Bühne, Literatur


Der Kabarettszene hinter die Kulissen geschaut

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(Doppelseite zu Stahlbergerheuss)

Vor einem Jahr verliess Daniele Muscionico die NZZ. Die Empörung war gross, selbst der Chefredaktor sah sich gezwungen, diesen Abgang öffentlich erklären. Neben ihren Kritiken auf der Zürcher Kulturseite wirkte das Feuilleton wie eine Ansammlung blasser Lexikoneinträge. Dass sich die beste Schreiberin von Zürich ausgerechnet um das Kabarett und Kleintheater kümmerte, war ein Glücksfall für die Szene. Ihre Kritiken werden arg vermisst — niemand bringt das Geschehen auf der Bühne dermassen genau und sprachgewandt auf den Punkt. In der Weltwoche, wo sie seither arbeitet, ist sie trotz längerer Texte längst nicht so präsent wie einst bei der NZZ.
Jetzt bringt Muscionico mit dem Fotografen Roland Soldi einen liebevoll gestalteten Band über die Schweizer Kabarett- und Comedyszene heraus. 33 Künstler und Gruppen haben die beiden porträtiert  – das bedeutet fast eine vollständige Bestandsaufnahme. Die Kleinräumigkeit, ja Enge dieser Szene kommt in Soldis Backstage-Bildern hervorragend zum Ausdruck. Nicht nur, weil die Garderoben meist die Grösse einer Besenkammer haben, auch weil sich darin neben dem porträtierten Künstler oft noch ein weiterer aufhält, dem schon weiter vorne im Buch ein paar Seiten gewidmet waren. So klein diese Welt auch ist, so reich ist sie an Geschichten. Und niemand weiss diese so feinfühlig zu erzählen wie Daniele Muscionico.
Roland Soldi (Fotos), Daniele Muscionico (Text): “backstage”, Werd Verlag

Kommentar (1) zu “Der Kabarettszene hinter die Kulissen geschaut”

  1. Roland Soldi schrieb:

    Website inhaltlich: Backstage, Die Deutschschweizer Kabarett- und Comedyszene. Und verschiedene fotografische Arbeiten, Kontaktinformationen