Bühne
26. Dezember 2007
Absolut Züri: Urbanes Volkstheater
Heute Abend ist Premiere der Theatersoap “Absolut Züri” in der Gessnerallee. Gestern, am Weihnachtstag, wurde noch eifrig geprobt. Und: das Experiment dürfte gelingen. Die Inszenierung ist temporeich, die Pointen sitzen, die Charaktere scheint man schon X-Mal in den Bars von Zürich gesehen zu haben. Alles Ex-Szene-Leute, die den alten Zeiten nachtrauern und den unweigerlichen Sprung ins bürgerliche Leben nicht packen.
Etwas merkwürdig ist die Konstellation in der ersten Folge: Es findet eine Hochzeit statt, da ist eine Braut in weiss (Lea Hadorn), doch den Bräutigam sieht man nie. Der soll zwar auch anwesend sein, aber immer in einem andern Raum, mit der Braut redet er nur übers Handy.
Die Gäste der Hochzeit haben sich seit den wilden Party-Zeiten nicht mehr gesehen. Wie viel sich zwischen ihnen in der kurzen Zeit abspielt, was alles an Emotionen hochkommen, damit steht die Theater-Soap einer TV-Soap in nichts nach. Nur ist hier alles ein bisschen überderehter. So stellt man sich urbanes Volkstheater vor, die logische Nachfolge des Bernhard-Theaters. Allein was die Subventionen betrifft, ist Absolut Züri von den selbsttragenden Volkskultur-Verhältnissen noch weit entfernt.