Kunst/Museen, Sonstiges


Welche Kultur braucht die Marke Zürich?

Das auf Marken spezialisierte Beratungsunternehmen Interbrand Zintzmeyer & Lux mischt die Schweizer Kulturszene auf. Erst hat es dem Lucerne Festival eine neue Corporate Identity verpasst, die sich mit jener grosser Firmen messen kann. Nun veröffentlicht es eine Studie (pdf, 880 kb), die zeigen soll, welche Kultursubventionen für die “Marke Zürich” sinnvoll sind und welche nicht. Damit soll bewiesen werden, dass das Cabaret Voltaire für Zürich bzw. die Marke Zürich äusserst bedeutend ist.
Hier das Fazit vorneweg:

“Gemessen an der hohen Erfüllung der qualitativen Kriterien der städtischen Kulturförderung fallen die Förderbeiträge [an das] Cabaret Voltaire als Geburtsstädte des Dada vergleichsweise minimal aus.”

Dem kann man voll zustimmen. Doch wie kommt die renommierte Firma zu diesem Schluss? Ganz einfach. Per spezieller Computersoftware hat sie im Internet alle Beiträge über Zürcher Kulturunternehmen aus dem letzten Jahr gesucht, gezählt und geschaut, ob in dem jeweiligen Artikel ein positives Stichwort vorkommt. Die Stichwörter (z. B. “innovativ”, “engagiert”, “berühmt”) sind dem neuen Kulturleitbild entnommen (siehe hier).
Eine automatisch generierten Inhaltsanalyse also, bei der die Software nicht unterscheiden kann, ob es sich bei dem Artikel um eine Theaterkritik, einen Beitrag über die Uniformen der Garderobieren oder einen Diebstahl im Museum handelt. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Resultate.
Bei der Anzahl Artikel über die jeweiligen Institutionen rangiert das Cabaret Voltaire bereits an dritter Stelle, unmittelbar hinter dem Kunsthaus und dem Schauspielhaus (das Opernhaus wird nicht berücksichtigt). Danach folgen die Street Parade, die Tonhalle und das Museum Rietberg.
Auch bei den positiven Adjektiven kommt das Cabaret Voltaire sehr gut weg, es wird im Internet v.a. als “lebendig” und “innovativ” beschrieben. Nach negativen Stichworten wurde nicht gesucht, wer weiss, vielleicht hätte auch da das Cabaret Voltaire zu den Spitzenreitern gehört.
Auf der letzten Seite der Studie meinen die Interbrand-Leute, per Grafik darstellen zu können, wie effizient die Subventionen für die einzelnen Institutionen eingesetzt sind. Dafür setzen sie die vom Computer gezählten positiven Wörter mit der Höhe der Subventionen der jeweiligen Institution in Relation:

studie_interbrand_klein.GIF
(zum Vergrössern draufklicken)

Auf der x-Achse sind die positiven Nennungen, auf der y-Achse die Höhe der Subventionen. Die Grafik ist optisch dermassen schlecht erarbeitet, dass auch auf dem Original die farbigen Punkte nur schwer den Institutionen zugeordnet werden können. Das Cabaret Voltaire schneidet aber erneut sehr gut ab, das Kunsthaus und die Kunsthalle ebenfalls, das Schauspielhaus durchschnittlich, miserabel kommt das Fabriktheater weg.
Eine solch simple Rechnung (positive Nennungen/Subventionen) mag aus ökonomischer oder markentechnischer Sichtweise plausibel erscheinen, für Kulturinstitutionen ist das aber mehr als fragwürdig — ansonsten könnte man die Kulturförderung gleich der Abteilung Standortmarketing zuweisen. Das reine Streben nach positiven Nennungen kann und darf nicht das Ziel von Künstlern sein.
Zudem sind die einzelnen Kunstsparten auf diese Weise kaum vergleichbar. So schneiden Institutionen der Bildenden Kunst durchwegs besser ab als jene der Darstellenden Kunst, aus zwei Gründen: erstens sind Museen billiger im Betrieb, zweitens ist die Kunstkritik in der Regel wohlwollend beschreibend während die Theaterkritik viel mehr in eine Richtung (positiv oder negativ) wertet.
Doch egal wie relevant die hier präsentierten Zahlen und Grafiken sind, wenn dank einer solchen Studie das Weiterbestehen des Cabaret Voltaire gesichert wird, so hat sie ihren Zweck erfüllt.

-> NZZ-Artikel zur Studie

Zum Thema:
Cabaret Voltaire darf auf Volksabstimmung hoffen

Kommentare (17) zu “Welche Kultur braucht die Marke Zürich?”

  1. Hinterbrand schrieb:

    Ein richtiges Netzlüftchen!
    Früher, zu Anbeginn des www, da haben wir Pioniere die Suchmaschinen gefüttert, indem wir beispielsweise in der gleichen Farbe wie der Hintergrund jeweils noch Text zu unseren tollen Projekten schrieben. Was machte es Spass, sich Adjektive einfallen zu lassen, damit der eigene Namen in den Searchengines weit oben stand.

    Jetzt werfen wir wieder Stöckchen, und Netbreeze (das Tool der Studie) bringt es wieder zum Herrchen zurück. Dabei ist in den Zeiten von Web 2.0 ist doch alles viel einfacher geworden. Ich poste ergo sum.

    Also liebe Kulturschaffende, ran an die Töpfe. Einfach jeden Post mit berühmt, innovativ, etc garnieren und fertig ist das Topranking.

    Ist dieses Netzfürzchen nun eigentlich das, worauf ich seit längerem sehnsüchtig warte: dass die Wirkung der Kultur mit dem Instrumentarien der Wirtschaft messen lassen soll?

    siehe hierzu http://www.seval.ch/documents/kongresse/PKnueselReferat.pdf

  2. philipp meier schrieb:

    hahaha…, wir sind bekannt dafür, «verbotenes» zu tun. eine solche studie eignet sich leider nur beschränkt für das schnelle medium blog. das beweist z.t. der artikel von rb und auch der obenstehende kommentar. sooo einfach macht man sich heute keine internet-recherche mehr…;)
    melde mich später nochmals ausführlicher zu den einzelnen kritikpunkten.
    ein wichtiger hinweis in diese richtung muss ich jedoch schon mal los werden: wer sich zeit nimmt und die studie genauer liest, merkt, dass beim fabriktheater nach der wortkombination «fabriktheater rote fabrik» gesucht wurde. in eben dieser konstellation wird es jedoch eher selten erwähnt. gleichzeitig wurde scheinbar (fälschlicherweise) in der oben stehenden grafik dem fabriktheater das gesamte budget der roten fabrik zugesprochen. i know…, das könnte man als «fehler» bezeichnen. weil die studie jedoch sehr transparent ist (wenn man sich denn nur ein bisschen zeit nähme), dann findet man relativ locker die begründung zum schlechten abschneiden des fabriktheaters.
    diese studie ist wissenschaft und keine kunst… (hahaha…:)

  3. unkultur schrieb:

    Sehr, sehr manipulierbar, eine solche Studie! Würde vermutlich je nach Auftraggeber etwas anders aussehen…. Trotzdem würde man sich wünschen, dass die Verantwortlichen bei der Stadt sie lesen, denn sie enthält vermutlich einige Facts, die diese noch nicht kennen ;-)

  4. Rahel schrieb:

    …Tatsächlich haushaltet das Fabriktheater mit einem Budget, das 13mal kleiner ist als dasjenige das die Studie fälschlicherweise dem FT zuschreibt. Aber was sind schon Zahlen!

  5. philipp meier schrieb:

    ich nehme nochmals einen anlauf…

    liebe leute, das ist ein(!) mögliches(!) instrument, um die qualitätskriterien des kulturleitbildes der stadt zürich im zusammenhang mit den geförderten institutionen effektiv zu messen. diese studie konzentriert sich einzig und alleine auf die resonanz im internet (nichts mehr und nichts weniger). dabei wurde beispielsweise der fokus aufs deutsch- und englischsprachige internet festgelegt (keine ahnung, ob das nun bereits «manipulation» ist…; wir finden jedoch, dass sich zürich auch international vergleichen und messen lassen sollte; wenn wir übrigens auch noch rumänisch reingenommen hätten, dann wären wir noch viel besser da gestanden, das wäre dann wohl eher manipulation gewesen).

    das zitat von rb dass die studie aufzeigen soll «welche Kultursubventionen für die “Marke Zürich” sinnvoll sind und welche nicht.» ist schlicht falsch!!!

    diese studie haben markenexperten gemacht. wir finden es extrem spannend mit solchen leuten zusammen zu arbeiten, denn die dadaisten waren (z.t.) in gewisser weise ohne es zu wissen gewiefte marketingfachleute. es war eine gigantische leistung, eine solch nachhaltige resonanz zu erzeugen.
    doch zurück zum marken-experten: dem ist es (zumindest in dieser ersten phase) egal, ob das cabaret voltaire in einem artikel über geldsorgen oder in einem artikel über eine ausstellung zusammen mit dem wort «innovativ» erwähnt wird. im gegenteil: der artikel über die geldsorgen erreicht explizit ein anderes publikum, als «nur» die kulturinteressierten.

    ihr braucht euch jedoch nicht zu sorgen:
    - wir machen bald auch wieder mal mit dem inhaltlichen programm von uns reden (wobei: seid ihr sicher, dass diese studie nicht zu unserem inhaltlichen programm zählt?)
    - z.b. wird das kunsthaus nicht wegen dieser studie (k)einen erweiterungsbau erhalten und das fabriktheater wird deswegen mit sichrheit auch nicht geschlossen.

    was mir jedoch besonders gut gefällt: diese interbrand-studie macht mit allen vor- und nachteilen sichtbar, wie heutzutage scheinbar(?!) kunst gefördert werden sollte.

    ps: die heutigen internet-suchmaschinen sind intelligenter als ihr denkt…;)

  6. rb schrieb:

    @ Philipp Meier: Ein Zitat aus dem Manuskript zur Studie: «Interessiert sind wir (…) daran, inwieweit das Cabaret Voltaire zur Entwicklung der Marke Zürich beiträgt.» Was nichts anderes bedeutet, als dass es darum geht, ob die Subventionen im Hinblick auf die Marke Zürich gerechtfertigt bzw. sinnvoll eingesetzt sind. So falsch kann mein Zitat also nicht sein.

    Womit ich voll mit Dir übereinstimme: Als ein mögliches Instrument zur Überprüfung der Leitbildkriterien kann eine solche Studie durchaus sinnvoll sein. (Vorausgesetzt natürlich, dass Fehler wie beim Fabriktheater ausgemerzt werden). Die Studienresultate könnten ein gewisses Gegengewicht zu den Expertenmeinungen in den Fördergremien bilden. Nur: so kritisch man den Experten gegenüber sein soll, so kritisch soll man auch solchen Studien gegenüber sein.

  7. Hanspeter Gautschin schrieb:

    …und da muss ja der ‘Bodenständige’ auch noch seinen Senf dazugeben: Das Kranke an der zeitgenössischen Kulturbürokratie (!) sind weder ‘Studien’ noch ‘Fachexperten’; das sind lediglich systemkonforme Auswüchse. Das Kranke daran ist die Inkompetenz der Kulturbürokratie, welche weder kulturelle noch künstlerische Prozesse versteht. Deshalb möchte sie (die Kulturbürokratie) alles fein säuberlich reglementiert haben. Andererseits stimmt mich auch der Umstand nachdenklich, dass Kultur und Kunst immer mehr zu einem ‘Brand’ (Marke Zürich) verkommen sollen. Schöne, neue Welt. Punkt. Schluss.

  8. rb schrieb:

    @ Hanspeter Gautschin: “Das Kranke daran ist die Inkompetenz der Kulturbürokratie” – Das ist so allgemein formuliert schon etwas starker Tobak! Geld zu verteilen ist etwas sehr schwieriges, die perfekte Kulturpolitik wird es nie geben. Die Kompetenz in vielen Ämtern ist nicht schlecht. Was nicht heisst, dass man nicht mit wachsamen Auge draufschauen soll.
    Übrigens habe nichts gegen Fachexperten oder gegen Studien, beides ist nötig. Aber auch hier gilt für mich als Journalisten/Blogger: immer schauen, was für Interessen könnten bei Entscheidungen dahinterstecken, waren die beigezogenen Fachexperten / Studien die richtigen/relevanten für diesen Entscheid?

  9. Hanspeter Gautschin schrieb:

    @rb: So schwierig ist die Geldverteilerei nun doch nicht. Ich selbst habe solches ein paar Jährchen gemacht und ich bin nun wohl nicht der Intelligenteste…

  10. philipp meier schrieb:

    @rb: mir gefällt es sehr, wenn du selbstständig weiter turnst, als jeweils etwas vorgegeben ist…; in der auslegung des von dir erwähnten zitats bist du aber viel zu weit geturnt….; respektiv viel zu absolut…; you know….?!
    und zur geldverteilerei stimme ich mit hpg überein: ich sehe überall, dass in erster linie nach vorliebe der verantwortlichen förderer verteilt wird…; ob wir im cabaret voltaire kunst fördern oder wer oder wo auch immer…; so schwer ist das nicht… (hahaha…)

  11. sya schrieb:

    Lieber Philipp,

    du kuratierst ja wohl auch hin und wieder mit einem Tropfen von Subjektivität, oder?

    Es gibt momentan noch immer noch zu wenig Objektivität, die in einem einzigen Subjekt des Typus Homo sapiens 1.0 zu vereinen ist…aber wir arbeiten dran ;)

    Genau deshalb ist es doch umso wichtiger, dass die “Kulturbürokratie” (ich persönlich kann mit dem Ausruck nicht viel anfangen), bei der Auswahl darauf achtet, nicht “Quotenschanglis” (ergo richtiger Parteiausweis, richtige Herkunft, richtiges Geschlecht) in die (Miliz-)Gremien beruft, sondern schlicht und einfach Leute, die über Fachkompetenz verfügen.

    Studien wie die von Interbrand – wenn gut gemacht – scheinen ein Weg zu einer Objektivierung hin zu sein, trotzdem kann ich diesem Beispiel nur sehr wenig abgewinnen, da sie wie Gautschin richtig bemerkt, Kultur auf einem simplen Standortmarketingfaktor verkürzt.

    Und da steht man als Kulturhaus schnell in Konkurrenz zu anderen, viel härteren Standortfaktoren und kann on the long run argumentativ nicht wirklich davon profitieren. Übrigens, ich finde, es gibt genug Gründe jenseits von Standortmarketing und Umwegrentabilität FÜR die Kultur – gerade auch in Zürich – ohne im Wirtschaftsteil der NZZ stattfinden zu müssen.

    Zur Kulturbürokratie: der Angriff auf ein so offen formuliertes Objekt ist nicht ganz einfach; ich bin gespannt, wo der Kollege Gautschin in seiner Kritik an der Kultokratie ansetzen wird…à suivre

  12. philipp meier schrieb:

    @sya: richtig (ich habe es ja auch so formuliert).
    wir sollten endlich lernen, dass es keine objektivität gibt. das können wir dann, wenn wir es irgendwie(?!) schaffen, beispielsweise hinter den medialen schleier namens «islam» zu schauen. wer sich also z.b. mit anderen kulturen auseinander setzt, wird merken, wie relativ unsere sogenannte objektivität ist.
    die lösung: es bleibt uns nichts anderes übrig, als ständig zu kommunizieren; und bei diesem kommunizieren irgendwie(?!) immer wieder aufs neue ebenen finden, auf die man sich vorübergehend einigen kann (wer in diesem fall «man» auch immer ist).
    meines erachtens sollen die kulturschaffenden nicht ständig schimpfen und lamentieren, sondern intelligent, frech oder wie auch immer auf die/eine «kulturbürokratie» reagieren (was übrigens ja auch geschieht: wenn besucherzahlen das mass aller dinge sind, dann werden party-gäste zu ausstellungsbesuchern; wenn die auslastung das mass aller dinge ist, dann werden einfach die stuhlreihen gelichtet; wenn man an einer einkaufsmeile liegt, dann kreiert man einen kuratierten shop; und wenn ständig von leuchttürmen die rede ist, dann rückt man seine institution diesbezüglich ins rechte licht….).
    die studie von interbrand zintzmeyer & lux ist also kommunikation. sie ist eine reaktion auf das kulturleitbild und auf den trend, die vergabe von kulturgeldern mit dem begriff «leuchtturm» zu begründen (ergo strahlkraft/resonanz ergo standortmarketing).

  13. Hanspeter Gautschin schrieb:

    @sya
    Wörtlich bedeutet Bürokratie “Herrschaft der Verwaltung”. Im eigentlichen Sinne ist Bürokratie die Wahrnehmung von Verwaltungstätigkeiten im Rahmen festgelegter Kompetenzen innerhalb einer festen Hierarchie. Eine Übersteigerung der Bürokratie wird als „Bürokratismus” bezeichnet: eine bürokratisch überzogene Handlungsorientierung, welche die Vorschrift über den Menschen stellt und ihn weitgehend als Objekt behandelt.
    Dies also die Definition von Bürokratie – auszugsweise ausgelehnt bei wiki. Allfällige Übereinstimmungen im öffentlichen Kulturfördersektor sind da wohl nur zufällig…

  14. philipp meier schrieb:

    ich mag nicht im tagi auf diesen relativ schnodrigen artikel von florian leu reagieren:
    http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/834156.html
    die diskussion findet sowieso hier im kulturblog statt (der übrigens diesmal /als wiedergutmachung?/ erwähnt wurde).
    hier nun also mein kommentar zu diesem artikel:
    1. er ist ein beweis mehr, dass solche studien reflexartig auf ablehnung stossen. es darf zwar jeder schreiben, was er will; aber gegenüber konkrete(re)n zahlen ist man grundsätzlich skeptisch.
    2. florian leu titelt «eine gefällige studie für das cabaret voltaire», bleibt danach jedoch die erklärung dazu schuldig. nur weil sie für das cabaret voltaire positiv ausfällt, ist sie noch lange nicht gefällig, oder?!
    3. was halt immer ein bisschen peinlich ist: ein im artikel prominent und oft erwähnter name ist falsch geschrieben. die fa. zintzmeyer & lux gibt es nicht mehr; sie heisst jetzt interbrand zintzmeyer & lux.
    4. ein abschnitt beginnt mit dem titel «lob an die falsche adresse». damit sollte wahrscheinlich der historische dadaismus und die aktuelle führung/programmierung des hauses (unerklärlicherweise) auseinander dividiert werden; die adresse, und genau das wollte ja u.a. die studie belegen, bleibt immer dieselbe: SPIEGELGASSE 1.
    dieser abschnitt beginnt dann mit dem hinweis zum wirbel über den besuch von marilyn manson und stellt diesem den historischen dadaismus gegenüber. aber eben…, das ist miteinander verknüpft; manson kam nur wegen dem historischen dadaismus, und der historische dadaismus profitiert wiederum ebenso davon, wenn sich ein solcher medialer/globaler superstar auf ihn beruft.

    immerhin: der schluss gefällt mir dann sehr gut und entschädigt in gewisser weise für vorgängig kritisiertes.

  15. rb schrieb:

    Ja, die Titel “Eine gefällige Studie für das Cabaret Voltaire” und “Lob an die falsche Adresse” erachte ich auch als (zu) abschätzig. Immerhin hat sich Leu die Mühe gemacht, mit jemandem von Interbrand Zintzmeyer & Lux zu reden.
    Die Frage ist für mich auch: wie kommen sie ausgerechnet jetzt auf das Thema, wo doch die Studie schon vor Wochen in den Medien erwähnt wurde?

  16. philipp meier schrieb:

    hahahabe einmal drüber geschlafen. das «schnodrig» war etwas hart gewählt.
    aber vielleicht doch nochmals kurz zurück an den anfang dieser studie…; respektive in die zeit(rechnung;) «pre-IBZL-studie»: damals behaupteten wir aus unserem gefühl heraus, dass dada und das cabaret voltaire für zürich international ein enormes renomée habe («leuchtturm»). erstaunlicherweise stellte dies damals kaum jemand in frage. jetzt aber, da wir es endlich in einer konkreten form belegen können, jetzt wachsen die fragezeichen plötzlich gen himmel.
    wie bereits eingangs mal erwähnt: ich verstehe die skepsis gegenüber zahlen sehr(!) gut (sie sugerieren klarheit und eindeutigkeit). die ablehnung gegenüber zahlen und grafiken stehen jedoch in keinem verhältnis zum vergleichsweise unkritischen glaube ans geschriebene wort. vielleicht ist es letztendlich dann doch die angst vor der klarheit der zahlen… ;)

  17. rb schrieb:

    Ich glaube, das Resultat, dass das Cabaret Voltaire für Zürich über eine sehr grosse Ausstrahlung verfügt, hat niemand angezweifelt. Die Diskussion geht eigentlich nur um die Art und Weise, wie dies in der Studie bewiesen wurde.
    Diese Diskussion erachte ich als äusserst wichtig, es wäre auch wünschenswert, wenn die Methode nun verfeinert und verbessert wird. Falls es gelingt, die Kinderkrankheiten auszumerzen, könnte diese Methode regelmässig eingesetzt werden. Dies wäre auch interessant, um Veränderungen zu verfolgen.