Schauspielhaus- Abfindung: Ledergerber wie Stocker
Deckt jemand einen Missstand auf, so droht man den Überbringern der Botschaft umgehend mit rechtlichen Schritten. Elmar Ledergerber kopiert in der Affäre um die Abfindung für den ehemaligen kaufmännischen Direktor des Schauspielhauses Marc Baumann Eins zu Eins die Krisenkommunikation von Monika Stocker in der Sozialhilfe-Affäre. Bei Stocker scheint die Strategie aufgegangen zu sein, um sie ist es wieder etwas ruhiger geworden. Immerhin, so liest man, habe die Medienkampagne in ihrem Amt ein Umdenken bewirkt. Ledergerber hat die Baumann-Affäre zwar noch nicht ausgestanden, wahrscheinlich wird sie dennoch ohne Folgen bleiben (was denn sonst?).
Irgendwie fehlt in der Affäre nur noch das übliche altkluge Wort von Väterchen Jean-Pierre Hoby, der nach den ersten Querelen mit Matthias Hartmann schon immer vor einer Anstellung Hartmanns gewarnt haben wollte.
Nachtrag 19.09.: Die Situation wird für den Stapi langsam unangenehm, wie 20min.ch zu berichten weiss.
Skeletor schrieb:
Wenn eine Grossbank, die zwei Mia. Gewinn macht, eine Abgangsentschädigung von 20 Mio. zahlt, regt sich die ganze Schweiz auf. Aber 20 Mio. sind gerade mal ein Prozent von zwei Milliarden. Wenn Ledergerber also knapp CHF 200′000 Abgangsentschädigung zahlt, müsste das Schauspielhaus im Prinzip 20 Mio. Gewinn erwirtschaften. Davon ist es aber weiter entfernt, als vom Mars.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ledergerber zahlt die im Verhältnis höchsten Abgangsentschädigungen weit und breit. Entweder liest die SP ihrem Stapi gehörig die Leviten oder sie schweigt in Zukunft zum Thema Abzocker…
Geschrieben am 17. September 2007 um 18:49Uhr | Permalink
_* schrieb:
im heutigen ronorp-newsletter gelesen:
Ich weiss jetzt gar nicht, wieso sich die Sonntagszeitung so enerviert; „Ledergerber lügt!“.
Klar tut er das. Und zwar nicht erst, seit er Baumann bei dessen (freiwilligem) Abgang einfach mal knapp 200′000 in den Arsch geblasen hat – gelogen hat er bereits während seines Wahlkampfs: „Elmar, der junge Stapi“ hat er da posaunt. Oder so was Änliches.
Jung… weder an Jahren noch im Kopf; ausser Cüpli saufen, Projekte verhindern und/oder verlangsamen macht Elmar nichts. Und zwar mit Nullkomma vornedran. Schon gar nicht junge Kultur fördern. Viel lieber schmeisst er seinen Höflingen, die er so an Cüpli-Apéros von irgendwelchen gammligen Vernissagen trifft, Geld an den Kopf. Um das junge Zürich schert sich unser Stapi seit jeher einen Scheiss. Weiss der Mensch überhaupt, wo der Walcheturm ist? Was die Hafenkneipe ist? Wo die Zukunft steht und wo das Hive? Oder wer Cosili, Samim, Michael Ho oder Asphalt Jungle sind? Wobei ihm das restliche Zürich ja auch egal zu sein scheint:
Ledergerber dient nicht der Stadt, er dient nur sich selbst.
Würde man die hübsche Tradition der Kaiser- und König-Namenszusätze (denn als solcher fühlt sich Ledergerber ja wohl) wieder einführen, dann dürfte Ledergerber als „Elmar der Erbärmliche“ oder „Elmar der Mauschler“ in die Geschichte eingehen.
„Gehen“ wäre jedenfalls Fall korrekt, Elmar.
der absender: http://www.terminal-z.net/
Geschrieben am 18. September 2007 um 10:06Uhr | Permalink
angi schrieb:
Ich wohne in Deutschland und verfolge das Züricher Theatergeschehen nur am Rande. Meine Frage ist, ob Matthias Hartmann in Bochum nicht künstlich hochgeschrieben wurde um Haußmann eines auszuwischen und in Wahrheit als Intendant einfach ziemlich unfähig ist? Hält man das in Zürich für möglilch?
Geschrieben am 18. Oktober 2007 um 17:03Uhr | Permalink
sam schrieb:
es ist schön zu wissen, dass einer wie hartmann nun am burgtheater keine entwicklungsmöglichkeiten nach oben mehr hat und sich nun seine boshaftigkeit gegen sich selbst richten muss. der aufstieg zur burg zum glück eigentlich ein abstieg in eine schleimig-parfümierte hölle.
aber zu deiner frage, ob sich in zürich je jemals die frage nach der unfähigkeit nach hartmann gestellt hat:
darüber äussert sich niemand in zürich. die sozialdemokratische kulturpolitik nicht, weil sie den marthaler-rauschmiss und die wahl des osnabrücker-tyrannen mitzuverantworten hat, die theaterschaffenden sowieso nicht, weil man sich die optionen richtung burg als theaterschaffender nie verbaut. das ist so eine grundregel der branche: vermassle es dir nicht mit jenen, die dir den weg auf der marmortreppe richtung burgtheater ebnen könnten! deswegen weid dann so einer eben auch könig der burg, leider. dass hartmann unfähig ist und mit seinen irrationalen schüben millionenschäden verursacht (siehe streik inkl abfindungskosten als folge von hartmanns ego), ist eigentlich auch allen klar. aber wie in der privatwirtschaft wird auch in rechtskonservativen verwaltungsräten unfähigkeit in leitungsetagen eher als kavaliersdelikt angeguckt, solange die ideologie des chefs stimmt. ja, es wird sogar als besonders stramm und “rassig” angeschaut, wenn hartmann sein peitschen elegant schwingt, dabei massiv kollateralschäden verursacht und dann die defizite als erfolge ausweist. diese form von neoliberalen kriminellen verhalten ist nicht nur an theatern salonfähig. dies ist ein erfolg der kulturrevolution der neo-cons. nicht zufällig wird hartmann mittlerweile von der rechtslastigen “weltwoche” hofiert, als bissige deutsche dogge im kampf gegen die sozialdemokratische zürcher regierung.
Geschrieben am 19. Oktober 2007 um 11:47Uhr | Permalink
angi schrieb:
Dass sich die Politik und die Schauspieler offiziell dazu nicht äußern, habe ich mir schon gedacht, aber was sagen sie denn hinter vorgehaltener Hand? Mich würde auch interessieren, wie denn nun die Besucherzahlen im zweiten Jahr ausfielen. Im ersten Jahr wurde ja über leere Ränge gemunkelt, obwohl Hartmann steigende Zahlen bekanntgab. Wie sah es denn in der zweiten Spielzeit aus?
Geschrieben am 22. Oktober 2007 um 21:55Uhr | Permalink
rb schrieb:
Hartmanns Spielplan ist konsequent auf Zuschauermaximierung ausgerichtet, das zahlte sich letzte Spielzeit aus, die Zahlen waren sehr gut, so hört man — wobei die Vor-Marthaler-Zahlen noch längst nicht erreicht sind.
In Bochum hatte Hartmann für ein Zuschauerwunder gesorgt, deshalb wurde er auch nach Zürich geholt. Die Frage, ob er als Intendant “ziemlich unfähig” ist, kann man nicht beantworten, als Manager macht er jedenfalls vieles richtig (ohne dass ich etwas zur angeblichen “Tyrannenherrschaft” sagen kann, dafür fehlt mir der Einblick). Viel eher entscheidend ist die Frage: Wollen wir ein solches Theater? Eines, das man vor allem im Pfauen als gehobenes, teilweise auch intelligentes Boulevardtheater mit vielen Star-Schauspielern bezeichnen könnte? (Hier mehr dazu) Ich bin dieser Art Theater nicht grundsätzlich abgeneigt, wie viele andere in der Szene. Ich habe unter Hartmann schon einige tolle Theaterabende erlebt; dennoch glaube ich nicht, dass man über seine Ära in 10 Jahren noch sprechen wird, zumindest was das Künstlerische betrifft…
Geschrieben am 23. Oktober 2007 um 00:11Uhr | Permalink
angi schrieb:
Ist die behauptete “Tyrannenherrschaft” eigentlich eine Einzelmeinung von “sam” oder ist man in ZHürich generell der Ansicht, Hartmann handle “tyrannisch”? Laufen ihm die Schauspieler davon oder wie äußert sich die “Tyrannei”?
Geschrieben am 5. November 2007 um 06:25Uhr | Permalink
sam schrieb:
dazu wird sich niemand äussern, weil nur feiglinge und rückgratslose schleimer es lange bei hartmann aushalten und sich seinen launen aussetzen. aber frag in der theaterszene rum, liebe angi. hartmann hat einen schrecklichen ruf. und ich rate jedem: hört auf diese geschichten. sie treffen zu! ich habe unter hartmann gearbeitet und es war nicht schön zu sehen, wie er schauspielerInnen und dramaturgen an der kurzen leine hält, sie desinformiert lässt, wie er kasten einrichtet. wie zynisch er menschen aburteilt. und wie schlabbrig kitschigen scheiss er erzählt, wenn er meint, er sei tiefsinnig. grauenhaft. zudem bezweife ich die tatsache, dass er als manager so vieles richtig macht. er bedient das subventionsvergasersystem einfach am effizientesten und salbt die rechtsbürgerlichen verwaltunsgsräte mit der illusion von geschäftstüchtigkeit. es soll mir niemand sagen, dass ein höllisch teurer botho strauss im schiffbau mit wenig publikum eine ökonomische glanztat ist. das ist dann eben auch so eine falsche wahrheit. und dass er seine schwester annette raffalt – die in der szene als die “eva braun des kindertheaters” gilt – auch noch über die welt des kindertheaters herrschen lässt – ist symptomatisch. walddorfschule-terror. eine ur-deutsche mischung aus rübensaft und militarismus. aber es passt: genau das ist im kern das deutsche theatersystem: in die zivilgesellschaft importierte militärische struktur, angereichert mit einem schuss romantischer esoterik. bioterror. und das prädestiniert einen menschen wie hartmann für die burg. denn nur von dort sieht man nach bayreuth.
Geschrieben am 5. November 2007 um 09:53Uhr | Permalink
angi schrieb:
Seien Sie doch froh, dass Hartmannn an die Burg geht, dann sind Sie ihn in Zürich wenigstens los. Aber wer weiß: München machte die Verpflichtung Christoph Albrechts als Staatsopern-Intendant auch rückgängig und holte stattdessen Bachler. Vielleicht übe3rlegt es sich Wien auch nochmal anders.
Geschrieben am 12. November 2007 um 11:44Uhr | Permalink
cinderella schrieb:
am schauspielhaus nun zu sehen, laut tagi eine mischung aus george lucas, “drei nüsse für aschenbrödel” und hermann hesse: cinderella. wie süüüüüs….
Geschrieben am 20. November 2007 um 08:50Uhr | Permalink