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Was ein kulturblog.ch-Artikel auslösen kann

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Das Echo auf den kulturblog.ch-Artikel “Aus für Schiffbau Halle” ist riesig. Der Tages-Anzeiger hat aufgrund des Artikels diesen Beitrag hier verfasst, die Nachrichtenagentur sda verbreitete das Thema dann weiter (siehe Screenshot Google News) und das Schauspielhaus veröffentlichte eine Stellungnahme (pdf). Nur: der Tages-Anzeiger hat die Nennung von kulturblog.ch als Quelle unterlassen, weshalb sich die sda und wohl auch alle Folgeartikel fälschlicherweise auf den Tages-Anzeiger beziehen.
Sonst jedoch ist der Tages-Anzeiger sehr vorbildlich, was das Zitieren anbelangt (siehe Presseschau). Andere Blätter haben mehr Mühe mit der Nennung eines Blogs als Quelle. Als eine grosse Schweizer Zeitung wiederholt Meldungen aus kulturblog.ch ohne Quellenangabe abgeschrieben übernommen hatte und ich mich bei der Ressortleitung per Mail beschwerte, erhielt ich zur Antwort: “Ich dachte, das macht dir nichts aus.”

Kommentare (13) zu “Was ein kulturblog.ch-Artikel auslösen kann”

  1. roger schrieb:

    Die Aussage der Ressortleitung ist so was von typisch und kann von mir bestätigt werden.
    Gerne werden auch mal Fotos verwendet, ohne Nachfrage und ohne Bezahlung (bei uns ist alles CC mit Einschränkungen). Hier ist dann die Antwort: «Wir machen doch aber Werbung für dich».

    Aber wehe, es läuft mal umgekehrt. Dann flattert gerne gleich eine juristische Drohung ins Haus, was wir auch schon gesehen haben ;-) Im angedachten Fall war allerdings das Zitat schon ein Zitat eines Zitats (ohne Quellenangaben), was ich nachweisen konnte. Manchmal muss nur ein Textfragment in eine Suchmaschine eingegeben werden und schon wird alles (un)-klar.

  2. bd schrieb:

    Wahrlich eine «lustige» Antwort.

  3. bd schrieb:

    Doch sei unbesorgt, du wirst bald «zitierbar», ganz gewiss.

  4. fastkultur schrieb:

    Das klingt alles sehr nach Selbstmitleid und verzweifeltes Selbstmarketing. Ich habe eher den Eindruck, dass das Problem woanders liegt: Blogs werden in den Zeitungen nicht nur nicht zitiert, sie werden überhaupt nicht wahrgenommen. Wie wäre es dann zu erklären, dass der “hervorragende Kommentar von Wolfgang Reiter” (rb & philipp meier) zur Zürcher Kulturpolitik in den heutigen Tagi-Meldungen und Kommentaren zum Schiffbau nicht einmal unzitiert erwähnt wird? Ich glaube auch nicht, dass kulturblog.ch die neuerliche Schiffbau-Debatte ausgelöst hat. Seien wir doch ehrlich: Was auf den Blogs stattfindet ist ein kollektives Selbstgespräch einiger Blogger und nicht mehr – unabhängig davon wie klug manche Einträge auch sein mögen.

  5. rb schrieb:

    @fastkultur: Dass der Kulturblog-Artikel der Auslöser war, weiss ich von der Schauspielhaus-Pressestelle, die Tagi-Journalistin hatte sich bei ihrer Anfrage auf den Kulturblog berufen. Übrigens sehe ich an den IP-Nummern der Besucher, dass täglich sehr viele Leute von Tamedia den Kulturblog lesen, auch vom Ringier-Netzwerk gibt es fast täglich Zugriffe, nur wenige jedoch von der NZZ. (Zur Wahrnehmung nochmals ein Hinweis auf die Presseschau)
    Gut möglich aber, dass das nichts mit der Qualität des Blogs zu tun hat, sondern damit, dass mich als langjähriger Kulturjournalist in Zürich die Kollegen einfach kennen…
    Der Ärger über fehlende Zitierungen ist übrigens nicht nur ein Blogger-Selbstmitleid-Problem. Auch jeder Print-Journalist ärgert sich, wenn sein Artikel nicht zitiert wird. Gerade auf Print-Redaktionen gilt: je öfter jemand zitiert bzw. in der Presseschau genannt wird, desto grösser sein Ansehen.

  6. ensuite schrieb:

    Oh, Blogger können die Welt verändern, fastkultur! Wir arbeiten in Bern grad an einer Anzeiger-Posse und Andi Jacomet – Jacoblök: blog.jacomet.ch/?p=537 – macht da hervorragende Arbeit.
    Gerade weil Bloggs von vielen Leuten “konsumiert” werden, können sie “gefährliche” Meinungsmacher sein. Die Espace Medien AG hat in diesem Falle sogar den JacoBlök per RSS in ihre Datenbank integriert! (zum Beispiel suchen: anzeiger auf espace.ch). Damit erhält der Blogger Superpräsenz!

    Also, nicht unterschätzen…

  7. Pavel schrieb:

    Warte nur ab, Rico: Bald wird es überhaupt keine Zeitungen mehr geben und wir werden alle nur noch bloggen. So siehts aus. Solange lass dem Tagi doch seine kleine Freude. Und verändere weiter die Welt ;-) x

  8. rb schrieb:

    Danke für all den Zuspruch, langsam ist’s mir peinlich — ursprünglich wollte ich nur zeigen, was ein Blog-Artikel auslösen kann… das mit den Zitaten kam dann noch so nebenbei hinzu. Die Reaktion der Ressorleitung ist eher als Anekdote zu verstehen, denn als Grund zur Entrüstung.
    Ich schlage vor, wir wechseln das Thema und reden wieder über die Kulturszene…

  9. fastkultur schrieb:

    …. super Vorschlag. Im Übrigen bin ich immer noch der Meinung, dass sich die Welt mit Blog-Geplänkel nicht verändern lässt (es sei denn man begreift den massiven Zuwachs an Geplänkel schon als Weltveränderung). rb bemüht sich zwar redlich Themen zu setzen und – offenbar ein Relikt aus seiner Journalistenzeit – Diskurse anzuregen; aber die (meisten) Kommentare befördern nicht den Diskurs (dann könnten Blogs wirklich was verändern), sondern bloss den Narzissmus. Also “reden wir wieder (?) über die Kulturszene ….”

  10. fastkultur schrieb:

    … und schon schweigt wieder alles.

  11. philipp meier schrieb:

    Was, wenn rb weiterhin so profund querdenkend und frech oberflächlich den kulturblog führt? Würde er dann der Nachfolger von Jean-Pierre Hoby? Würde das dann die Kulturwelt in Zürich verändern?
    @fastkultur: weder ein eintrag im kulturblog, noch ein artikel in der zeitung, noch ein künstlerischer telefonanruf können die welt verändern. wer weiss jedoch, ob eines davon vielleicht nicht doch der bekannte schmetterlingsflügelschlag war, der später einen orkan auslöst…?

  12. fastkultur schrieb:

    @rb: schlag das von philipp meier angetragene karriereangebot bitte aus! unbedingt! führe weiter “profund querdenkend” und so oft wie möglich auch “frech tiefgehend” den kulturblog weiter!
    @philipp meier: bin absolut für schmetterlingsflügelschläge! ziehe aber schmetterlinge vor, die sich mit ihrem Flügelschlag nicht nur selbst Aufwind schaffen wollen.

  13. rb schrieb:

    Eine Garantie fürs Kulturbloggen für die Ewigkeit kann ich leider nicht anbieten. Doch wer weiss, wenn ich wie von Philipp Meier vorgeschlagen ins Stadthaus wechsle, vielleicht übernimmt dann Jean-Pierre Hoby den Kulturblog…