Bühne


Absolut Züri: Urbanes Volkstheater

Heute Abend ist Premiere der Theatersoap “Absolut Züri” in der Gessnerallee. Gestern, am Weihnachtstag, wurde noch eifrig geprobt. Und: das Experiment dürfte gelingen. Die Inszenierung ist temporeich, die Pointen sitzen, die Charaktere scheint man schon X-Mal in den Bars von Zürich gesehen zu haben. Alles Ex-Szene-Leute, die den alten Zeiten nachtrauern und den unweigerlichen Sprung ins bürgerliche Leben nicht packen. 
Etwas merkwürdig ist die Konstellation in der ersten Folge: Es findet eine Hochzeit statt, da ist eine Braut in weiss (Lea Hadorn), doch den Bräutigam sieht man nie. Der soll zwar auch anwesend sein, aber immer in einem andern Raum, mit der Braut redet er nur übers Handy.
Die Gäste der Hochzeit haben sich seit den wilden Party-Zeiten nicht mehr gesehen. Wie viel sich zwischen ihnen in der kurzen Zeit abspielt, was alles an Emotionen hochkommen, damit steht die Theater-Soap einer TV-Soap in nichts nach. Nur ist hier alles ein bisschen überderehter. So stellt man sich urbanes Volkstheater vor, die logische Nachfolge des Bernhard-Theaters. Allein was die Subventionen betrifft, ist Absolut Züri von den selbsttragenden Volkskultur-Verhältnissen noch weit entfernt.

Kunst/Museen


Kunstszene Zürich: Mitmachen ist alles

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Alle können mitmachen. Das ist im Internet mit den Blogs der Fall, und das ist auch bei der Kunstszene Zürich so. Wer will, kann dort seine Werke präsentieren, eine Selektion gibt es nicht. Und wie bei Blogs gilt auch für die Kunstszene Zürich: Die wenigen Perlen herauszufinden ist zeitaufwändig. Ein Künstler im Sektor 1 der Toni-Molkerei hat dieses Mitmachprinzip am besten verstanden — und gleich in sein Werk aufgenommen. An seinem Stand liegen Malutensilien und Klebstoff bereit, die Besucher können seine Arbeit gleich weiterführen.
Die meisten Werke aber kann man sich höchstens im Flur eines Kirchgemeindehauses vorstellen. Ist dieses Ausstellungsprinzip deshalb schlecht? Nein. Genausowenig wie Blogs schlecht sind, nur weil die meisten von ihnen nicht der Rede wert sind (wobei ja jeder hofft, selber nicht zu dieser Mehrheit zu gehören…).
Und weils hier ums Mitmachen geht, ist oben nicht ein Bild eines Kunstwerks angefügt, sondern eines der unübersehbaren Toilettenwagen vor dem Eingang zur Ausstellung.

Sonstiges


Zirkus: Plagiate wie bei Luxusgütern

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Hat eine Zirkusnummer Erfolg, so dauert’s nicht lange, bis die ersten Plagiate auftauchen. Im Circus Conelli zeigt zurzeit der Russe Iuri Basiul (Bild oben) eine Tanzakrobatik-Nummer, die genau so vor einigen Jahren im Circus Knie von einem anderen Artisten vorgeführt wurde. Doch auch bei Knie war nur ein Plagiat zu sehen, das Original stammt von Anatoli Zalievsky. Er war in den 90er Jahren die Sensation, gewann alle wichtigen Zirkuspreise und wurde, wie eben beschrieben, unzählige Male kopiert. Doch eigentlich schreibe ich das nur, damit ich zu Weihnachten ein richtig schmalziges Video vorlegen kann. Voilà, Anatoli Zalievsky:

Bühne, Literatur


Der Kabarettszene hinter die Kulissen geschaut

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(Doppelseite zu Stahlbergerheuss)

Vor einem Jahr verliess Daniele Muscionico die NZZ. Die Empörung war gross, selbst der Chefredaktor sah sich gezwungen, diesen Abgang öffentlich erklären. Neben ihren Kritiken auf der Zürcher Kulturseite wirkte das Feuilleton wie eine Ansammlung blasser Lexikoneinträge. Dass sich die beste Schreiberin von Zürich ausgerechnet um das Kabarett und Kleintheater kümmerte, war ein Glücksfall für die Szene. Ihre Kritiken werden arg vermisst — niemand bringt das Geschehen auf der Bühne dermassen genau und sprachgewandt auf den Punkt. In der Weltwoche, wo sie seither arbeitet, ist sie trotz längerer Texte längst nicht so präsent wie einst bei der NZZ.
Jetzt bringt Muscionico mit dem Fotografen Roland Soldi einen liebevoll gestalteten Band über die Schweizer Kabarett- und Comedyszene heraus. 33 Künstler und Gruppen haben die beiden porträtiert  – das bedeutet fast eine vollständige Bestandsaufnahme. Die Kleinräumigkeit, ja Enge dieser Szene kommt in Soldis Backstage-Bildern hervorragend zum Ausdruck. Nicht nur, weil die Garderoben meist die Grösse einer Besenkammer haben, auch weil sich darin neben dem porträtierten Künstler oft noch ein weiterer aufhält, dem schon weiter vorne im Buch ein paar Seiten gewidmet waren. So klein diese Welt auch ist, so reich ist sie an Geschichten. Und niemand weiss diese so feinfühlig zu erzählen wie Daniele Muscionico.
Roland Soldi (Fotos), Daniele Muscionico (Text): “backstage”, Werd Verlag

Film


Filmwirtschaft: Falsche Argumente für mehr Bundesgeld

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Die Filmwirtschaft fordert völlig zurecht mehr Geld vom Bund — und tut dies mit einer professionell gestalteten Kampagne (pdf). “4×5″, das bedeutet, dass in den nächsten 4 Jahren das Filmbudget je um 5 Millionen Franken erhöht werden soll, was fast eine Verdoppelung der Bundesgelder bedeuten würde. So gut die Kampagne optisch gemacht ist, so fehlerhaft ist sie in der Argumentation. Hier nur eine Auswahl an Unstimmigkeiten:

  • Es wird behauptet, ein Schweizer Film koste im Schnitt drei Millionen Franken, ein US-Film 80 Millionen. Bei den 80 Millionen handelt es sich aber nur um die grossen Hollywood-Produktionen, rechnet man all die Independent-Filme mit, die eher mit CH-Filmen vergleichbar sind, so sind auch die US-Filme im Schnitt einiges billiger.
  • “Mit jährlich total 40 Mio. Franken würde die gesamte Schweizer Filmproduktion immer noch 30 Mio. Franken weniger an Subventionen erhalten, als z.B. allein das Opernhaus Zürich (70 Mio.)”, heisst es in dem Papier. Gemäss Nicolas Bideau erhält der Film aber schon heute gut 60 Millionen Franken an Subventionen, wenn man Gemeinde- und Kantonssubventionen sowie die staatliche Zürcher Filmstiftung mitrechnet.
  • Der Film sei die “beliebteste Kunst” des Landes. Das mag stimmen, wenn die Hollywood-Produktionen mitgerechnet werden. Die Schweizer Theater haben jedoch zusammengerechnet ein Vielfaches an Besuchern als die Schweizer Filme.

Vielleicht haben die Verantwortlichen gedacht: die Höhe der Forderung ist dermassen unrealistisch, da muss man es auch in der Argumentation nicht allzu genau nehmen…

Literatur


Buchmessen: Romandie gewinnt

Als die Basler vor einigen Jahren unter der Ägide von Matthyas Jenny mit der Messe BuchBasel begannen, sahen die Romands bereits ihren Genfer Salon du livre gefährdet. Die neue Buchmesse wurde in der welschen Boulevardpresse als Angriff der Deutschschweiz gegen die Romandie hochstilisiert — obwohl der Genfer Bücherjahrmarkt etwa gleich viel mit Literatur zu tun hat, wie der Club Meditérannée mit Abenteuerferien. Die Organisatoren der beiden Messen lieferten sich über die Medien eine peinliche Schlammschlacht — zum Amüsement des Rests der Schweiz.
Heute teilt die BuchBasel mit, dass wegen “mangelndem Interesse der Aussteller” die Messe nächstes Jahr nicht stattfindet. Die Romandie hat gewonnen. Einmal mehr. Im Kulturbereich ist dies der Normalfall: auch im Bundesamt für Kultur sind fast alle wichtigen Posten von Romands besetzt. Als Minderheit hat man es da offenbar einfacher – um ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen, wird bei der Kultur am ehesten überkompensiert.

Kunst/Museen


Cabaret Voltaire in Not

“50 zu 50″ stehen die Chancen, dass bis Ende Januar die fehlenden 170′000 Sponsoring-Franken für das Cabaret Voltaire aufgetrieben werden können, sagt der städtische Kulturchef, Jean-Pierre Hoby, im Tages-Anzeiger. “Hoby will alles daran setzen, das drohende Finanzloch bis Ende Jahr zu stopfen”, heisst es in dem Artikel. Es tönt, als wäre das Cabaret Voltaire eine Amtsstelle der Stadt und nicht von einem eigenständigen Trägerverein geführt. 
Obwohl Hoby auch im Trägerverein sitzt, ist es ein grosser Fehler, wenn sich ausgerechnet der Vertreter der Politik um die privaten Sponsoren zu kümmern hat. Dafür sitzen im Trägerverein andere Leute, zum Beispiel der mit Roche verbandelte Guido Magnaguagno. Letztendlich müsste die Überzeugungsarbeit aber ohnehin die künstlerische Leitung vollbringen und nicht ein Kulturbeamte.
Wenn wir schon bei der künstlerischen Leitung sind, da würde sich eine elegante Lösung anbieten: Bis vor kurzem stand in der E-Mail Signatur von Co-Direktor Philipp Meier “curated by cabaret voltaire: www.saintgermain.ch“. Dieser Club gehört bekanntlich Carl Hirschmann, ein Spross aus dem milliardenschweren Hirschmann-Clan. Da müssten doch 170′000 irgendwie aufzutreiben sein.
Was im Tagi-Bericht irritiert: Hoby wolle noch einmal bei Swatch-Chef Nicolas Hayek anklopfen, ob er wieder zahlt. Dabei ist bekannt, dass nicht Hayek Senior als treibende Kraft hinter dem Projekt Cabaret Voltaire stand, sondern Sohn Nick. Mit welchem Engagement Nick Hayek hinter der Arbeit des Cabaret Voltaire steht, ist auf diesem Film (QuickTime) vom Gugusdada-Projekt gut ersichtlich.
Am Schluss des Artikels sagt Hoby: “Eine Schliessung des Dada-Hauses wäre für Zürich ein grosser Image-Verlust.” Damit hat er zwar recht, doch erstens lassen sich mit dem Argument kaum Sponsorengelder einholen, zweitens ist der Image-Verlust auch völlig zweitrangig. Entscheidend ist, was für eine bedeutende und wertvolle kulturelle Institution das Cabaret Voltaire heute für diese Stadt ist.

Zum Thema:
Cabaret Voltaire: Ein kleiner Fall Schauspielhaus?

Bühne, Politik


Blocher-Abwahl: Der Jubel der Kulturleute

Thomas Hirschhorn will wieder in der Schweiz ausstellen, “die Ärzte” verschenken ihr Album und Matthias Hartmanns Schäfchen auf der Pfauenbühne erhalten eine ganz neue Bedeutung. Die Kulturleute sind ob der Abwahl Christoph Blochers in Jubelstimmung. Am meisten jubeln dürfte aber der Theaterproduzent Lukas Leuenberger. Jedoch aus einem ganz andern Grund. Seine Grossproduktionen wie das “Bräker”-Projekt im Toggenburg oder der “Tell” auf dem Rütli waren von Blocher finanziert. Bei der Premiere von “Tell” war Blocher zwar schon Bundesrat, die Zusage zur Finanzierung dürfte er aber weit vorher gemacht haben. Zuletzt produzierte Leuenberger das Riesenprojekt “Dreigroschenoper” mit Klaus Maria Brandauer in Berlin, finanziert von der Deutschen Bank — und erhielt dafür miserable Kritiken. Die Abwahl Blochers kommt Leuenberger gerade recht, jetzt kann er wieder auf dessen Geld hoffen.

Nachtrag 15:55 — Soeben ist eine offizielle Erklärung (pdf) von Thomas Hirschhorn zur Abwahl Blochers und zum Ende seines Boykotts eingetroffen.

Bühne


Schauspielhaus: Zwei Stunden auf die Pointe warten

Zugegeben: die Pointe ist eine grosse Überraschung. Wer die Karten für “Tartuffe” schon gekauft hat, soll also lieber nicht weiterlesen, denn hier wird sie nun verraten: Tartuffe wird am Schluss als schwarzes Schaf dargestellt, das von den weissen herausgejagt wird. Und hätte Regisseur Matthias Hartmann von der Abwahl Christoph Blochers gewusst, er hätte bestimmt sechs weisse Schafe gebracht und nicht nur drei.
Ein ziemlich abgedroschenes Motiv – heute erhielt ich das, was am Schluss auf der Bühne zu sehen ist bereits per E-Mail (das Schaf auf der Bühne trägt jedoch keine Blocher-Maske):
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Auch von der Logik her ging die Pointe nicht wirklich auf (im Stück heisst es, das Volk habe diesen Lügner überführt), dennoch jubelte das Publikum.
Toll war der ästhetische Bruch: nachdem sich das gesamte Stück in einem silberfarbenen Raum abspielte, öffnete sich die hintere Wand und eine kitschige Alpenlandschaft kam zum Vorschein. Doch war es nötig, das Publikum über zwei Stunden eine ziemlich monotone Inszenierung absitzen zu lassen, nur wegen dieser einen Pointe? Mein Verdikt lautet: Nein.

Bühne, Sonstiges


Opernhaus: Minigewinne mit System

Das Opernhaus hat heute seine Zahlen (pdf) für die Spielzeit 2006/07 präsentiert, alles scheint so ziemlich stabil — ausser, dass endlich der hässliche Internetauftritt erneuert wurde.
Auffallend ist wieder einmal der kleine Gewinn: Fr. 63′000 bei einem Umsatz von rund 130 Millionen. Solche “Schwarze Nullen” haben im Opernhaus System. Hier die Gewinne der letzten vier Jahre (ältere Zahlen habe ich nicht gefunden):

06/07: 63’000
05/06: 23’000
04/05: 184’000
03/04: 34’000

In den letzten Jahren gab es zwischen Aufwand und Ertrag also eine maximale Abweichung von 0,15 Prozent. Kreative Buchaltung?
Jedenfalls: Solche Zahlen sind auch bei andern Kulturinstitutionen eher die Regel als die Ausnahme. Mit knapp positiven Zahlen kann man erstens sagen, dass man verantwortungsbewusst mit dem Geld umgeht und zweitens, dass man am Limit arbeitet und dringend mehr Geld braucht. Alexander Pereira und sein kaufmännischer Leiter Otto Grosskopf verstehen dieses Spiel besonders gut. Das Schauspielhaus hatte damit schon mehr Mühe: Anfang Jahr waren die Verrenkungen in der Buchführung grosses Thema in der Presse.

Sonstiges


Escher-Wyss-Platz: Alternativvorschläge

Die Stadt Zürich will den Escher-Wyss-Platz neu gestalten und das berühmte chinesische Widerstandshaus nachbauen. Gemäss Projektstudie sieht das etwa so aus:

escher_wyss_platz.jpg

Wenn’s darum geht, ein Gebäude mit hohem Symbolwert nachzubauen, so hat kulturblog.ch hier einige Alternativvorschläge. 
Wie wär’s mit einem Nachbau der alten Letzigrund-Südkurve (Massstab 1:3):

sued_kurve.jpg

Mein Favorit jedoch wäre ein Nachbau des Wohlgroth (inkl. Grafittis):

wohlgroth.jpg

Wenn’s aber unbedingt international sein muss, so richtig gutmenschig, dann würde sich auch Albert Schweitzers Urwaldspitalbaracke anbieten:

schweitzer.jpg

Weitere Vorschläge willkommen.

Bühne


Freie Szene: Tiefe Löhne zu hoch

Der Verband Vereinigte Theaterschaffende der Schweiz VTS hat ein Papier mit Richtgagen und Richtlöhnen für freie Theaterschaffende (pdf) erstellt. Als Brutto-Jahreslöhne Schauspieler werden folgende Zielwerte angegeben:

mit niedrigem Beschäftigungsgrad: Fr. 28′200.-
mit durchschnittlichem Beschäftigungsgrad: Fr. 44′250.-
mit hohem Beschäftigungsgrad: Fr. 73′950.-

Ein Schauspieler mit durchschnittlichem Beschäftigungsgrad soll also Fr. 3687.50 pro Monat verdienen. Ein bescheidenes Ziel. Das Tragische daran: für viele bleibt es unerreichbar.

Zum Thema:
Warum so viele Leute in die Kulturbranche drängen 

Bühne


Marthalers zweites Versprechen

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Nach seinem Rücktritt als Direktor am Schauspeilhaus versprach Christoph Marthaler, irgendwann werde er zurückkehren und in der Roten Fabrik inszenieren. Er hat sein Versprechen gehalten. Und nach der Premiere vom Donnerstag hat er sicheren Quellen zufolge erneut versprochen: er komme wieder in die Rote Fabrik.
Schon während dem Probenprozess zu “Platz Mangel” habe sich die Marthaler-Crew äusserst wohl gefühlt und sei ob des warmen Empfangs in Zürich gerührt gewesen. Der Produktion sieht man das an. Nie sah man ein Marthaler-Stück mit so viel Witz, mit so viel Spielfreude. Das meistgesungene Lied des Abends ist “You can win if you want” von Modern Talking, wie sich dabei die Damen und Herren im Sanatorium krankkurieren und in den Tod begleiten lassen, ist zum Schreien komisch. Langer Applaus nach der zweiten Vorstellung am Samstag.
Marthaler ist sich wohl selber bewusst: er passt viel besser in die Rote Fabrik als ins Intendantenbüro im Pfauen. Man darf sich schon auf’s nächste Mal freuen — schliesslich hat er’s versprochen.

Sonstiges


kulturblog.ch als Tamedia Flaggschiff

Erstmals geht kulturblog.ch eine Medienpartnerschaft ein — mit der Theater-Soap “Absolut-Züri“. Über einen Werbebanner wird jede Folge angekündigt. Die Medienpartnerschaft bringt mit sich, dass kulturblog.ch plötzlich gleichwertig unter den Tamedia Flaggschiffen auftaucht:

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Zur Beruhigung, kulturblog.ch ist noch immer unabhängig. Wobei: nachdem Microsoft für eine 1,6 Prozent-Beteiligung bei Facebook 240 Millionen Dollar bezahlt hat, bin auch ich offen für Übernahmeangebote. Herr Kall, Sie dürfen sich gerne bei mir melden.

Bühne


Ende für Schiffbau-Halle?

Christoph Marthaler ist wieder in der Stadt und was muss er vernehmen? Sein grosses Vermächtnis, die Schiffbau-Halle, wird in Zukunft aus Kostengründen nicht mehr für Theater genutzt. Schauspielhaus-Direktor Matthias Hartmann sagt heute in der NZZ:

“Die Zusammenarbeit mit William Forsythe muss kostengünstiger werden. Und wir kommen nicht darum herum, die geplanten Produktionen in der grossen Schiffbauhalle zu streichen.”

Oder meint Hartmann damit nur die Forsythe-Produktionen in der Schiffbau-Halle? Aus dem Interview geht das nicht hervor. Jedenfalls: dass Ledergerbers Fehlleistungen im Kulturbereich irgendwann auch fürs Publikum spürbare Konsequenzen haben werden, war abzusehen.
Was Marthaler freuen dürfte: Hartmann, von der Arbeitsweise und vom Charakter her das pure Gegenteil Marthalers, findet lobende Worte für seinen Vorgänger:

“Marthaler war erfolgreich, nur wollte das niemand sehen.”

Einmal mehr bestätigt sich: Ein gemeinsamer Feind bringt die merkwürdigsten Koalitionen hervor.

Nachtrag 19:55 – Die Schauspielhaus Zürich AG hat die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrats präsentiert. Es dominieren nicht mehr die Politiker, sondern die Vertreter der Wirtschaft. Mit Gerhard Brunner (Ex-Intendant der Bühnen Graz, heute Direktor des Nachdiplom-Studiengangs Executive Master in Arts Administration)  ist auch ein ausgewiesener Fachmann vertreten. Sämtliche Beschlüsse der ausserordentlichen GV inklusive Kurzlebensläufe der neuen Verwaltungsräte in der Medienmitteilung hier