Kunst/Museen
13. November 2007
Chaos bei der städtischen Kunstsammlung — die Lösung
Die Stadt hat die Übersicht über ihre 32′700 Kunstwerke längst verloren. Gemäss einer Mitteilung konnte bei einer Überprüfung der 700 wertvollsten Werken ein Dutzend nicht mehr gefunden werden. Wahrscheinlich hingen sie einmal in Büros, und die Beamten nahmen sie bei der Frühpensionierung als eigenmächtig erteilte Prämie mit nach Hause.
Die Stadt steckt nun mehr Mittel in die Bewirtschaftung der Kunstsammlung und hat dafür die Kunstexpertin Dr. Caroline Kesser angestellt. Weshalb hortet die Stadt überhaupt Unmengen von Kunstwerken, die meisten davon irgendwo in einem Lager? Günstiger und sinnvoller wäre: die Kunst dem Volk zurückzugeben. Das ginge am Besten mit einer jährlichen Kunstlotterie. Alle Werke, die die Stadt nicht selber gebrauchen kann, werden verlost, mitmachen können alle Einwohner der Stadt. Was die Gewinner mit dem Werk machen — in der Stube aufhängen, weiterverkaufen, verbrennen — ist dann ihnen überlassen.
Nachtrag 14.11: Auch Damian Hirst verlost Kunst
Rolf Siegenthaler schrieb:
Die Stadt legt bei jedem öffentlichen Bauwerk einen kleinen Prozentsatz des Baukredites zur Seite, um damit Kunstwerke zu erstehen. Es handelt sich um die Kredite für “Kunst am Bau”. Auch wenn der Prozentsatz gemessen an der Bausumme klein ist, kommen so doch erkleckliche Beträge zusammen. Der Chinagarten wurde beispielsweise für 6 Mio. Fr. aus dem Kredit für Kunst am Bau aus dem Neubau des Druckwasserstollens Lyren-Moos finanziert. Normalerweise profitieren aber ganz normale bildende Künstler von den Krediten der Stadt, die ihre Kunstwerke ersteht und den Künstlern eine Einkunft durch den Verkauf ihrer Erzeugnisse ermöglicht. Klar, dass dadurch viel mehr Kunst in den Besitz der Stadt gelangt, als öffentlich gezeigt werden kann. Ab und zu geht etwas verloren und das geht ins Geld. Selbstverständlich ist das Geld Volksvermögen, das allen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern gehört. Die SVP hat schon vor Jahren Vorstösse zu diesem Thema gemacht, ohne jeden Erfolg. Ohne Druck der Öffentlichkeit geschieht einfach nichts. Ich würde es sehr begrüssen, wenn dieser Druck entstünde – auch über das Mittel dieses Blogs.
Rolf André Siegenthaler, Kantonsrat, Präsident SVP der Stadt Zürich
Geschrieben am 13. November 2007 um 22:39Uhr | Permalink
rb schrieb:
Ich möchte jedoch betonen, dass ich keineswegs gegen die Kredite für Kunst am Bau bin und schon gar nicht gegen den Kauf von Werken durch die Stadt (dies ist eine sehr sinnvolle und nötige Förderungsmassnahme).
Was ich jedoch nicht notwendig finde, ist, dass die Stadt dann 10′000e von Werken in Lagerräumen hortet — deshalb die Idee mit der Lotterie.
Geschrieben am 13. November 2007 um 22:55Uhr | Permalink
Pavel schrieb:
Gebt die Kunst dem Volk zurück? Du alter Revoluzzer. Der Kulturblog geht um in Europa, tsts… Aber Du hast schon recht: Es erscheint mir recht hirnrissig, Kunst in Kellern vergammeln zu lassen, wo sie sich niemandem mitteilen kann. Das ist asozial und unverantwortlich! Die Stadt Zürich sollte sich etwas schämen. Wahrscheinlich aber wäre eine Auktion – meinetwegen auch eine “Volksauktion” – realistischer als eine Lotterie… x
Geschrieben am 13. November 2007 um 23:30Uhr | Permalink
Pavel schrieb:
…und die Erlöse der Auktion müssen dann natürlich ins Opernhaus fliessen. Bitte.
Geschrieben am 13. November 2007 um 23:35Uhr | Permalink
rb schrieb:
Eine Wohltätigkeitsauktion für eine neue Spoerli-Lastwagenbeschriftung — da bin ich auch dabei.
Geschrieben am 14. November 2007 um 09:29Uhr | Permalink
Pavel schrieb:
Ja, genau. Eine neue Lastwagenbeschriftung muss her! Wie aber könnte sie lauten? Deinem Beispiel folgend könnte man doch schreiben
Ave Spoerli, voll der Pomade,
Pereira ist mit Dir.
Du bist die wahre Ballerina,
und gebenedeit ist die Last Deines Leibes (KEKSE!!!!!)
Diva assoluta, Gebieterin über das Handlungsballett,
choreographiere weiter für uns Banausen, jetzt und bis der letzte Vorhang fällt.
Grand plié!
Ich liebe Herrn Spoerli übrigens sehr. Ehrlich!
Geschrieben am 14. November 2007 um 22:58Uhr | Permalink