Kunst/Museen


Cabaret Voltaire: Geldziel erreicht

Das Cabaret Voltaire hat die geforderten 250′000 Franken beisammen, wie im Tages-Anzeiger zu lesen ist. Dies war ursprünglich die Bedingung dafür, dass die Stadt die Mietkosten für das Haus an der Spiegelgasse weiterhin übernimmt. Der Debatte morgen im Gemeinderat kann das Cabaret Voltaire somit gelassen entgegenschauen – obwohl der Gemeinderat wahrscheinlich auch für das Haus gestimmt hätte, wenn die letzten 70′000 Franken noch gefehlt hätten. Was lehrt uns der Fall Cabaret Voltaire?

  • Manchmal ist etwas Druck durchaus nützlich.
  • Nicht nur in Basel, auch in Zürich gibt es Mäzene.
  • So wie Co-Direktor Adrian Notz auf rebell.tv sagte, haben sich viele ein bis zwei Mäzene [siehe Kommentar] von sich aus gemeldet, nachdem sie in der Zeitung über die Probleme gelesen hatten. Man kann nur erahnen, wie viel Geld das Cabaret Voltaire zusammengebracht hätte, wenn es bei der Suche professioneller vorgegangen wäre. Denn eigentlich gilt die Regel: wohlhabende Leute sind durchaus bereit, ein Projekt zu unterstützen – aber nur, wenn man sie persönlich darum bittet.

Apropos: Einer der Mäzene, Andy Rihs, hat eben die Mehrheit des Berner Fussballstadions Stade de Suisse übernommen. Wer weiss, vielleicht werden bald Synergien genutzt und es gibt Dada im Fussballstadion. 

Nachtrag 31.01: Der Gemeinderat hat dem Kredit für das Cabaret Voltaire klar zugestimmt, die SVP hat jedoch ein Referendum angekündigt. Zur Debatte der NZZ-Artikel, Live-Übertragung per Handy-Filmchen auf rebell.tv.

Zum Thema:
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Kommentare (6) zu “Cabaret Voltaire: Geldziel erreicht”

  1. philipp meier schrieb:

    @rb: hahaha…, du mit deinen reichen freunden kannst das locker hinschreiben. woher weisst du eigentlich, ob wir und wie professionell wir vorgegangen sind?
    keine ahnung, ob du je für eine institution oder ein projekt geld in diesem umfang organisieren musstest. einfach ist das NIE!
    aber richtig: der druck war nötig und heilsam. wir stehen nun finanziell auf vielen beinen und nicht mehr nur auf zwei.
    leider fehlt mir die zeit, etwas ausführlicher zu reagieren. vielleicht morgen etwas mehr dazu….

  2. /sms ;-) schrieb:

    besonders süss ist: “Denn eigentlich gilt die Regel: wohlhabende Leute sind durchaus bereit, ein Projekt zu unterstützen – aber nur, wenn man sie persönlich darum bittet.”

    mit andern worten: kauft euch alle ein opernabo und geht cüpli trinken?

    oder: wer kein geld findet, hat bloss die falschen falsch gefragt. die mit zu viel gelangweiltem geld wären ja total versessen drauf, es dir zu schicken ;-)

    nico: änderungsantrag für diese passage! bewilligt?

  3. rb schrieb:

    @ philipp: So viel Geld aufzutreiben ist nicht nur “nicht einfach”, sondern extrem schwierig, deshalb erst mal: Respekt! Ja, ich weiss, solche Kritik hat immer einen besserwisserisches Anstrich. Wenn ich jedoch fordere, dass man etwas offensiver privates Geld akquirieren soll, so geht es mir v. a. darum, dass ich finde, die wohlhabenden Zürcher (leider sind das nicht meine Freunde) sollten sich etwas mehr für die Kultur engagieren!
    Wenn ich nun sehe, dass sich einige beim Cabaret Voltaire sogar von sich aus gemeldet haben, so stimmt mich das durchaus zuversichtlich…
    @sms: Das vom Cüpli stimmt sicher, auch, dass es für Leuchttürme wie das Opernhaus oder das Cabaret Voltaire ;-) eher möglich ist, an privates Geld zu kommen, für andere ist es kaum möglich. Deshalb bin ich auch keineswegs für amerikanische Verhältnisse, öffentliche Kulturförderung ist nötig.
    Aber du hast mit rebell.tv ja auch einen Mäzen gefunden, ich leider (noch) nicht (vielleicht sollte ich einmal meine eigenen Ratschläge befolgen ;-)).

  4. Adrian Notz schrieb:

    von den Sponsoren, die wir haben, deren sechs, ist es “nur” einer, der sich aufgrund des Zeitungsartikels gemeldet hat, so mir nichts dir nichts, anonym direkt das Geld gegeben hat. Ein anderer, ebenfalls wegen des artikels in der nzz, hat nun doch (noch) nicht geld geben können. die anderen sind alle, wie sich das für professionelles Geldanschaffen gehört, über Cüpli trinken und direkte persönliche Kontakte zustande gekommen. Dies als kleine Präzisierung des “mehrere” im obigen Artikel.

  5. Hanspeter Gautschin schrieb:

    Da muss ich gehörig dreinreden: Es ist wahrlich nicht einfach, in so kurzer Zeit 1/4-Million Fränkli hereinzuholen. Notabene, wenn ich es richtig verstanden habe, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Also geht es hier um Betriebsbeiträge. Und das scheuen halt die meisten Mäzene, Sponsoren. Projekt zu unterstützen ist da beliebter. Also: Herzliche Gratulation an die erfolgreichen Fundraiser.

  6. philipp meier schrieb:

    @hpg: danke.
    unter dem strich waren wohl maximal 5% unserer bemühungen/kontakte erfolgreich.

    in einem muss ich jedoch rb recht geben: es ist wahrscheinlich einfacher für das cabaret voltaire geld aufzutreiben, als für sonst was (so wird z.b. auch die studie von IBZL zu geld…; letztendlich…; über ein paar ecken…; respektive umgekehrt: das geld bestätigt die studie;)