für geschätzte 150 Millionen Franken erweitert werden; Luzern plant ein ein neues, auf zeitgenössische Musik ausgerichtetes Opernhaus für 100 Millionen Franken. Die Kunsthaus-Erweiterung wird je zur Hälfte aus öffentlichen und privaten Geldern finanziert, so der Plan — in Luzern bezahlen Private alles. Warum lassen sich in Luzern locker 100 Millionen Franken aus privaten Mitteln auftreiben und in Zürich bloss 75 Millionen?
Der Zürcher Stadtrat muss bald über den Projektierungskredit für die Kunsthaus-Erweiterung entscheiden. Falls er sich für dieses Prestige-Projekt entscheidet (was sehr wahrscheinlich ist), dann sollte er die Zustimmung zumindest an die Bedingung knüpfen: was Luzern kann, kann Zürich auch.

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Kommentare (3) zu “Mehr privates Geld in Luzern als in Zürich?”

  1. philipp meier schrieb:

    mein persönlicher refrain zu diesem alten lied: und in der öffentlichkeit (politik/medien) wird keine diskussion darüber stattfinden, welches zürich durch dieses projekt in welche welt hinaus getragen werden soll.
    es ist ein fakt: die jugendunruhen, besetzte häuser und illegale bars und clubs haben zürich ultimativ in die sphäre der lebenswertesten städte der welt katapultiert. beispielsweise in die clubkultur hat die stadt jedoch noch beinahe nix investiert. «ist eh alles nur kommerz!» höre ich grad jemanden schimpfen. wie würde denn wohl unsere kunst- und theaterlandschaft ohne staatliche gelder aussehen???
    ich befürchte, dass google ein einzelfall bleiben wird. schade eigentlich! der aufbruch wäre zu schön gewesen. statt dessen heisst es bald: zurück auf feld eins, an die bahnhofstrasse; bei deren weihnachtsbeleuchtung das innerste des heutigen zürichs zu tage tritt: zuwenig geduld und zuviel geld um etwas unbequemes aushalten zu können.

  2. philipp meier schrieb:

    @rb: könnte es sein, dass zürich viel mehr (grosse und kleine) institutionen hat, die bereits von privaten unterstützt werden? wobei: wenn man die gewinne der hiesigen firmen mit denen aus luzern vergleicht…; wobei, zum zweiten: wenn man die innerschweiz (inkl. zug;) zu luzern zählt, dann hinkt der vergleich vielleicht gar nicht mehr. spannend wäre auch herauszufinden, wieviele «private» zürcher ins luzerner opernhaus «investieren». vielleicht finden die privaten, dass ein zeitgenössisches opernhaus wichtiger ist, als der anbau eines museums. und sowieso: zürich scheint auch hier den zug zu verpassen. die zeitgenössische oper hält nicht am opernhaus zürich einzug…, sondern in luzern. ein weiteres mal fallen wir in diesem leiterlispiel auf feld eins zurück (bahnhofstrasse); als ob es zürich west nie gegeben hat. willkommen in monaco!

  3. rb schrieb:

    Ja, da verpasst Zürich den Anschluss. Das neue Opernhaus in Luzern soll eine modulare Halle sein, in der beliebig Wände eingeschoben und Sitze platziert werden können. Zürich bleibt auf seinem steifen, unflexiblen, musealen Guckkasten-Opernhaus sitzen.
    Zum Geld: nach dem Erfolg mit dem KKL hat sich in Luzern offenbar so etwas wie eine Mäzenatenkultur gebildet, die Reichen haben Freude daran gefunden, grossen kulturellen Projekten auf die Beine zu verhelfen. Aus Basel kennen wir das schon. In Zürich fehlt diese Kultur (noch). Alle schmeissen zwar Pereira Geld nach, doch nachhaltig ist das nicht.
    Die Kunsthaus-Erweiterung wäre doch die Möglichkeit zur Wende. Die Zürcher (Neu)Reichen sollten sie zu 100 Prozent selber finanzieren, inkl. Betriebskosten. Die staatlichen Gelder bliebe dann für die andere, unbequemere Kultur übrig, mit der sich Private nicht gerne schmücken.