Bühne


Ein Abend mit Jesus

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Wenn Jesus persönlich zur Liturgie lädt, dann sind selbst Atheisten von der Neugier gepackt. In “Bigger than Jesus” im Theater am Neumarkt erzählt ein selbsternannter Jesus einen Abend lang, was die Menschheit während 2000 Jahren alles in seinem Namen angerichtet hat — und weshalb er zum Ärger John Lennons noch immer der grösste aller Popstars ist.
Siegmund Tischendorf macht seine Sache als Jesus nicht schlecht. Dass er sich in seinem Eifer oft verhaspelt, passt irgendwie zu dieser seltsamen Figur. Nur: für einen Bibel- und Katholizismusunkundigen wie mich tönte alles, was er erzählte, ziemlich plausibel. Seine Erklärung für den im Christentum verankerten Judenhass ist weder provokant, noch besonders überraschend. Auch dass Jesus nicht daran glaubt, dass der einzige Weg zur Wahrheit über ihn führt, geschweige denn, dass es so etwas wie ein Fegefeuer gibt, ist kaum erstaunlich, eher realistisch.
Bin ich zu abgestumpft für einen Abend mit Jesus? Einiges war durchaus interessant — schliesslich kann ein Nicht-Katholik kaum je einer Liturgie beiwohnen. Aber sonst bleibt eigentlich nur: Achselzucken.

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