Kunst/Museen
20. Oktober 2007
Cabaret Voltaire: Ein kleiner Fall Schauspielhaus?
Nach dem Ausstieg von Swatch als Hauptsponsor ist die Zukunft des Cabaret Voltaire ernsthaft gefährdet. Aufgrund der Medienberichterstattung (hier, hier und hier) bleiben einige Fragen offen, die kein gutes Licht auf die Organisation dieses Kulturbetriebs werfen:
- Warum erfährt der Co-Direktor von einem Journalisten, dass der Hauptsponsor aussteigt? Und warum haben die Direktoren nie nachgefragt, schliesslich war klar, dass der Vertrag irgendwann auslaufen wird?
- “Die momentanen Verhandlungen mit möglichen neuen Geldgebern laufen über unseren Trägerverein”, sagt Philipp Meier in der NZZ. Schön für einen Direktor, wenn er sich nicht ums Geld kümmern muss. Nur: so etwas gibt es in keinem modern geführten Kulturbetrieb, die künstlerische Leitung ist bei wichtigen Sponsoringfragen immer in irgendeiner Weise involviert. Welcher Sponsor oder Gönner will schon sein Geld einem Funktionär überreichen?
- Die Aussagen von Jean-Pierre Hoby im Tagi, er habe die künstlerische Leitung Anfang nächster Woche über den Ausstieg von Swatch informieren wollen, lassen darauf schliessen, dass er an den Verhandlungen mit Swatch zumindest beteiligt war. Wie kann es sein, dass jemand für das Auftreiben von externen Geldern mitverantwortlich ist, der in der Öffentlichkeit nicht voll hinter dem künstlerischen Programm steht? Wie muss man sich die Verhandlungen da vorstellen? Vielleicht so: “Ich find zwar auch nicht so toll, was die machen, aber geben Sie ihnen doch trotzdem Geld.”
Alles in allem bleibt der Eindruck, als würden Trägerverein und die künstlerische Leitung aneinander vorbeiarbeiten. Man ist geneigt zu sagen: ein kleiner Fall Schauspielhaus.
Zum Thema:
Geldnot und Geldsegen
gruppe edvard kunzt schrieb:
Internationaler Aktionstag der Kunst
Kunst ist doch nicht bloss:
- Schaumbad für die perversen, fetten Schweine!
- Verdienstabzeichen für die sabbernden, aufgeblasenen Hyänenkunstakademien!
- Spekulationsware für die aasfressenden, geschäftssüchtigen Galeristenratten!
- Hobbymarkt der langweiligen, stinkenden, alles verstopfenden Murmeltiere!
- Spielwiese für die tollwütigen, kleinhirnigen, karrieregeilen Knallfrösche!
Nein! Nein! Nein! Nein! Nein!
Kunst ist ganz was anderes!!!!
Gemeinsam sagen wir Nein! Nein! Nein! Nein! Nein!
Mit einer PROTEST-ABENDVERKAUFKONSUMIERPARADE:
Treffpunkt Donnerstag 01.11.2007
19h in den Innenstädten von
Frankfurt, Berlin, Hamburg, Kassel, Düsseldorf,
Wien, Graz,Zürich, Basel, Genf, Bern, Luzern und Lausanne…
Wir kaufen alle Läden leer!
Wir sind das Volk!
Wir sind die Kunst!
Kommt zahlreich! Wir werden siegen!
Gruppe Edvard Kunzt international
Geschrieben am 30. Oktober 2007 um 11:53Uhr | Permalink