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Warum so viele Leute in die Kulturbranche drängen

Freischaffende Künstler verdienen in Deutschland durchschnittlich 900 Euro pro Monat, dennoch ist deren Anzahl in den letzten 15 Jahren von 58′460 auf über 152′000 gestiegen. Den angestellten Künstlern geht es nicht viel besser, viele Kulturbetriebe bezahlen miserable Löhne.
In der Schweiz dürfte die Situation ähnlich sein: immer mehr Leute drängen in die Kulturbranche, obwohl die Löhne tief sind — und tendenziell eher sinken. Weshalb ist das so? Für den KulturSpiegel ist klar: die bewundernde Aufmerksamkeit, die die Künstler erfahren, kompensierten den niedrigen Lohn.
Das mag in vielen Fällen stimmen, greift aber als Erklärung zu kurz. Denn: im Kulturbereich arbeiten auch viele gut ausgebildete Leute hinter den Kulissen zu einem Tiefstlohn — ohne künstlerische Ambitionen. Erklärbar ist das nur mit einer gewissen Magie, die dieser Bereich ausstrahlt. Eine Theaterfrau sagte mir kürzlich: wenn ihr verboten würde, als Zuschauerin ins Theater zu gehen, damit könnte sie gut leben. Wenn ihr jedoch verboten würde, hinter den Kulissen mit den Künstlern zu arbeiten, diese Spannung vor den Premieren mitzuerleben, das würde sie nicht aushalten. Am treffendsten bringt diese Magie ein Bonmot aus der Zirkuswelt auf den Punkt: wenn du einmal Sägemehl in den Schuhen hattest, kriegst du es nicht mehr raus.

Kommentare (21) zu “Warum so viele Leute in die Kulturbranche drängen”

  1. unkultur schrieb:

    Hochinteressante Frage! Du zwingst mich zur Introspektion. Ja, ich gehöre zu den gut ausgebildeten Leuten hinter den Kulissen, die null Aufmerksamkeit und einen niedrigen Lohn kriegen ;-) Was ist meine Motivation? Habe ich “Kulturluft geschnuppert”?

    Ursprünglich war meine Motivation tatsächlich, dass mich die Welt der Kultur viel stärker interessiert als, sagen wir mal, die Finanzbranche. Ich musste abwägen: Mache ich lieber für wenig Geld etwas, das mich interessiert, oder für viel Geld etwas Ödes? Die Entscheidung fiel mir leicht, weil zu diesem Zeitpunkt niemand (mehr) finanziell von mir abhängig war. Vielleicht wäre sie andernfalls pragmatischer ausgefallen.

    Heute hat sich das Interesse nicht vermindert; im Gegenteil. Hinzugekommen ist die Erkenntnis: Die Kulturbranche benötigt einen ständigen Nachschub an professionellen Leuten, die idealerweise NICHT selbst Künstler sind. Vielleicht kann ich einige meiner “Artgenossen” dazu motivieren, ebenfalls in der Kulturbranche tätig zu werden. Allerdings nur, wenn ich ihnen verschweige, wie der Lohn aussieht ;-)

  2. rb schrieb:

    Nein! Es gibt schon jetzt viel zu viele Bewerber für die wenigen einigermassen gut bezahlten Jobs. Unterlasse es bitte, Deine “Artgenossen” zu motivieren! Da sind schon genug! ;-)

  3. fastkultur schrieb:

    „… wer sich mit Kultur umgibt, der gehört zu einer glamourösen, illustren Welt. Jedenfalls theoretisch. Wer sicheres Geld verdienen möchte, sollte sich von dieser Branche möglichst fernhalten“ (Spiegel-Online). Dennoch: Es gibt eine Möglichkeit am Kultur-Glamour teilzuhaben und dennoch sehr gut zu verdienen: Man werde Mitglied im Verwaltungsrat eines Kunstbetriebes! Da verdient man sein gutes Geld in der Finanzbranche, in einem Industrie- oder Handelsunternehmen und darf ständig auf Vernissagen und Premieren seine Kunstbeflissenheit vor sich hertragen und an der „illustren“ Welt der minderverdienenden bildenden Künstler, Musiker, Autoren und Theatermacher teilhaben.

  4. unkultur schrieb:

    Wieso denn? Ich animiere sie ja nur für die schlecht bezahlten Jobs ;-)

  5. rb schrieb:

    @ unkultur: da bin ich beruhigt.

    @ fastkultur: ich würde mich gerne fürs Umgekehrte zur Verfügung stellen: Ich arbeite Vollzeit in der Kunstbranche — von mir aus auch ohne Lohn — dafür nehme ich ein VR-Mandat einer Bank an, bei dem man für vier Sitzungen im Jahr eine halbe Million Franken verdient. Nur, wie kommt man an ein solches VR-Mandat? Hat vielleicht ein kulturblog.ch-Leser eins zu vergeben?

  6. philipp meier schrieb:

    wir benötigen dringend leute, die sinn in ihrem leben in einer (unbezahlten!) arbeit im kultursektor suchen. wir bieten adrenalistische berg- und talfahrten like höllenritt auf suppermegagigaachterbahn! in einem nanoteam kriegt mann und frau einen direkten einblick in die grosse post/dadaistische machtzentrale. akrobatisches querdenken von vorteil!
    @rb: und wenn du dann im VR sitzt, dann lässt du die besagte firma das cabaret voltaire fördern. oder: falls dir das lukrative VR-mandat verwehrt bleibt, dann kannst du immer noch im trägerverein des cabaret voltaire einsitz nehmen. selten warst du näher am kulturellen machtzentrum von zürich…;)))

  7. Hanspeter Gautschin schrieb:

    Auch im Kunst- und Kultursektor gibt es auf der Verdienstseite grosse Unterschiede. In den satt subventionierten ‘Leuchttürmen’ dürfte das obere Kader nicht viel schlechter verdienen als in konventionellen Branchen. Doch wie könnten sich die restlichen mind. 90 Prozent besser finanzieren, ohne allzu fixiert auf zusätzliche Betriebsbeiträge der öffentlichen Hand zu hoffen? Das wäre doch auch einmal eine Diskussion wert. Es gäbe da m.E. schon noch vielversprechende Möglichkeiten…

  8. rb schrieb:

    In den Leuchttürmen verdient das Kader tatsächlich nicht schlecht — aber längst nicht so gut wie in der Privatwirtschaft. Miserabel sind zum Teil aber die Löhne in den ganz normalen Stadttheatern oder Kunsthallen.
    Was sehen Sie denn als vielversprchende Möglichkeiten, Herr Gautschin?

  9. Hanspeter Gautschin schrieb:

    Ansatzweise habe ich in meinem heutigen Posting ‘Goldstaub liegt in der Luft’ Hinweise gegeben.

  10. EinHeini schrieb:

    In der Schweiz haben wir überdurchschnittlich viele Lehrer oder Architekten als Kulturschaffende – oder Vermittelnde – ergo folgere ich ketzerisch – mit mehr als einer Dekade als «woorking poor»-vollzeit-kulturmacher in einer dieser schwimmenden kulturellen Leuchtbojen auf dem Buckel :

    Suche zuerst einen anständigen Brotjob, bevor du dich als Hobby der Kultur widmest.

    Und merke Dir: Immer wieder wirst Du auf deiner Kulturlaufbahn auf Leute treffen, die nicht wissen, was es heisst, im Leben selber auf vieles verzichtet haben, um Kultur jenseits der Leuchttürme in windumtosten Umfeld zu ermöglichen.

    Diese Leute sagen dir dann (gerne): «Jö, du machst aber etwas schönes, dafür darfst du dich auch im Abglanz kultureller Höchstleistungen sonnen» und meinen, es ist doch eigentlich ganz nett, das man sein Hobby zum Beruf gemacht hat und dazu noch etwas verdient.

    Allzu sind es aber genau diese Leute, die, wenn sie ihre dritte Säule gefüllt haben, ihr Reservoir an sozialem Prestige mittels der Kultur aufzufüllen zu versuchen.

    Vielleicht sitzen sie sogar in einem kulturpolitischen Gremium, dass über Deine Projekte entscheidet – zu inhaltlich-aesthetischen Kriterien kann schliesslich jede(r) was sagen.

    Vielleicht ändert sich in der Akzeptanz der Kulturjobs (die sich ja durchaus auch im Finanziellen wiederspiegelt) ja was, wenn die Horden der durch Kulturmanagement-Ausbildungen gegangene Leute in die “immer mehr werdenden Jobs” strömen und den Mehrwert der Ausbildung auch in der Lohnabrechnung sehen möchten.

  11. sam schrieb:

    Auch so ein Heini spricht: In der Kultur ist es wie an vielen Orten. Jene, die über die Gelder und Jobs bestimmen, sind – wie das der obere Heini auch schon sagte, jene, die sich Kunst als Hobby leisten, selten die Experten auf ihrem Fach. Nur so ist es möglich, dass freiwerdende Stellen von den Növös und Nichten der gleichen gutbürgerlichen Schicht besetzt werden, aus denen die Bestimmer selber kommen. In Deutschland hat es sich gezeigt in neusten Studien: sozialer Aufstieg ist für Menschen, die nicht aus der privilegierten Schicht kommen, sogut wie unmöglich. Das ist im Kulturbetrieb nicht anders. Wer einmal stigmatisiert ist als einer, der es “nötig” hat, mit seiner Kunst Geld zu verdienen, der verliert viel Rankingpunkte auf dem virtuellen Wert-Barometer des Kunstbetriebs und beginnt nach Armut zu stinken. Was soll man als Nicht-privilegierter dagegen tun und nicht zu jammern anfangen? Rückgriff auf kollektive Formen! Um den Eros des “Bösen” – der so wichtig ist, damit man sich kapitalisieren kann – gibt es zwei Möglichkeiten. Die Marlon Brando Methode: Man erfindet sich als schreibender Ex-Knasti (Bukowski), Gabelstapelfahrer (Kamerun) oder Wahnsinniger (Meese), der genug Sex hat, damit er für das Bürgertum genug interessant scheint, oder man solidarisiert sich mit anderen, macht böse Kunst, die – ein wenig zumindest – den Sex des Kollektivismus jenseits allen Sockentheater-haften austrahlt. Ohne ein Bewusstsein dieser erotischen Wechselbeziehung von Künstler zum Bürgertum geht man auch heutzutage unter und wird sich unter den Klinkenputzern von C-Films, Schauspielhaus-Hartmanns und Co. wiederfinden. Deshalb: Künstler, vereinigt Euch. Jammern bringt nix.

  12. philipp meier schrieb:

    als ob alles besser wäre, wenn «experten des fachs» gelder und jobs verteilen würden.

    ein «gejammer» ist scheinbar ein «minderwertiger diskussionsbeitrag».

    die gelder und jobs sind beschränkt (punkt!)

    bin ich als nichtakademiker, respektive ausgebildeter handwerker nun die ausnahme, die die regel bestätigt oder ein beispiel dafür, dass es auch anders möglich ist?

    das wiederkehrende abspulen bisher dagewesenem finde ich übrigens nicht förderungswürdig (worunter viele kunstformen fallen)

    @sam: wozu sollten sich welche künstler vereinigen?

  13. EinHeini schrieb:

    Künstler sollen sich vereinigen, um ihre Anliegen zu formulieren und ein Minimum an sozialer Sicherheit einzufordern, wie das andere Berufstätige Gruppen auch tun.

    Wenn der Künstler alt ist, soll er nicht minder leben müssen als ein Handwerker oder andere Berufsgattungen auch, auch wenn er nicht bloss “sinnvolle”, unmittelbare Werte schafft.

    Gelder und Jobs sind beschränkt – Kulturmacher zu sein, ist und bleibt ein prekärer Lebensentwurf. Aber jeder hat ja selber die Wahl. Achtung bei der Berufwahl!

    Selber dumm, wer sich falsch entscheidet. Egal ob Akademiker, Handwerker oder Autodidakten – Entlöhnung sagt immer auch etwas über die Wertschätzung der getanen Arbeit, respektive der Kultur(sparte) aus.

    Und ist es nicht ein unbeschriebenes Gesetz, dass je mehr Willige auf dem (deregulierten) Kultur-Arbeitsmarkt drängen, desto mehr finden wir Praktikas mit Stellenbeschrieben, die eigentlich keine Praktikas mehr sind? Da werden Stellen einfach nur noch saisonal besetzt oder zentrale kulturelle Dienstleistungen im Stundenansatz abgegolten?

  14. Hanspeter Gautschin schrieb:

    @EinHeini: Apropos soziale Sicherheit: Handwerker und andere Berufsgattungen müssen – sofern sie selbständig erwerbend sind – selbst für ihre soziale Sicherheit (vor)sorgen. Die Ablieferung von AHV-Beiträgen ist jedoch auch bei Selbständigerwerbenden zwingend. Anonsten steht’s ihnen frei, fürs Alter vorzusorgen. Im übrigen finde ich, dass es ja ein freier Entscheid ist, sich als Künstler zu betätigen.
    Und dann noch: Wir assoziieren gerne Künstlerdasein mit Armut und vergessen dabei, dass gerade in diesem Bereich unerhörter Reichtum geschaffen wird – ideell und eben auch materiell.

  15. EinHeini schrieb:

    @Hanspeter Gautschin: Plädieren Sie also für ein «neues Unternehmertum» im Kulturbereich, so wie das die SVP dies anfangs Februar 2007 getan hat, als diese die Kulturschaffenden aufforderte, quasi selbständig in der Kulturszene zu agieren; ihre Projekte über Gelder bei Privaten zu finanzieren?

    Soll der Markt alleine über den Erfolg bestimmen? Oder anders gefragt: Schafen DJ Bobo, die Kasselruther Spatzen oder Rolf Knie neben materiellen Werten auch Nutzen für die Gesellschaft?

    Es gilt in meinen Augen nach wie vor klar zu trennen: Der kreative Prozess an und für sich ist “heillig” – um kreativ sein zu können, sich vertieft Auseinander zu setzen und etwas Bleibendes zu schaffen braucht es Zeit und Muse und letzen Endes ist Zeit Geld. Distribution, Marketing etc. sind dann Mittel und Weg, den Markt zu durchdringen.

    Vergegenwärtigen wir uns die Dimensionen des heutigen Kulturmarktes Schweiz, zeigt sich auch in aller Deutlichkeit, dass Kulturpolitik nicht losgelöst von ökonomischen Zusammenhängen auf stark nach wirtschaftlichen Prinzipien funktionierende Kultursegmente einwirken kann.

    Wo lokale Künstler neben internationalen Konzernen agieren, kommt staatlichen Fördermassnahmen eine zentrale Rolle zu.

    Die Förderung muss für die Wirtschaft uninteressante Bereiche wie die Kreation, also die Schaffensphase der Künstler, schützen.

    Nochmals: Künstler brauchen vom Staat geschaffene Freiräume, damit sie ein Niveau und Originalität erreichen, denn sie sollen auf dem Markt bestehen und eine breite Öffentlichkeit erreichen können.

    Nicht ganz ohne Grund gibt es deshalb in Frankreich oder Deutschland Sozialvorsorgeeinrichtungen für Künstler (aber selbstverständlich nicht für alle).

    Deshalb sind die Forderungen von Suisseculture http://www.suisseculture.ch/docs/comm/pc070228d.htm durchaus stringent und berechtigt.

    „Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles was gezählt werden kann, zählt..“
    Albert Einstein

  16. Hanspeter Gautschin schrieb:

    Ja, die liebe SVP – immer ein überaus gutes Totschlagargument, um eine mögliche Diskussion zu ersticken…Wenn Sie beispielsweise einmal meine Beiträge im entsprechenden Blog studierten, würde Ihnen auffallen, dass ich mich – fern aller SVP-Ideologie – AUCH um das Wesen einer substantiellen öffentlichen Förderung Gedanken gemacht habe und immer wieder mache. Es brauchte halt gerade in der aktuellen Kunst- und Kulturförderung – Kunst und Kultur wird ja zumeist von den Kulturfunktionären bunt durcheinandergemischt – INNOVATIONEN. Ich finde es deshalb persönlich bemühend, wenn immer wieder die konträre, SVP-ferne ideologische Leier von den ‚wahren Kultur- und Kunstverstehern’ gespielt wird, ohne auch nur je andere Sichtweisen zu prüfen.

    Apropos DJ Bobo, die Kasselruther Spatzen oder Rolf Knie: Das war erstens ihre eigene Entscheidung, mit Kitsch und Kommerz die Welt zu beglücken. Das ist dann eben Unterhaltungs-Kommerz. Einig gehe ich jedoch mit Ihnen, dass die KUNST Freiräume braucht. Kunst ist m.E. als Forschungsprojekt der experimentellen Wahrnehmungs- und (vielleicht sogar) Sozialpsychologie zu verstehen.

    Und noch zur Frage: Soll der Markt alleine über den Erfolg bestimmen? Ja, zum Teufel auch. Wer ist denn der Markt? Leiden auch Sie schon unter dem Sachzwang wie die Top-Manager der Wirtschaft, welche sich von einem ominösen Markt gegängelt fühlen?

  17. sam schrieb:

    @philippe meier. die ausnahme von der regel? warum wollen sie denn das dadahaus abschiessen? trotz seiner internationalen ausstrahlung? und bezüglich” jammern”: jammern finde ich selbstverständlich auch eine sehr kreative energie. aber: diejenigen, die sich als elite sehen, spucken auf die demokratisierung der debatte im netz und die auflösung der leitmedien. was wir kulturblogger vielleicht als kreative vertiefung der diskussion sehen, wird von der privilegierten elite als kleinbürgerliches wühlen im virtuellen komposthaufen empfunden, siehe http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/kakofonie_von_inhalten_1.588327.html ein meienbergsches geklöne, das nur die unzufriedenen nötig haben ( so sehe ich selber das nicht, viele der monopolisten aber schon )

    @hanspeter gautschin. die entscheidende frage ist, wer diesen reichtum der kunst dann abschöpft. im theater sicher nicht die wertschöpfungsgeneratoren, sondern das bürgerliche (deutsche)stadttheater. deshalb muss zur erreichung eines internationalen niveaus wie in belgien und holland mehr in eine freie szene umverteilt werden, die selbstverwaltete compagnies kennt, mit produktioneller eigenverantwortung. nur so fliessen die generierten ideelen und finanziellen werte zurück zu den künstlern und nicht in die bürokratische verwaltung. hier wären markt- und wettbewerbssteigernde massnahmen durchaus angebracht. das problem: diejenigen, die am meisten subventionen abkriegen ( schauspielhaus, opernhaus ) sind diejenigen, die einer aggressiven marktideologie – survival of the fittest – in ihrer kunst und ästhetik zugeneigt sind, selber aber die fettesten schweine im subventionsmastbetrieb sind. (ähnlich wie die bauern). die freie szene, die am meisten neuwerte generiert, wagt aber nicht, ihre eigene wertschöpfung einmal in zahlen zu fassen, weil sie sich – auch ideologisch bedingt – martkfeindlich geben muss. da stimmt einiges gar nicht mehr und ist höchst widersprüchlich. ich vermute eine baldige neuorientierung der kulturpolitik. die widersprüche werden immer krasser und offensichtlicher

  18. ((( rebell.tv ))) blog - Warum so viele Leute in die Kulturbranche drängen schrieb:

    [...] rasple noch meine blogroll ab… und finde beikulturblog.ch diese tolle frage. und hervorragende kommentare. Freischaffende Künstler verdienen in Deutschland durchschnittlich 900 Euro pro Monat, dennoch ist deren Anzahl in den letzten 15 Jahren von 58′460 auf über 152′000 gestiegen. Den angestellten Künstlern geht es nicht viel besser, viele Kulturbetriebe bezahlen miserable Löhne. [...]

  19. Julia schrieb:

    Hallo, ihr scheint euch ja recht gut auszukennen. wisst ihr dann zufällig auch, wo man eben genau diese Jobs finden kann in der Schweiz, hinter den Kulissen, Sägemehl sammelnd? gibt es eine andere gute Stellenbörse für die Kulturbranche ausser kulturmanagement.org oder .net aus Dtl.?
    wäre sehr dankbar für jeden Hinweis.
    vielen Dank.

  20. sya schrieb:

    http://www.artos-net.ch für die Seite ennet des Röschtigrabens, ansonsten gibt’s kaum was vernünftiges afaik

  21. Reto schrieb:

    Vielleicht sind die Kulturschaffenden zu wenig frech.