Bühne


Schauspielhaus: Samirs Leid

Foto Tanja Dorendorf
Das Ungeplante war der Höhepunkt an der Premiere von “Die Glasmenagerie” in der Regie von Samir: Laura (Cathérine Seifert) erzählt Jim (Oliver Maucci) bei Kerzenschein von ihrem Leid, da ruft ein Zuschauer aus den hinteren Reihen “lauter!”. Worauf der wunderbar verschmitzte Masucci an Laura gerichtet sagt, sie solle sich nichts daraus machen, vielen Menschen gehe es schlecht – auch hier im Publikum.
Überhaupt war Masucci herausragend in einer Inszenierung, die voll auf Emotionen setzt. Bei Samir ist Tom, die Hauptfigur, offensichtlich schwul – und es gibt Andeutungen, dass er eine Beziehung zu seinem Arbeitskollegen Jim pflegt. Jim jedoch küsst Laura nach dem berühmten Tanz mit dem zerbrochenen Einhorn so innig, dass es sich dabei nicht bloss um einem Mitleidkuss handeln kann. So viel (verbotene) Liebe und dann geht doch alles schief!
Ein bisschen wirkt dies auch wie ein Abbild von Samirs verzwickten geschäftlichen Situation: kürzlich musste er alle Mitarbeiter seiner vielfach gerühmten Filmproduktionsfirma entlassen.

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