Literatur
29. Oktober 2007
Bücher gratis ins Netz stellen lohnt sich
Der Science-Fiction-Autor und Blogger Cory Doctorow hat seinen Roman “Backup” zum gratis Herunterladen ins Internet gestellt, zugleich kann man die gedruckte Fassung im Buchhandel kaufen. Ein Buch mit einer Creative-Commons-Lizenz gratis ins Internet zu stellen, lohne sich, sagt Doctorow in der taz:
“Alle Indikatoren deuten darauf, dass man mehr Bücher mit einer Creative-Commons-Lizenz verkauft als ohne. Mein Debütroman wurde über 750.000-mal von meiner Website heruntergeladen. Es gibt etliche Übersetzungen und Visualisierungen von Fans. Derweil ist die englischsprachige Printausgabe in der siebten Auflage angekommen. Ich kann mich vor Aufträgen kaum retten, und die ganze Kampagne hat mich 0 Cent gekostet.”
Sollen also alle Autoren ihre Bücher gratis ins Netz stellen? In Einzelfällen ist dies sicherlich ein guter Marketingtrick (dank dem man unter Umständen gar einen Gratis-Beitrag auf kulturblog.ch erhält). Selbst Elfriede Jelinek hat dies gemerkt. Tun dies jedoch alle, so verpufft der Werbeeffekt. Immerhin, im Gegensatz zur Musik ist die Gratis-Internet-Strategie in der Literatur ziemlich risikofrei — kaum jemand wird auf den Buchkauf verzichten, nur weil er den Roman auch gratis auf dem Computerbildschirm lesen könnte.
Zum Thema:
Bücher wandern ins Netz
unkultur schrieb:
Verschiedene Leser zeigen ein sehr unterschiedliches Verhalten. Ich beispielsweise finde ein Buch als PDF auf einer Website äusserst unsexy. Trotzdem würde ich das Angebot nutzen, um die ersten ein oder zwei Seiten zu lesen; danach würde ich mich entscheiden, ob ich das Buch online bestellen sollte.
Natürlich kann ich auch in einer Buchhandlung die erste Seite lesen und dann das Buch kaufen. Aber manchmal möchte ich spontan online bestellen, sobald ich die Idee habe.
Geschrieben am 29. Oktober 2007 um 16:11Uhr | Permalink