Bühne, Sonstiges


Hutkollekte ergiebiger als fester Eintrittspreis?

Zurzeit läuft im Theaterhaus Gessnerallee die Reihe “Gedankensprünge” mit wenig bekannten Gruppen. Das Besondere: die Zuschauer bezahlen nicht einen fixen Eintrittspreis, sondern einen Mindestbetrag von einem Franken. Funktioniert das? Ja, sagt das Theater auf Anfrage:

“Im Vergleich 2006 (damals wurden noch normale Eintrittspreise verlangt) und 2007 (‘bezahlen Sie soviel Sie wollen’) haben wir gleich viele Einnahmen gemacht aber doppelt so viele Zuschauer gehabt.”

Konkret soll im letzten Jahr jeder Zuschauer durchschnittlich 8 Franken pro Vorstellung bezahlt haben, dieses Jahr zeichne sich ein höherer Preis ab.
Beim Schultheater war das schon immer so: Eine Hutkollekte ist viel ergiebiger als ein fester Eintrittspreis. Mütter, Göttis etc. greifen gerne tief ins Portemonnaie, wenn ihr Sprösslinge spielen. Dass dies aber auch beim professionellen Theater funktionieren kann, ist eine neue Erkenntnis (Strassentheater ausgenommen).
Dennoch ist nicht zu empfehlen, dieses Modell gross auszuweiten. Für eine zeitlich beschränkte Reihe kann dies sinnvoll sein, für mehr nicht. Denn in der Regel gilt noch immer: einen freiwilligen Beitrag zu bezahlen wirkt eher wie eine Spende, denn wie ein angemessener Preis für eine erbrachte Leistung. Wer ernst genommen werden will, darf nicht auf freiwillige Beiträge setzen.

Keine Kommentare möglich.