Politik
24. Oktober 2007
Kulturleitbild: Klassische Musik grösster Profiteur

Noch vor wenigen Monaten sagte Stadtpräsident Elmar Ledergerber, er wolle den Anteil der Kultur an den gesamten Aufwendungen der Stadt Zürich auf ein “langjähriges Mittel von 1,5 Prozent” bringen (2006: 1,2 Prozent). Im neuen Leitbild für die Jahre 2008 — 2011 steht als Richtgrösse nur noch 1 bis 1,5 Prozent.
In absoluten Zahlen (Tabelle oben) fällt vor allem der Bereich Klassische Musik auf, der ab 2008 zusätzliche 1,7 Millionen Franken erhalten wird, dies hauptsächlich wegen der anstehenden finanziellen Sanierung des Kammerorchesters. Zu erwarten ist jedoch, dass die Klassische Musik noch viel mehr zusätzliches Geld beanspruchen wird, je nachdem wie stark die Löhne der Tonhalle-Musiker bei der Besoldungsrevision erhöht werden. Der klassische Konzertbetrieb verschlingt den grössten Anteil der Subventionserhöhungen – als zukunftsgerichtet kann man das nicht bezeichnen.
Durchaus positiv ist, dass die Stadt neu mit jedem subventionierten Institut eine Leistungsvereinbarung abschliesst. Mal schauen, ob dies die zurzeit zahlreichen Konflikte zwischen Institutionen und Trägerschaft bzw. Politik etwas zu entschärfen hilft.
-> Leitbild (pdf, 1.2 MB ), Artikel Tages Anzeiger, Artikel NZZ
_* schrieb:
die schleichende MONACOisierung von zürich wird nicht nur im ausmerzen günstiger wohn- und arbeitsräume und im zu tode «aufgewerteten» stadtbild sichtbar, sondern auch in diesem kulturleitbild!
falls es in zürich so etwas wie standortmarketing gibt, dann scheint ein solches folgendermassen formuliert zu sein: «zürich – die edelnutte der schönen und reichen dieser welt!» (wobei: die oligarchen können sogar gratis in ihr schlafen!!!)
Geschrieben am 24. Oktober 2007 um 17:39Uhr | Permalink